Bewerbung in der französischen Fremdenlegion

Die Fremdenlegion ist ein militärischer Großverband der in der Streitkraft Frankreichs integriert ist jedoch hauptsächlich aus ausländischen Söldner besteht. Die derzeitige Mannstärke lässt sich auf ca. 7699 beziffern, Auslandseinsätze finden in Afghanistan, Afrika und Südamerika statt. Die Legion gehört zu den modernsten und kampferprobtesten Einheiten der Welt.

 

Voraussetzungen:

  • Die Anwärter müssen mindesten 17 1/2 Jahre (bis 18 Jahren muss eine Einwilligung der Eltern von der französischen Botschaft des jeweiligen Landes abgesegnet werden) und darf höchsten 40 Jahre alt sein. Natürlich gilt auch hier der Grundsatz je jünger desto größer sind die Chancen.
  • Die Anwärter müssen gültige Dokumente (Reisepass, Personalausweis) haben. Ebenso sollten Unterlagen über Ausbildung, Krankenakten und ggf. bereits geleisteten Wehrdienst mitgenommen werden.
  • Man darf keine gravierenden Vorstrafen besitzen. Dies wird von den Rekrutierungsbüros im jeweiligen Land nachgeprüft. Ausserdem darf kein Haftbefehl gegen sich ausgestellt sein. Auch kleinere Strafen die im Führungszeugnis stehen, können die Bewerbung negativ ausfallen lassen.
  • Körperliche Fitness ist eine Grundvoraussetzung. Ausserdem sollte man gesund sein, Brille ist bis zu einer gewissen Sehstärke noch zulässig, verringert aber die Chancen. Folgende Krankheiten machen eine Bewerbung überflüssig: HIV, Hepatitis, TBC, Krebs, Diabetes, Blutarmut.
  • In der Legion wird ausnahmslos französisch gesprochen (Ausnahme bildet hier die Kommunikation zwischen Soldaten der gleichen Nationalität ausserhalb der Dienstzeit). Es sollten daher zumindest Grundkenntnisse der französischen Sprache vorhanden sein. Während der Ausbildung bekommt man Sprachkurse.
  • Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass es bei einer Aufnahme in die Legion kein zurück mehr gibt. Es sollten daher keine Verpflichtungen (Wohnung, Auto usw.) mehr anliegen.

 

Was sollte ein Anwärter mitnehmen?

Wichtig sind auf jeden Fall gültige Dokumente (Reisepass, Personalausweis, internationale Geburtsurkunde nicht älter als 6 Monate). Des weiteren sollte man zwischen 50 und 100€ Bargeld, Wechselwäsche, Turnschuhe und Hygieneartikel. Alles andere wäre vermutlich unnötiger Ballast und würde einem Anwärter abgenommen werden.

 

Wo muss sich ein Anwärter melden?

Der Anwärter muss auf eigene Kosten zu einem der 11 Rekrutierungsbüros (P.I.L.E.’s) anreisen. Zwar haben diese Büros offiziell rund um die Uhr offen, man sollte sich jedoch zu normalen Arbeitszeiten, auch Samstags und Sonntags, dort vorstellen.

Die Kosten für eventuell anfallende Visagebühren trägt ausnahmslos der Anwärter, die Fremdenlegion gewährt diesbezüglich keinerlei Hilfen. Auch bei der Beschaffung eines ggf. notwendigen Visums (für Visum-pflichtige Staatsangehörige von Nicht-EU-Staaten) ist die Legion nicht behilflich.

Die Rekrutierungsbüros befinden sich in folgenden Städten:

  • Paris
  • Lille
  • Nantes
  • Strasbourg
  • Aubagne
  • Bordeaux
  • Lyon
  • Marseille
  • Nice
  • Perpignan
  • Toulouse

In diesen Büros wird die erste Vorauswahl für Anwärter getroffen. Sollte man vom ersten Eindruck als geeignet erscheinen, wird man an die beiden Vorauswahlzentren (Centres de Preselection) entweder in Paris oder Aubagne geschickt wo eine intensivere Untersuchung und Befragung die Anwärter erwartet. Besteht man auch dort die Vorgaben, folgt die Verlegung ins Hauptauswahl- und Eingliederungszentrum der Fremdenlegion (C.S.I. – Centre de Selection et d’incorporation) in Aubagne (ca. 12 Kilometer östlich von Marseille). Dort geht es dann mit den körperlichen und psychologischen Tests erst richtig los zumal man ausserdem auch dem Sicherheitsgespräch des Geheimdienstes der Legion (D.S.P.L.E.) stand halten muss, Vorstrafen würden spätestens jetzt bekannt werden.

