Der spanisch-amerikanische Krieg

Nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges entwickelte sich die USA in der Karibik und dem Pazifik zu einer militärischen und wirtschaftlichen Großmacht. Auch territorial dehnte sich das Land weiter aus. 1867 kaufte es von Russland für 7,2 Millionen Dollar die Region Alaska. Im gleichen Jahr annektierte die USA die Midway Insel im Pazifik und erhielten das Recht, einen Marinestützpunkt in Pearl Harbor auf Hawaii zu errichten. 1898 annektierte die USA die gesamte Inselgruppe Hawaii.

Im Gegenzug zu der US Erweiterung verlor Spanien immer mehr seines ehemaligen Territoriums in Nordamerika und im Pazifik. Ende des 19. Jahrhunderts beschränkten sich dessen Besitztümer nur noch auf Kuba, Puerto Rico, den Philippinen und Guam. Doch nach und nach machten sich auch in den letzten Kolonien Unabhängigkeitsbewegungen bemerkbar. So herrschte von 1868 bis 1878 auf Kuba der erste Unabhängigkeitskrieg, der jedoch niedergeschlagen werden konnte. 1895 begann der zweite Unabhängigkeitskrieg der nicht nur die spätere Unabhängigkeit zur Folge hatte sondern auch das militärische Eingreifen der USA und einem damit Verbundenen Krieg mit Spanien.

 

Der kubanische Unabhängigkeitskrieg:

Die kubanische Unzufriedenheit mit der spanischen Herrschaft begründeten sich auf die Beschränkungen die dem Handel Kubas auferlegt waren und der Inkompetenz der spanischen Regierung. So kam es, dass ab 1895 unter der Führung von José Marti der zweite Unabhängigkeitskrieg gegen die spanische Besatzung geführt wurde. Diese begann zunächst im Osten der Insel, doch bereits 1 Jahr später erreichte die Revolte die Außenbezirke der Hauptstadt Havannas.

Der spanische Gouverneur General Valeriano Weyler versuchte die Revolte von Rest der Bevölkerung zu trennen, indem er einige Städte zu Festungen ausbaute und die Bevölkerung dort internierte. Zwar waren diese befestigten Städte eigentlich als Zufluchtsorte für Getreue Spaniens gedacht, tatsächlich ähnelten die Städte Konzentrationslager in denen die Versorgung der dort lebenden Menschen völlig unzureichend war und somit innerhalb eines Jahres rund 300.000 Zivilisten an Hunger starben.

Dieses Sterben löste Seitens der in den USA lebenden kubanischen Immigranten Entsetzen aus und die Regierung wurde aufgefordert einzugreifen. Der US Regierung kam diese Gelegenheit nicht ungelegen, dachten doch viele Abgeordnete daran, durch ein Eingreifen in Kuba den Handel mit dem Land zu verstärken, mit Spanien die letzte Kolonialmacht aus Nordamerika zu vertreiben und den politischen Einflussbereich der USA auszuweiten.

Den letzten und ausschlaggebenden Grund für ein militärisches Handeln der USA sorgte der Verlust der USS Maine, die entgegen des Protestes der spanischen Regierung in den Hafen von Havanna einlief um die dort lebenden US Bürger zu schützen. Am 15. Februar 1898 explodierte das Schiff und sank im Hafenbecken, 266 Seeleute fanden dabei den Tod. Zwar konnte Spanien die Schuld für die Explosion nicht eindeutig bewiesen werden, trotzdem erklärte die USA Spanien am 21. April 1898 den Krieg.

Die USS Maine im Hafen von Havanna

Die USS Maine im Hafen von Havanna

 

 

Der Krieg im Pazifik:

Die erste Auseinandersetzung zwischen den USA und Spanien fanden in einem Seegefecht in den Philippinen statt. Der US Commodore George Dewey, dem das US Asiengeschwader unterstellt war und zu der Zeit in China ankerte, erhielt den Auftrag, die spanischen Schiffe in einem Hafen in den Philippinen anzugreifen. Mit 6 Kriegsschiffen und 3 Unterstützungsschiffen machte er sich auf den Weg und traf in der Nacht zum 30. April vor der Bucht von Manila ein. Die US Kriegsschiffe eröffneten das Feuer auf die dort ankernen spanischen Schiffe und konnten trotz Gegenwehr der Küstenbatterien 6 Schiffe zerstören. Das 7. und letzte Schiff der Spanier wurde von seinem Kapitän selbst versenkt damit es nicht in feindliche Hände fiel.

Anschließend konnten eine Armee aus US und philippinischen Soldaten die Insel erobern. Als am 13. August die Hauptstadt Manila eingenommen wurde, verweigerten die US Truppen ihren Verbündeten jedoch den Zugang, was nicht nur zu diplomatischen Spannungen, sondern auch in einen philippinisch-amerikanischen Krieg von 1899 bis 1913 endete.

