Attila der Hunnenführer

Attila war Herrscher der Hunnen und konnte im 5. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Ungarn ein kurzweiliges Reich errichten.

Besonders durch seine Taktik der Feldzüge und Tributforderungen gegen das West- und Oströmische Reich machte er von sich reden.

 

Herkunft und Aufstieg:

Attila wurde vermutlich um 400 geboren, genaue Angaben sind nicht überliefert. Sein Vater Mundzuk war bereits bei Attilas Geburt ein König / Stammesführer der losen, über den Balkan und Ungarn verstreuten Hunnen, sofern man bei den unterschiedlichen Stämmen von einer gewissen organisatorischen Struktur ausgehen kann.

Die Führung übernahm Attila zusammen mit seinem Bruder Bleda 434, bis zu dessem Tod um 444/445. Gleich zu Beginn ihrer Herrschaft handelten sie einige Verträge mit dem angrenzenden Oströmischen Reich aus, die unter anderem den Zugang zu den dortigen Märkten, der Auslieferung entflohender Hunnen sowie Tributzahlungen beinhaltete. Diese wurden von dem Oströmischen Reich geleistet in dem Bestreben, das Hunnengebiet zu befrieden und so militärische Konflikte zu vermeiden.

Seinen Hauptsitz verlegte Attila, nachdem er 444/445 seinen Bruder Bleda tötete in die ungarische Tiefebene an der Theiß, einem Drehpunkt zwischen dem West- und Oströmischen Reich.

Ungefähre Ausdehnung des Hunnenreichs unter Attila bzw. die von den Hunnen abhängigen Stämme

Ungefähre Ausdehnung des Hunnenreichs unter Attila bzw. die von den Hunnen abhängigen Stämme

 

Die Beziehungen zu den römischen Reichen:

Zu dem Weströmischen Reich hatte Attila, aufgrund des Heermeisters (magister militum) Flavius Aëtius der die Hunnen seit Jahren gut kannte, eine recht gute Beziehung, die kaum Übergriffe und Plünderungen beinhaltete.

Diese waren hauptsächlich auf das Oströmische Reich bezogen, von dem Attila regelmäßig Tributzahlungen verlangte. Immer wieder stellte der oströmische Herrscher Theodosius II. die Zahlungen ein, die Attila zu neuen Feldzügen veranlasste. So setzte er 447 zu einem neuen Feldzug an, bei dem er den römischen Heermeister Arnegisclus schlug und mehrere Städte plünderte. Theodosius II. musste einen neuen Vertrag abschließen und deutlich mehr Tribut zahlen. 449 sank das Verhältnis zwischen Attila und dem Oströmischen Reich auf einen Tiefpunkt, nachdem bekant wurde, dass es ein Attentat auf Attila hätte geben sollen. Ein Jahr später stellte Theodosius’ Nachfolger Markian die Zahlungen erneut ein, diesmal unterblieben jedoch die hunnischen Feldzüge. Da der Balkan bereits ausgebeutet war und die Oströmische Militärmacht deutlich stärker war, musste sich Attila nun eine neue Geldquelle suchen.

 

Attilas Feldzug in Gallien:

Durch politische Machtkämpfe im Weströmischen Reich wurde Attila durch die Schwester Kaiser Valentinians III., Justa Grata Honoria um Hilfe gebeten und drohte sogar mit Krieg.

Aëtius zeigte sich uneingeschüchtert von den Drohungen und wollte seine eigene Machtposition nicht aufgeben, so kam es, dass Attila 451 in Gallien einfiel. Als Grund nannte er die Herrschaftsnachfolge bei einem fränkischen Stamm und zog plündernd und Gallien. Ende Juni 451 stellte sich Aëtius mit seinem Heer bei Châlons-en-Champagne entgegen. Attilas Heer wurde geschlagen, jedoch nicht vernichtet. Als Aëtius dem sich zurückziehenden Heer von Attila nicht nachsetzte, konnte dieser die Gelegenheit nutzen und nach Süden Richtung Italien ziehen.

Die wahrscheinlichen Marschrouten der Hunnen bei ihrer Invasion Galliens 451

Die wahrscheinlichen Marschrouten der Hunnen bei ihrer Invasion Galliens 451

 

Attilas Feldzug in Italien:

Ausgehend von der Niederlage in Gallien und den fehlenden Einnahmen aus Plünderungen und Tributzahlungen, musste sich Attila erneut nach neuen Einnahmequellen umschauen. Dies brachte ihn dazu auf dem Rückzug 452 in Italien einzufallen.

Nachdem es ihm gelang im Norden einige Städte zu erobern und zu plündern, sah sich sein Heer jedoch aufgrund von Versorgungsproblemen und der Ausbreitung von Seuchen gezwungen, erneut den Rückzug anzutreten. So sammelte Attila die Reste seines Heeres und zog sich wieder in die ungarischen Tiefebenen zurück.

 

Attilas Tod:

Durch die Niederlagen in Gallien und Italien und den ausbleibenden Tributzahlungen aus dem Oströmischen Reich, konnte Attila seine Macht nur schwer halten. Er starb 453 in seiner Hochzeitsnacht mit Ildico, genaue Angaben über den Umstand sind nicht überliefert.

Durch seinen Tod und den anschließenden internen Machtkämpfen, zerfiel das hunnische Reich auch sehr schnell wieder.

 

 

 

Bildquellen:
– „Huns450“ von Slovenski Volk – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons
– „Attila and Chalons 4 w path Deutsch“ von No machine-readable author provided. MapMaster assumed (based on copyright claims). – No machine-readable source provided. Own work assumed (based on copyright claims).. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

 

 

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 Rom im Untergang Band 5: Aetius - Roms letzter Adler: Historischer Roman zur Zeit Placidias und Valentinians III. und ihren Kämpfen gegen die Hunnen Taschenbuch – 28. September 2015


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BAND 5 (Teil 1 der Aetius Trilogie): Historischer Roman zur Zeit Placidias und Valentinians III. Aetius, geschlagen durch die Legionen des Bonifatius, flüchtet, nachdem er Bonifatius in einem Zweikampf besiegen konnte, in das Hunnenreich, um einen Pakt mit Attila zu schließen. Durch diesen Pakt soll ihm Attila eine gewaltige Horde berittener Barbaren zur Verfügung stellen, mit dessen Unterstützung er sich den Weg zurück auf seine alte Machtposition als oberster römischer Heerführer erkämpfen möchte. Nun gilt es, gegen eigene, römische Legionen anzugehen, welche mittlerweile unter dem Befehl des Nachfolgers seines ehemaligen Konkurrenten Bonifatius stehen. Und der Pakt hat auch seine gefährlichen Schattenseiten… Auszug: Vergebliches Bemühen! Treu, wie Achilles dem göttlichen Sohn der Thetis, stand Hadubrand dem jugendlichen Kämpfer zur Seite; sein Schild fing die Hiebe und Stöße auf, die seinem Kamerad zugedacht waren, sein Schwert teilte, gleich dem des Freundes, wuchtige Schläge aus. Aber immer wilder stürmten die Gegner und immer kleiner wurde die Zahl der waffenfähigen Mannschaft Hadubrands, während für jeden verwundeten Prätorianer ein Neuer in die Schranken trat. Langsam mussten sich die tapferen Germanen zurückziehen, erst in das Gemach, dann an die Treppe. An der Schwelle der letzteren stemmten sie sich in unbeugsamen Trotz zum letzten Mal den Nachdringenden entgegen; ein furchtbarer Entscheidungskampf entbrannte hier.

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