Der Aufstieg Napoleon Bonapartes

Vor der Zeit der französischen Revolution, bemühte sich Frankreich seine Armee zu Reformieren und wieder eine militärische Macht in Europa dazustellen.

Hierfür entwickelte der Armeeoffizier Jean-Baptiste de Gribeauval ein neues Artillerie System, mit verbesserten Geschützen um die von Graf de Guibert vorgestellte Kriegsführung mit schnellen und mobilen Heeren umzusetzen. Ausserdem wurden in Frankreich Militärakademien eröffnet, die es auch Soldaten aus den unteren Gesellschaftsschichten ermöglichen sollte, Karriere in der Armee zu machen. Durch den Widerstand der Adeligen, die die Offiziersränge nur für sich beanspruchten, konnte die neue Militärhierarchie vorerst nur bei den weniger angesehenen Truppenteilen der Artillerie und den Pionieren eingesetzt werden. Einer der Menschen, die dieses neue System durchliefen und in dem französischen Militär aufgrund ihrer Leistungen auf dem Schlachtfeld schnell aufstiegen war Napoleon Bonaparte.

Napoleon Bonaparte

Napoleon Bonaparte

 

Napoleon schaffte es, während der französischen Revolutionskriege durch seine Taktiken und militärischen Erfolge schnell aufzusteigen. Nach der Rückeroberung von Toulon von den Briten 1793 wurde er mit nur 24 Jahren zum Brigadegeneral befördert. 1795 unterstütze er mit seinen Soldaten den Staatsstreich zur Sicherung der Republik vor den Anhängern der Monarchen und besetzte Paris. Für diese Handlung wurde er zum Divisionsgeneral befördert und die Führung der französischen Armee in dem neuen Feldzug gegen Österreich im Jahre 1796 anvertraut.

 

Der Feldzug gegen Österreich:

1796 erklärte Frankreich Österreich erneut den Krieg. Der Feldzug gegen Österreich sollte über Norditalien erfolgen, den Oberbefehl über diese „Italienarmee“ der Franzosen erhielt Napoleon. Der Zustand seiner Soldaten war zu Beginn des Feldzuges katastrophal. Es fehlte an Proviant, Stiefeln, Waffen und der Bezahlung. Napoleon sah die einzige Möglichkeit seine Armee vernünftig auszurüsten darin, den Feind schnellstmöglich zu schlagen und seine eigenen Soldaten mit den Gütern der eroberten Gebiete zu versorgen.

Somit trat er gegen die österreichischen und deren sardinische Verbündete an nicht nur in der Ausrüstung sondern auch in der Anzahl der Soldaten unterlegen an. Doch Napoleon setzte seine Soldaten taktisch geschickt ein und griff die Gegner einzeln an um die feindlichen Armeen getrennt bekämpfen zu können. Mit dieser Taktik gelang es ihm, die sardinischen Truppen zu schlagen und Sardinien aus dem Krieg zu werfen. Anschließend schlug er die österreichischen Truppen, zwang sie zum Rückzug und besetzte Mailand. Ende 1796 war Norditalien fast vollständig von den Franzosen besetzt.

Im Januar 1797 gelang ihm ein entscheidender Sieg bei Rivoli gegen die Österreicher und seine Armee war nun in der Lage über die Alpen Österreich von Süden her anzugreifen. Österreich sah sich nun gezwungen Frieden mit Frankreich zu schließen.

 

Der Feldzug in Ägypten und dem nahen Osten:

Nach dem Frieden mit Österreich waren die Kampfhandlungen auf dem europäischen Festland beendet. Frankreich befand sich zwar noch im Krieg mit England, konnte aufgrund der Überlegenheit der Royal Navy keine Invasion Englands durchführen. Man entschied sich daher Ägypten anzugreifen um die Kontrolle über das östliche Mittelmeer zu erlangen. Das Land war zwar offiziell eine Provinz des osmanischen Reiches, regiert wurde es tatsächlich aber von den Mamelucken, Nachfahren von türkischen Sklavensoldaten.

Im Mai 1798 startete die französische Flotte aus Toulon aus Richtung Ägypten. Auf dem Weg dorthin konnte sie der englischen Mittelmeer Flotte unter der Führung von Admiral Horatio Nelson entkommen und erreichte im Juli Ägypten.

Die Schlacht bei den Pyramiden (Ölgemälde von Louis-François Lejeune von 1808)

Die Schlacht bei den Pyramiden (Ölgemälde von Louis-François Lejeune von 1808)

 

Durch die Überlegenheit der französischen Infanteriekarrees gegenüber der gepanzerten Mamelucken Kavallerie konnte Napoleon Kairo schnell einnehmen. Doch durch die Vernichtung der französischen Flotte durch die Englische, wurden die französischen Truppen von ihrem Nachschub abgeschnitten, zudem erfolgte nun auch die Kriegserklärung des osmanischen Reiches an Frankreich.

