Der englisch-spanische Krieg

England war unter der Königin Maria I. ein Land, dass von einer Katholikin regiert wurde. Ihre Ehe mit dem spanischen König Philipp II. sollte eine enge Verbindung beider Länder aufbauen. Doch nach dem Tod Marias im Jahre 1558 folgte ihre protestantische Halbschwester Elisabeth I. was nicht nur zu diplomatischen Spannungen, sondern nach Bündnissen mit katholischen bzw. protestantischen Bewegungen zu einem offenen Krieg zwischen den Ländern führte.

 

König Philipp II. von Spanien (unbekannter Maler um 1580)

König Philipp II. von Spanien (unbekannter Maler um 1580)

Königin Elisabeth I. von England um 1580

Königin Elisabeth I. von England um 1580

 

Inoffiziell führte England bereits seit Mitte des 16. Jahrhunderts unter dem Segen der Königin Elisabeth I. einen Handelskrieg gegen Spanien. So wurde dem Kapitän Francis Drake ein Kaperbrief ausgestellt, der es ihm ermöglichte, spanische Schiffe die Gold und Silber aus den südamerikanischen Kolonien nach Spanien bringen sollten, anzugreifen und zu plündern. Auch andere Kapitäne wie Martin Frobisher oder John Hawkins agierten mit einem derartigen Kaperbrief ausgestattet gegen spanische Schiffe.

 

Francis Drake (Miniatur von Nicholas Hilliard, 1581)

Francis Drake (Miniatur von Nicholas Hilliard, 1581)

 

Als es zu den protestantischen Aufständen in den Niederlanden kam, gab es aus England zuerst nur geheime finanzielle Unterstützung. Erst nach und nach bekannte sich Elisabth zu dem Widerstand und unterstütze diesen auch offiziell, sehr zum Ärger des katholischen Königs von Spanien. So sandten die Engländer 1585 ein Expeditionsheer in die Niederlande unter der Führung des Earl of Leicester. Dies führte zwar militärisch gesehen zu keiner Wendung im Konflikt, die offenen Feindseligkeiten zwischen England und Spanien verstärken sich jedoch.

So verstärkte Francis Drake seine Überfälle in der Karibik. Zusammen mit Martin Frobisher überfiel er im Januar 1586 Santo Domingo, wenige Wochen später Cartagena de las Indias. Nachdem Gerüchte Drake erreichten, dass Spanien eine große Kriegsflotte gegen England ausrüsten würden, entschied er sich, direkt gegen Spanien vorzugehen und überfiel 1587 die Stadt Cádiz, die im Süden Spaniens liegt. Dabei plünderte er Lagerhäuser und versenkte duzende spanische Schiffe, was die Aufstellung der Armada einige Zeit hinauszögerte.

1588 konnte die Armada mit 24 Kriegsschiffen, 47 bewaffneten Handelsschiffen sowie Transportschiffe mit rund 20.000 Soldaten mit Verzögerung doch noch aufgestellt werden und setzte Segel in den Ärmelkanal. Aus Flandern kommend, sollten auf kleineren Schiffen rund 30.000 zusätzliche Soldaten unter dem Kommando von Herzog von Parma, sich mit der Armada vereinigen und eine Invasion in England durchführen. Auf dem Weg wurde die Flotte von Parma jedoch von den niederländischen Watergeuzen aufgehalten, sodass die Armada in Calais verblieb. Durch das ungeschützte ankern, nutzten die Engländer die Gelegenheit und trieben Brander (in Brand gesteckte Schiffe) auf die Armada zu. In Panik kappten die Kapitäne die Taue der Schiffe, sodass die Verteidigungslinie auseinander brach. Unter Lord Howard of Effingham eröffneten die englischen Schiffe das Feuer und konnten 4 spanische Schiffe versenken und weitere teils schwer beschädigen. Die geplante Invasion in England konnte so vereitelt werden und die Armada in die Nordsee verdrängt werden. Auf der Heimreise kam es dann zur Katastrophe, als rund 60 Schiffe und tausende von Soldaten in dem stürmischen Gewässer verloren gingen.

 

Schiffe der spanischen Armada laufen auf Riffe an der Küste von Cornwall auf

Schiffe der spanischen Armada laufen auf Riffe an der Küste von Cornwall auf

 

In den folgenden Jahren versuchten die Engländer immer wieder bei den Azoren die Silber Lieferungen nach Spanien abzufangen, was selten gelang. Trotz dessen brachte der Krieg Spanien an den Rand des Staatsbankrotts. Im Gegenzug versuchte Spanien durch die Unterstützung von Hugh O´Neill, dem Earl of Tyrone, in Irland den Aufstand gegen die Engländer voranzutreiben. So landeten 1601 spanische Soldaten an der Küste von Cork, wurden aber von den Engländern eingekesselt und mussten sich in Kinsale ergeben.

1598 verstarb der spanische König Philipp II. und sein Sohn und Nachfolger Philipp III. führte erste Verhandlungen für einen Frieden, der jedoch zunächst von den überhöhten Forderungen der Engländer abgebrochen wurde. Nach dem Tod Königin Elisabeth I. im Jahre 1603 bestieg Jakob I. den englischen Thron. Auch er war bemüht, den Krieg zu beenden und erließ im gleichen Jahr Antipirateriegesetze. Vom Mai bis August 1604 wurden dann im Somerset House on the Strand in London die Friedensverhandlungen durchgeführt. Am 28. August 1604 wurden der Vertrag dann unterzeichnet. Er beinhaltete unter anderem die Rückgabe geplünderter Güter mit einer Entschädigungszahlung, den Verzicht der Spanier zur Unterstützung der Gegenreformation in England sowie der Beendigung der Unterstützung der Engländer bei der Rebellion in den Niederlanden.

