Batterieschiff Prince Royal

Die Prince Royal war ein englisches Batterieschiff, welches durch mehrere Umbaumaßnahmen zu einem der größten Kriegsschiffe seiner Zeit unter englischer Flagge wurde und im englisch-niederländischem Seekrieg als Flaggschiff diente.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Prince Royal wurde auf Befehl des englischen König James I. gebaut und lief am 25. Juli 1610 vom Stapel. Vor den ersten Umbaumaßnahmen war das Schiff mit 55 Kanonen bestückt, die sich auf 3 Decks verteilten. Damit war das Schiff der Vorläufer der Dreidecker Linienschiffe. Weiter lag zwischen dem Vorder- und Achterdeck eine Kuhl, die als Falle für feindliche Soldaten dienen sollte, die das Schiff entern wollten. Damit wurde beim Bau noch, zu der Zeit schon unüblicherweise, Wert auf Schutz gegen Enterungen gelegt.

Ausgestattet war das Schiff zu Beginn noch mit 4 Masten, während einer der Umbaumaßnahmen wurde 1 Mast entfernt.

 

Die Prince Royal 1613

Die Prince Royal 1613

 

Die Einsätze während des englisch-niederländischen Seekrieges:

Vor dem ersten Einsatz in einem Gefecht wurde die Prince Royal 1641 umgebaut und ihre Bewaffnung auf 70 Kanonen erweitert. Zudem wurde sie in Resolution umgetauft.

 

Die Prince Royal kurz nach ihrem Rebuilt, ca. 1661

Die Prince Royal kurz nach ihrem Rebuilt, ca. 1661

 

Die erste Seeschlacht erfolgte am 12. Juni 1653 während der Seeschlacht bei Gabbard. Dort wurde die Resolution auch von Admiral Robert Blake erstmals als Flaggschiff eingesetzt. Zusammen mit dem Schiff Dolphin wurden das Schiff während des Gefechtes von den Niederländern umzingelt, erst mit dem Eintreffen der englischen Nachhut konnte eine Versenkung abgewendet werden. Die Niederländer mussten sich von der Schlacht zurückziehen.

Am 10. August 1653 erfolgte der nächste Angriff der Niederländer, als sie versuchten die englische Blockade im Ärmelkanal zu durchbrechen. Aufgrund hoher Verluste, Beschädigungen und dem Tod des niederländischen Flottenbefehlshabers Maarten Tromp, zogen sich die Niederländer erneut zurück. Auch die Engländer zogen sich aufgrund höherer Beschädigungen ihrer Schiffe zurück und lösten die Blockade auf.

Zwischen 1660 und 1663 erfolgte die nächste Umbaumaßnahme bei der die Anzahl der Kanonen auf 92, sowie die Abmessungen und Tonnage erhöht wurden. Gleichzeitig wurde das Schiff als Schiff ersten Ranges (first rate) klassifiziert und wieder in Royal Prince (da dieser Name öfters als Prince Royal gebraucht wurde) umgetauft.

Während des zweiten englisch-niederländischen Seekrieges kam es im Juni 1665 zu einem Gefecht bei Lowestoft, wo die Royal Prince erneut als Flaggschiff eingesetzt wurde. Zum ersten mal wurde sie hierbei von den Niederländern trotz baulicher Sicherheitsmaßnahmen geentert. Nur durch das Zuhilfekommen der Royal James konnten die Niederländer wieder von dem Schiff vertrieben werden. Nach dem Verlust von 17 Schiffen und rund 5.000 Seeleuten, mussten sich die Niederländer auch aus dieser Schlacht wieder zurück ziehen.

Die letzte Seeschlacht an der die Royal Prince teilnahm, erfolgte am 11. Juni 1666 an der Viertageschlacht vor der Küste Englands. Am 13. Juni erfolgte der von Admiral George Monck angeordnete Rückzug wobei die Royal Prince auf der Fahrt auf eine Untiefe auflies und somit manövrierunfähig wurde. Nach Sichtung niederländischer Brander (Brandschiffe) strich die Besatzung die Flagge und ergab sich der ankommenden niederländischen Flotte. An Bord des niederländischen Kriegsschiffes Gouda musste Admiral Ayscue von der Royal Prince gegenüber Lieutenant-Admiral Cornelis Tromp kapitulieren. Anschließend wurde das Schiff auf Befehl von Lieutenant-Admiral Michiel de Ruyter verbrannt, damit die Engländer es nicht mehr zurück erobern konnten.

 

Die Kapitulation der auf Grund gelaufenen Royal Prince in der Viertageschlacht. Gemälde von Willem van de Velde d. J., 1666

Die Kapitulation der auf Grund gelaufenen Royal Prince in der Viertageschlacht. Gemälde von Willem van de Velde d. J., 1666

 

Schiffsdaten:

Stapellauf 25. Juli 1610
Land England
Verbleib Am 13. Juni 1666 von den Niederländern verbrannt
Anzahl der Masten 4, später 3
Besegelung Vollschiff, Royalsegel, Bramsegel
Länge 30 Meter
Breite 14 Meter
Tiefgang 5,4 Meter
Verdängung 1187 Tonnen
Bewaffnung 55 Kanonen
ab 1641 70 – 80 Kanonen
ab 1663 92 Kanonen

 

Die Viertageschlacht; Gemälde von Abraham Storck 1666

Die Viertageschlacht; Gemälde von Abraham Storck 1666

 

 

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