Wer alle Tests erfolgreich besteht kann nun den 5 Jahres Vertrag der Legion unterschreiben. Es versteht sich von selbst, das bei diesem nicht verhandelt wird.

Die Möglichkeit mit dem Eintritt in die Legion ein anonymes Leben zu beginnen, wurde zum größten Teil seit 2011 ausser Kraft gesetzt. Man wird mit seinem richtigen Namen eingeschrieben. Ausnahmen hiervon bilden lediglich Anwärter die in ihrem Heimatland für den Eintritt in die Legion strafrechtlich verfolgt werden und sogar die Staatsbürgerschaft verlieren können wie z.B. in Österreich oder der Schweiz. Deutschland hat seit 2011 die Strafbarkeit abgeschafft, sodass Deutsche legal in der Legion dienen dürfen.

 

Die erste Zeit als Legionär:

Wer der Meinung ist, nach dem unterschreiben des Vertrages noch mal nach Hause fahren zu können um noch Sachen zu erledigen, Wohnung zu kündigen oder Unterwäsche zu kaufen irrt sich. Sofort nach dem Unterzeichnen begibt sich der neue Rekrut im Dienstgrad Legionär 2. Klasse (légionnaire 2ème classe) ins 4eme Regiment Etranger nach Castelnaudary (dem Ausbildungsregiment der Fremdenlegion) um dort seine 15-16 wöchige Grundausbildung zu absolvieren. Es besteht ausserdem eine 6 monatige Probezeit in der die neuen Legionäre beobachtet und ausgewertet werden, wer also glaubt nach der Unterschrift unter dem Vertrag kann man nicht mehr aus der Legion geschmissen werden irrt auch hier.

Nach der Grundausbildung wird man einem der Regiments zugeteilt. Selbst hat man keinen Einfluss auf diese Entscheidung, die Legion setzt einen dort ein, wo es für sie am sinnvollsten ist.

 

Soldaten der Fremdenlegion im Einsatz

Soldaten der Fremdenlegion im Einsatz

 

Die Standorte der Fremdenlegion (Stand 2014):

  • 1er Régiment Etranger (Aubagne, Bouches-du-Rhône)
  • 4ème Régiment Etranger (Castelnaudary, Aude)
  • 1er Régiment Etranger de Cavalerie (Camp de Carpiagne, bei Cassis, Bouches-du-Rhône)
  • 2ème Régiment Etranger d’Infanterie (Nîmes, Gard)
  • 1er Régiment Etranger de Génie (Laudun, Gard)
  • 2ème Régiment Etranger de Génie (Saint Christol, Vaucluse)
  • 2ème Régiment Etranger de Parachutistes (Calvi, Korsika)
  • 3ème Régiment Etranger d’Infanterie (Kourou, Französisch Guyana/Südamerika)
  • 13ème Demi-Brigade de la Légion étrangère (Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate
  • ab 2016 Camp du Larzac, nordwestlich von Montpellier/Frankreich
  • Détachement de la Légion étrangère à Mayotte (Mayotte, Indischer Ozean)

 

Die Insignien der Regimenter der Fremdenlegion

Die Insignien der Regimenter der Fremdenlegion

Im Laufe der Dienszeit bei der Fremdenlegion ist ein zweijähriger Überseeaufenthalt (Sejour / M.L.D.) oder mehrere kurzzeitige (4-6 Monate dauernde = M.C.D.) Übersseaufenthalte in Dschibuti (dort nur noch M.C.D.), Französisch Guyana oder auf der Insel Mayotte im indischen Ozean sehr wahrscheinlich.