Im Westpazifik wurde dem Kapitän Henry Glass des US Kreuzers USS Charlston der Befehl erteilt, die Insel Guam anzusteuern und diese zu erobern. Am 20. Juni traf das Kriegsschiff bei der Insel ein und eröffnete das Feuer auf das spanische Fort Santa Cruz. Der spanische Kommandeur war zu dieser Zeit nicht über den aktuellen Stand zwischen Spanien und den USA informiert gewesen und begab sich auf das US Kriegsschiff. Dort fragte er nach etwas Pulver um den Salut zu erwidern. Der Kapitän Glass klärte ihn über den Kriegszustand auf, lies ihn festnehmen und mit einer Eskorte zurück auf die Insel schicken um die Übergabe vorzubereiten. Am 21. Juni wurde die Insel offiziell übergeben und die dort stationierten 54 spanischen Soldaten entwaffnet.

 

Der Krieg in der Karibik:

Um die spanischen Soldaten von Kuba zu vertreiben und die Insel einzunehmen begannen die USA am 1. Juli mit der Landung von rund 15.000 Soldaten. Diese sollten mit der Unterstützung von rund 4.000 kubanischen Guerilla Kämpfern die Stadt Santiago de Cuba im Südosten einnehmen. Der Weg zu der Stadt war jedoch im Norden durch die spanischen Stellungen bei El Caney und San Juan Hill versperrt. Als die Angriffe begannen, konnten die spanischen Verteidiger bei El Caney mit 500 Mann rund 8.000 US Soldaten binden, die an der Hauptschlacht um San Juan Hill fehlten. Trotzdem gelang es der US Armee zunächst den Kettle Hill einzunehmen bevor Infanteristen die Stacheldrahtsperren zum San Juan Hill überwinden und die dortigen Stellungen einnehmen konnten.

Angriff der Rough Riders am San-Juan-Hügel

Angriff der Rough Riders am San-Juan-Hügel

 

Auf See konnten US Marineinfanteristen deutlich einfacher die Bucht von Guantánamo einnehmen und anschließend als Stützpunkt für ihre Schiffe nutzen. So blockierte die US Navy kurz darauf den Hafen von Santiago de Cuba und verhinderte so das Auslaufen des spanischen Hauptverbandes. Am 3. Juli versuchten es trotz der Blockade 6 spanische Schiffe diese zu durchbrechen, wurden aber von den US Kriegsschiffen zerstört.

Der spanische Kreuzer Cristóbal Colón, der im Juli 1898 bei Santiago de Cuba versenkt wurde

Der spanische Kreuzer Cristóbal Colón, der im Juli 1898 bei Santiago de Cuba versenkt wurde

 

Um die kubanische Hauptstadt San Juan einzunehmen, begannen bereits am 12. Mai 12 US Kriegsschiffe den Beschuss des Hafens mit anschließender Blockade. Im Juli konnten 3.300 Marineinfanteristen eine Landeoperation durchführen, womit ohne großen Widerstand die Stadt eingenommen werden konnte.

 

Mit dem Friedensvertrag am 12. August endeten die Kriegshandlungen zwischen Spanien und den USA. Bis 1902 blieb Kuba dem US Militär unterstellt, erst danach wurde die Insel unabhängig. Der Marine Stützpunkt in Guantánamo wurde von der US Navy gepachtet und ist bis heute unter der US Verwaltung.

Der französische Botschafter in den USA Jules Cambon unterzeichnet im Namen Spaniens am 1. Mai 1899 die Ratifikationserklärung des Vertrags

Der französische Botschafter in den USA Jules Cambon unterzeichnet im Namen Spaniens am 1. Mai 1899 die Ratifikationserklärung des Vertrags

 

 


Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

Der spanisch-amerikanische Krieg des Jahres 1898. Der Kolonialkrieg der USA auf den Philippinen

 Der spanisch-amerikanische Krieg des Jahres 1898. Der Kolonialkrieg der USA auf den Philippinen Taschenbuch – 30. Januar 2014


