Der spanisch-niederländische Krieg (Achtzigjähriger Krieg)

Im 16. Jahrhundert umfasste das Gebiet der Niederlande nicht nur die Niederlande selbst, auch Belgien, Luxemburg und einen Teil Nordfrankreichs. Dieses Gebiet war zudem Teil des Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation welches vom spanischen Zweig der Habsburger regiert wurde. Ähnlich wie in Frankreich entwickelte sich auch in der Niederlande der Gedanke der reformierten Kirche, des Calvinismus. Diese Lehren gingen auf den französischen Reformators Johannes Calvin Mitte des 16. Jahrhunderts zurück.

Kurz vor dem dritten Hugenotten Krieg von 1568 bis 1570 fingen auch die Niederländer an sich gegen die spanische Herrschaft aufzulehnen. Der spanische König Philipp II. schickte daraufhin 1567 den spanischen Herzog von Alba mit einem Heer nach Brüssel um die Rebellion zu zerschlagen. Diese hatten sich um Wilhelm von Oranien versammelt, wurden jedoch von den Spaniern bald darauf zu Hunderten hingerichtet. Im April 1568 kam es zur ersten Schlacht zwischen dem Rebellenheer und dem spanischen Heer bei Rheindahlen, wo die Rebellen sich jedoch geschlagen zurück ziehen mussten. Die Unruhen im Land gingen jedoch weiter und zogen Gräueltaten des von Alba geführten Heeres nach sich. So wurden in Zutphen, Naarden und Haarlem Massaker an der Bevölkerung durchgeführt. Der Widerstand lies sich doch auch damit nicht brechen.

Mit dem Auftauschen der sogenannten „Watergeuzen“ (Wasserbettler), die zuvor in England religiöses Asyl gesucht von Königin Elisabeth I. 1568 aber wieder vertrieben wurden, mussten die Spanier weitere Niederlagen auf See einstecken, als diese Geuzen mit ihren Schiffen die der Spanier Angriffen und schwere Verluste zufügten wie 1607 beim Angriff bei Gibraltar.

1573 wurde Herzog von Alba nach Spanien zurückbeordert, seine Nachfolge trat Luis de Requesens an. Bis zu seinem Tod 1576 kam es zu keinen nennenswerten militärischen Zügen, als jedoch der Sold der spanischen Soldaten ausblieb, wüteten diese 3 Tage lang in Antwerpen und töteten dabei an die 8.000 Menschen.

Im November 1576 schlossen sich die nördlichen und südlichen Provinzen der Niederlande zu der Genter Pazifikation zusammen, was von Spanien 1577 abgesegnet wurde. Als die Silberminen der Spanier aus den Südamerikanischen Kolonien genug Silber ins Land brachten, wurden unter der Führung des zum Statthalter ernannten Herzog von Parma aus den südlichen Provinzen die Union von Arras gebildet, die loyal zu Spanien und feindselig zu den calvinistischen nördlichen Provinzen stand, die sich selbst in der Union von Utrecht zusammenfanden. Zwar führte Parma sein Heer in einem neuen Feldzug Richtung Norden, Spanien musste während des Krieges mit England 1588 einen schweren Rückschlag einstecken, als seine Armada (Kriegsflotte) im Ärmelkanal gegen die englische Marine verlor und somit auch keine Verstärkung in die Niederlande schicken konnte.

Die Rebellen mussten 1584 den Verlust ihres Anführers Wilhelm von Oranien nach einem Mord verkraften. Dessen Nachfolge trat sein Sohn Moritz an. Dieser begann zuerst mit der Umstrukturierung und Reformierung seines Rebellenheeres in eine schlagkräftige Armee und machte durch seine Guerillataktik es den spanischem Heer recht schwer. Bis zum Jahrhundertwechsel musste er sich in nur 2 offenen Schlachten dem Feind stellen. Im Jahre 1600 überzeugte er in der Schlacht bei Nieuwpoort in der Nähe von Dünkirchen indem er den Spaniern eine empfindliche Niederlage beibrachte. 1609 wurden dann ein 12 jähriger Waffenstillstand zwischen den Konfliktparteien ausgehandelt.

 

Die Schlacht bei Gibraltar in einer Darstellung von Hendrick Cornelisz. Vroom

Die Schlacht bei Gibraltar in einer Darstellung von Hendrick Cornelisz. Vroom

 

1621 flammte der Konflikt erneut wieder auf und der italienische General Ambrogio Spinola, der auf der Seite Spaniens kämpfte, führte weitere Feldzüge gegen die nördlichen Provinzen. Während der Belagerung der Stadt Brade verstarb zudem der Rebellenanführer Moritz, sein Halbbruder Friedrich Heinrich musste nun den Aufstand weiterführen.

Aufgrund der sich abzeichnenden Siege auf See und der durch den Krieg mit England geschwächten spanischen Flotte, konnte auf Dauer die Versorgung des spanischen Heeres in den Niederlanden nicht mehr sichergestellt werden. Als 1639 die spanische Flotte mit der Verstärkung versenkt wurde, war abzusehen, dass Spanien den Konflikt nicht mehr gewinnen konnte. 1647 verstarb Friedrich Heinrich und gegen den Willen seines Sohnes Wilhelm II. wurden Verhandlungen für einen Frieden geführt. Diese endeten 1648 im Westfälischen Frieden, der nicht nur den 80 jährigen sondern auch den 30 jährigen Krieg beendete und die internationale Anerkennung der Republik der Vereinigten Niederlande brachte. 

 

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