 

Französischer Blauhelmeinsatz der Fremdenlegion

Französischer Blauhelmeinsatz der Fremdenlegion

 

Zusätze:

Der Sold eines Legionärs beträgt nach der Grundausbildung 1.280€ netto. Bis zum Dienstgrad Caporal werden Unterkunft, Verpflegung, Renten- und Krankenversicherung sowie Dienstkleidung von der Legion gestellt. Man muss selbst nur für die Kosten einer Unfall- und Lebensversicherung selber aufkommen. Natürlich gibt es zum Grundsold noch etliche Zulagen wie Geländetage, Dienst ausserhalbs Frankreichs, Kampfeinsätze usw. und wie in jeder anderen Armee steigt der Grundsold mit den Dienstjahren und dem Dienstgrad.

 

Fremdenlegion in Paradeuniform.jpg

Fremdenlegion in Paradeuniform.jpg

 

Weiter kann der Legionär nach 3 Jahren Dienstzeit einen Antrag auf die französische Staatsbürgerschaft stellen. In der Regel wird diese auch gewährt. Es würde auch die Möglichkeit geben, eine erneuerbare 10-jährige Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen.

Nach Ablauf des 5 Jahresvertrages kann der Legionär zum einen ehrenhaft die Legion verlassen und ggf. die während der Dienstzeit erworbene Qualifikationen wie Buchführer, LKW- und Busfahrer, Maurer, Elektriker, Automechaniker, usw. ausüben. Zum anderen kann er seinen Vertrag für 6 Monate, 1 , 2 oder 3 Jahre verlängern. Nach 21 Jahren Dienstzeit hat man zudem Anspruch auf eine sofortige Pension. Geringere Dienstjahre bedeuten Abstriche in der Pension. Legionäre die weniger als 5 Jahre gedient haben, haben zwar auch einen Anspruch auf Pensionszahlungen, diese werden dann allerdings erst beim Eintritt in das zivile Rentenalter, Deutschland z.B. 67 Jahre, gezahlt.

 

 

 

 

Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

Mythos Fremdenlegion: Mein Einsatz in der härtesten Armee der Welt

 Mythos Fremdenlegion: Mein Einsatz in der härtesten Armee der Welt Broschiert – 11. September 2015


Mythos Fremdenlegion: Mein Einsatz in der härtesten Armee der Welt Broschiert – 11. September 2015

Worum geht es? Die französische Fremdenlegion umgibt ein Mythos. Die Bewerber kommen aus aller Welt und werden streng ausgesiebt. Die Ausbildung ist brutal, die Strafen sind drakonisch, der Einsatz des Lebens ist Geschäft. Stefan Müller war fünf Jahre lang dabei. Er bekam eine neue Identität und war an Operationen an der Elfenbeinküste, im Senegal und in den Vereinigten Arabischen Emiraten beteiligt. In Mali erwartete ihn sein gefährlichster Kampfeinsatz – gegen die Dschihadisten. Dort erfährt er unmittelbar, was es heißt um sein Leben zu kämpfen und dem Tod zu begegnen. Kameraden werden von Sprengfallen zerrissen, etliche verwundet. Müller zeichnet erstmals ein realistisches und auch kritisches Bild aus dem Inneren der sagenumwobenen Eliteeinheit. Was ist besonders? Müller schildert nicht nur Kampfeinsätze, sondern auch den Alltag und den Drill. Er benennt Probleme wie schlechte Ausrüstung, Drogenmissbrauch und die Bedeutungslosigkeit des einzelnen Legionärs. Wer liest? – Alle, die sich für Militär, Special Forces und „harte Jungs“ interessieren – Alle, die schon immer wissen wollten, wie es wirklich in der französischen Fremdenlegion zugeht – Leser von Marc Owen, Achim Wohlgethan, Marc Lindemann und Bad Boy Uli

Hier klicken!