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Studienarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Geschichte – Weltgeschichte – Moderne Geschichte, Note: 1,0, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (Geschichte), Sprache: Deutsch, Abstract: Der Spanisch-Amerikanische Krieg (Splendid Little War) war eine militärische Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Königreich Spanien von April bis August 1898. Er endete mit der Besetzung Kubas, Puerto Ricos, Guams und der Philippinen durch die USA und für Spanien mit dem Verlust seiner letzten bedeutsamen Kolonien. Dieser Krieg steht unter anderem für den Anfang einer Politik der Vereinigten Staaten von Amerika, ihre Interessensgebiete über das nordamerikanische Festland hinaus auszuweiten. Dieser sog. Splendid Little War besiegelte das Ende der spanischen Kolonialherrschaft, wobei sich die Kampfhandlungen nicht nur auf die Anlandung von US-Truppen in Kuba und Puerto Rico beschränkten, sondern auch Marineoperationen gegen spanische Flottenstützpunkte im Pazifik umfassten, wobei am 1. Mai 1898 die spanische Flotte in der Bucht von Manila, der Hauptstadt der Philippinen, versenkt wurde. Das Königreich Spanien musste im Pariser Frieden vom Dezember 1898 sowohl Puerto Rico (inklusive der Spanischen Jungferninseln), Guam als auch die Philippinen an die Vereinigten Staaten von Amerika abtreten und erhielt dafür von den USA eine Entschädigungssumme von 20 Millionen US-Dollar. Kuba wurde, wie im sog. Teller-Amendment festgelegt, im Jahre 1902 formal unabhängig, blieb aber zunächst unter US-Militärverwaltung. Der Kolonialkrieg der USA auf den Philippinen kann als eine direkte Folge des Spanisch-Amerikanischen Krieges gesehen werden. Bereits seit dem Jahre 1896 war es durch die philippinische Unabhängigkeitsbewegung zur Erhebung gegen die spanischen Kolonialherrn gekommen, deren Gallionsfigur Emilio Aguinaldo war, der im Juni 1898 die Philippinen für unabhängig erklärte.

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Die Hearst-Presse und der Spanisch-Amerikanische Krieg 1898

 Die Hearst-Presse und der Spanisch-Amerikanische Krieg 1898 Taschenbuch – 20. November 2013


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Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Medien / Kommunikation – Medien und Politik, Pol. Kommunikation, Note: 1,0, Technische Universität Berlin (Fachbereich Medienwissenschaft), Veranstaltung: Medienpersoenlichkeiten im 20. Jh., 14 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Zusammenhang mit dem massiven Einsatz von Propaganda von nicht-staatlich gelenkten Medien ist der Name des Medienmoguls William Randolph Hearst und sein New York Journal nicht wegzudenken. Dies wird besonders am Beispiel des Spanisch-Amerikanischen Krieges von 1898 deutlich. Diese Arbeit verfolgt zwei Ziele. Einerseits wird versucht darzustellen, wie Gräueltaten“ der Spanier als Besatzungsmacht auf Kuba durch die Hearst-Presse in den Vereinigten Staaten von Amerika durch die Hearst-Presse an die Öffentlichkeit kamen. Dieser anfangs nicht wahrgenommenenwahrgenommene Konflikt wurde von der sich im Entwicklungs- und Experimentierstadium befindliche Boulevardpresse New York Citys zum Agenda-Setting im Auflagenkampf verwendet. Andererseits geht es um den Einfluss des Medienmoguls auf die Politik der Vereinigten Staaten, und damit auch um den Einfluss der Medien in der Frage von auf Krieg und Frieden. Im Jahr 2003 haben die USA wieder einen Krieg geführt. Entsprechende in den Krieg treibende Propaganda, – als seriöse Berichterstattung verkauft, – beeinflusst die Einstellungen der Amerikaneramerikanischen Öffentlichkeit, die der Politiker und damit die Politik der Vereinigten Staaten bis zum heutigen Tag.

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Theodore Roosevelt und das Männlichkeitsbild im spanisch-amerikanischen Krieg von 1898: Rough Riders und die Schlacht am San Juan

 Theodore Roosevelt und das Männlichkeitsbild im spanisch-amerikanischen Krieg von 1898: Rough Riders und die Schlacht am San Juan Taschenbuch – 4. März 2014


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Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Geschichte – Amerika, Note: 1,7, Universität Erfurt (Philosophische Fakultät – Historisches Seminar), Veranstaltung: Auf dem Weg zu einer neuen Ordnung: Die USA um 1900, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit ergründet ausgehend von der Person Theodore Roosevelts, dem späteren Präsidenten der Vereinigten Staaten und seiner, Rough Riders genannten, First Volunteer Cavalry in ihrer legendär gefochtenen Schlacht am San Juan Hügel, die Auffassung von Männlichkeit in jener Zeit. Dazu wird in drei Schritten vorgegangen. Der erste Teil wird sich einer historischen Grundlegung widmen, die erstens den Ablauf und die Bedeutung des Spanisch-Amerikanischen Krieges von 1898 beleuchtet und anschließend einen kleinen Überblick über das Leben von Theodore Roosevelt geben wird, dessen Spitzname Teddy als Symbol für die künstliche Projektion eines natürlichen animalischen Männlichkeitsideal steht. Darauf aufbauend wird der zweite Teil unter Verwendung von Briefen TRs, welche seine Sicht auf die Schlacht am San Juan Hügel und die darin involvierten Personen widergeben; die Perspektive auf die Männlichkeitsvorstellung der Epoche situativ und lokal begrenzt analysiert werden. Der konkludierende dritte Abschnitt wird die Analyse insbesondere auf die Person Theodore Roosevelt zuspitzen und dessen Männlichkeitsvorstellung für die US-Gesellschaft generell näher betrachten.

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