Napoleon sah sich nun gezwungen im Frühjahr 1799 nordöstlich durch Palästina zu marschieren, ein Gebiet das durch britische und osmanische Truppen gehalten wurde. Nach der Niederlage bei Akko und dem Ausbruch der Pest innerhalb seiner Armee, musste sich Napoleon wieder nach Ägypten zurückziehen. Anschließend gingen die osmanischen Truppen in die Offensive und landeten mit ihren Truppen im Juli in der Bucht von Abukir. Die zahlenmäßig unterlegenden französischen Truppen machten einen Ausfall und konnten durch dieses Überraschungsmanöver die osmanischen Truppen zurück schlagen.

Im August 1799 erreichten Napoleon Nachrichten über das Bündnis von Österreich, Großbritannien und Russland und den militärischen Niederlagen der französischen Truppen gegenüber den Truppen der Allianz. Er reiste heimlich aus Ägypten zurück nach Frankreich und musste zunächst für politische Stabilität sorgen.

 

Staatsstreich und Errichtung der politisch Macht:

Das Direktorium (die letzte Regierungsform der französischen Revolution) war mit der ökonomischen und militärischen Situation im Land völlig überfordert. Zudem schwand das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung massiv und die Anhänger der Monarchie erlebten erneut einen Auftrieb.

Nach der Rückkehr Napoleons nach Frankreich im November 1799 wurden die Mitglieder der Nationalversammlung auf das Schloss Saint-Cloud gebracht, mit der Begründung, sie vor einem anstehenden Putsch zu beschützen. Napoleon wurde inzwischen mit der Sicherung von Paris beauftragt. 3 der 5 Direktoren traten zurück, die anderen beiden Mitglieder wurden unter dem Vorwand verhaftet, sie seien Anhänger des Jakobinerordens. Somit war das Land de facto Führungslos.

Den nunmehr im Schloss versammelten Abgeordneten des Rates der Fünfhundert wurde ein Vorschlag zur Verfassungsänderung vorgelegt, der eine starke Führung des Landes in Kraft treten lassen würde. Zunächst weigerten sich die Abgeordneten der Änderung zuzustimmen, erst als die Napoleon unterstellten Soldaten Druck ausübten, wurde der Änderung zugestimmt. Damit bestand die vorläufige neue französische Regierung aus 3 Konsuln: Napoleon Bonaparte, Emmanuel Joseph Sieyès und Roger Ducos.

General Bonaparte vor dem Rat der Fünfhundert in Saint Cloud am 10. November 1799 (Gemälde von François Boucher aus dem Jahr 1840)

General Bonaparte vor dem Rat der Fünfhundert in Saint Cloud am 10. November 1799 (Gemälde von François Boucher aus dem Jahr 1840)

 

Die neue Verfassung wurde auf Drängen Napoleons anschließend noch weiter abgeändert, womit er die beiden anderen Konsuln politisch ausschalten konnte und später durch die ihm ergebenen Jean-Jacques Régis de Cambacérès und Charles-François Lebrun ersetzte. Am 25. Dezember 1799 trat die neue Verfassung in Kraft womit Napoleon faktisch zum Alleinherrscher aufstieg, da er Minister ernennen und Gesetzte verabschieden konnte. Die Funktion der beiden anderen Konsuln wurde auf die Beratung herabgesetzt.

 

Der Feldzug gegen die Allianz:

Nachdem sich Napoleon zum alleinigen Herrscher Frankreichs durchsetzen konnte, wendete sich auch das Blatt für die französische Armee.

Eine vereinte russisch-englische Invasion in der mit Frankreich verbündeten Niederlande konnte vereitelt werden. In der Schweiz musste die russische Armee ebenfalls eine schwere Niederlage einstecken und sich im Winter 1799 über die Alpen zurückziehen. Anschließend trat Russland aus der Allianz und dem Krieg gegen Frankreich aus.

Im Mai 1800 führte Napoleon wieder selbst einen Feldzug gegen Österreich. Er lies seine Truppen aus der Schweiz über die Alpen nach Italien marschieren und konnte so dem österreichischen General Michael von Melas in den Rücken fallen. Dieser hob die Belagerung von Genua auf und griffen am 14. Juni die französischen Truppen bei Marengo an. Die Truppen Napoleons waren zum Zeitpunkt des Angriffes ungünstig positioniert und aufgeteilt, sodass ein Niederlage wahrscheinlich gewesen wäre, wenn nicht General Louis Desaix den Schlachtenlärm vernommen und Napoleon zu Hilfe gekommen wäre. Desaix fiel zwar in der Schlacht, doch seine Truppen brachten den französischen Sieg.

Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard (Gemälde von Jacques-Louis David, 1800)

Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard (Gemälde von Jacques-Louis David, 1800)

 

Einen weiteren entscheidenden Sieg erlangte der französische Heerführer Jean-Victor Moreaus, dessen Rheinarmee am 3. Dezember 1800 bei Hohenlinden in Bayern die Österreicher schlug. Österreich sah sich nun von Westen und Süden bedroht und musste im Februar 1801 einem Frieden zustimmen. Im März 1802 folgte England mit dem Frieden von Amiens.

Damit waren vorerst alle Kampfhandlungen in Europa beendet.

2. Koalitionskrieg von 1798 bis 1802

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Napoleon Bonaparte

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