 

Die Legion: Mit dem 2e Rep in den Krisenherden dieser Erde

 Die Legion: Mit dem 2e Rep in den Krisenherden dieser Erde Gebundene Ausgabe – 26. Februar 2010


Die Legion: Mit dem 2e Rep in den Krisenherden dieser Erde Gebundene Ausgabe – 26. Februar 2010

Es ist still geworden um die Legion, doch sie lebt, mehr denn je. Die legendäre Truppe hat sich zwar in den vergangenen Jahren gewandelt, ist sich dabei aber selbst treu geblieben. Der Soldat in der Legion ist ein bestens ausgebildeter Profi mit technischem Verständnis für die modernsten Waffensysteme. Er ist robust, mental stark, höchst motiviert und diszipliniert. Und er ist ein Spezialist, je nachdem, für welche Art Einsatz er sich entschieden hat: Fallschirmjäger, Panzersoldat, Pionier oder Infanterist – immer ein Kämpfer, aber nie ein Killer. Thomas Gast erzählt in diesem Tatsachenbericht, was er bei der Legion erlebte. Fast zwei Jahrzehnte an den Brennpunkten dieser Welt eingesetzt – vom Kongo bis zum Balkan – ist sein Insider-Bericht ein authentischer Blick auf einen Mythos. Frisch, farbig und spannend zu lesen, verhilft er zu einem ungeschminkten Blick hinter die Kulissen dieser traditionsreichen Spezialeinheit.

Hier klicken!

 

Guyana: Faszination Fremdenlegion

 Guyana: Faszination Fremdenlegion Broschiert – 15. Oktober 2013


Guyana: Faszination Fremdenlegion Broschiert – 15. Oktober 2013

Der Autor Thomas Gast berichtet über seine Dienstzeit beim Dschungelregiment der französischen Fremdenlegion in der grünen Hölle Guyanas von 1985-1987. Doch nicht nur das. Gast geht besondere Wege, und so liefert er außergewöhnliche Einblicke in diese Eliteeinheit und lässt auch weitere Zeitzeugen in seinem Buch zu Wort kommen. Sich dorthin begeben, wo andere niemals hingehen! Die französische Fremdenlegion in Guyana – damals, mittendrin und heute. Ob die Zeit der Grabenkriege 1914-1918, ob die Gründung der ersten Dschungelkampfschule der Fremdenlegion 1986 mitten im Urwald Französisch Guyanas oder ob der nervenaufreibende Kampf einer höchstmodernen und hochflexiblen Truppe gegen illegale Goldgräber im Rahmen der im Jahre 2008 ins Leben gerufene Operation Harpie: All das vereint Thomas Gast in einem einzigen Werk. Vervollständigt wird dieses Buch durch ein Vorwort von General Pierre Chavancy.

Hier klicken!

 

1825 Tage – Mit der Fremdenlegion auf zwei Kontinenten: Indochina- und Algerienkrieg 1952 – 1957

 1825 Tage - Mit der Fremdenlegion auf zwei Kontinenten: Indochina- und Algerienkrieg 1952 - 1957 Broschiert – 18. März 2013


1825 Tage – Mit der Fremdenlegion auf zwei Kontinenten: Indochina- und Algerienkrieg 1952 – 1957 Broschiert – 18. März 2013

Werner A. Abendschön berichtet von seiner Dienstzeit bei der französischen Fremdenlegion von 1952 bis 1957 in Indochina und Algerien. Seine Erinnerungen und Eindrücke gewähren detailreiche Einblicke in das damalige Alltagsleben eines Fremdenlegionärs, das sich für ihn in 1825 Tagen auf gleich zwei Kontinenten abspielte. Nach seiner Rekrutierung ging es für einen kurzen Zwischenaufenthalt nach Sidi Bel Abbès in Algerien, von wo aus er nach Oujda in Marokko beordert wurde und seine Ausbildung erhielt. Sein erster, großer Marschbefehl führte den jungen Legionär in das Kriegsgebiet Indochina. Im 2ème Groupement amphibien des 1er Régiment étranger de cavalerie (1. REC) erlebte er, nach fast zwei Jahren Einsatz, den Abzug der Légion étrangère im Jahr 1954 aus Indochina. Er wurde wieder nach Afrika verschifft, um im Algerienkrieg weiter seinen Dienst zu leisten.

Hier klicken!

 

 

Noch keine Kommentare bis jetzt.

Einen Kommentar schreiben