 

Unterzeichnung des Friedensvertrages 1604. Auf englischer Seite: Thomas Sackville, Charles Howard, Charles Blount, Henry Howard und Robert Cecil; auf spanischer Seite: Juan de Velasco, Juan de Tassis, Alessandro Robido, Charles de Ligne, Jean Richardot und Louis Verekyn.

Unterzeichnung des Friedensvertrages 1604. Auf englischer Seite: Thomas Sackville, Charles Howard, Charles Blount, Henry Howard und Robert Cecil; auf spanischer Seite: Juan de Velasco, Juan de Tassis, Alessandro Robido, Charles de Ligne, Jean Richardot und Louis Verekyn.

 

 

Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

Elisabeth I.

 Elisabeth I. Sondereinband – 2. Dezember 1982


Elisabeth I. Sondereinband – 2. Dezember 1982

Am 7. September 1533 wurde Anna im Lustschloß zu Greenwich zur maßlosen Enttäuschung des Königs Heinrich VIII. von einem Mädchen entbunden. An dem feierlichen Gottesdienst zur Taufe seiner Tochter, die nach seiner Mutter Elisabeth genannt wurde, nahm er nicht teil. In Spanien und im Reich sprach man von ihr, die eine der großen Herrscherinnen der Geschichte werden sollte, nur als von dem «Hurenbastard». Das Kind wurde seiner Mutter bald weggenommen und aus der ungesunden Luft Londons in den Palast von Hatfield gebracht. Dort und in den benachbarten Landhäusern von Hertfordshire verlebte Elisabeth den größten Teil ihrer ersten zehn Jahre. Sie war ein lebhaftes Geschöpf mit rotblonden Haaren, braunen Augen und sehr weißer Haut. Früh zeigte sie sich lernbegierig und nicht selten eigensinnig.

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Krone und Schafott: Maria Stuart und Elisabeth I. – Eine Doppelbiografie

 Krone und Schafott: Maria Stuart und Elisabeth I. - Eine Doppelbiografie Gebundene Ausgabe – 19. September 2008


Krone und Schafott: Maria Stuart und Elisabeth I. – Eine Doppelbiografie Gebundene Ausgabe – 19. September 2008

2008 jähren sich zwei bedeutende Ereignisse der europäischen Geschichte zum 450. Mal: 1558 heiratet Marie Stuart (15), gekrönte Königin der Schotten, in Paris den französischen Kronprinzen. In London besteigt Elizabeth Tudor (25) Englands Thron – den Frankreichs König für seine Schwiegertochter reklamiert. Elizabeth, als Kind zeitweise in Gefangenschaft und in ihrem Leben bedroht, ist für die katholische Welt Bastard und Ketzerin, für die Protestanten aber Hoffnungsträgerin, und das sichert ihre Herrschaft in England. Maries Legitimität und Rechtgläubigkeit stehen außer Frage, doch Frankreichs Krone verliert sie durch den frühen Tod ihres kindlichen Gemahls und die Schotten zu regieren ist ein mörderisches Vabanquespiel zwischen archaischen Clans, Alter Allianz und neuer Religion. Die miteinander verwobenen Lebensgeschichten der beiden Königinnen sind voller Dramatik und daher auch immer wieder Grundlage für Romane, Schauspiele und Filme gewesen. Die Rivalität zwischen den Cousinen Marie und Elizabeth entsteht dabei nicht aus persönlichen Gegensätzen, sondern ist durch überkommene familiäre Verstrickungen ererbt. Die eine Lebensgeschichte bedingt die andere, jede Änderung im Leben der einen Königin zwingt die andere zu einer Reaktion. Keine von beiden ist bereit, auch nur einen Jota von ihren angestammten Rechten aufzugeben. Die äußeren Verhältnisse zwingen sie als Königinnen in ein Duell, das nur durch den Tod einer der beiden enden kann.

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Die Reformatoren

 Die Reformatoren Taschenbuch – 1. Oktober 2002


Die Reformatoren Taschenbuch – 1. Oktober 2002

Jeder Reformator steht für eine Phase der rasanten Entwicklung zur Neuzeit. Martin Luther war der fulminante Auftakt der Reformation, Thomas Müntzer radikalisierte ihre soziale Botschaft, Huldrych Zwingli verankerte sie im städtischen Bürgertum, Philipp Melanchthon modernisierte die Bildung und Johannes Calvin schuf ihre individuelle Ethik. Ihre Lehren waren Ausdruck einer Endzeit, ihr Wirken legte das Fundament einer neuen Epoche. Was Martin Luther von sich behauptete, gilt auch für seine Mitstreiter: Sie warfen ein Feuer in die Welt, das sich rasend schnell verbreitete und schier den Tiber entbrannte.

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Francis Drake

 Francis Drake Gebundene Ausgabe – 1. Juli 2008


Francis Drake Gebundene Ausgabe – 1. Juli 2008

„Nichts ist verloren“, fuhr Drake ihn an. „Wir schießen die Spanier direkt in die Hölle, wo sie hingehören. Feuert, bis die Rohre glühen!“ Ungerührt stand er im Kugelhagel. Zufrieden sah er die Einschläge seiner Kanonenkugeln in die spanischen Schiffe, die Treffer auf der „Judith“ nahm der Kapitän weitgehend unbeeindruckt zur Kenntnis. Bisher hatten sie nicht allzu viel Schaden angerichtet … Ein spannender Roman um den legendären Sir Francis Drake, von Tavistock 1549 bis Puerte Bello 1596.

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