Der zweite amerikanische Unabhängigkeitskrieg

Nach der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika, erklärte das Land seine politische und militärische Neutralität für die Konflikte auf dem europäischen Festland. Besonders Frankreich war über diese Entscheidung enttäuscht, da das Land mit England im Krieg stand und auf eine Gegenleistung der Amerikaner für deren Hilfe beim Unabhängigkeitskrieg forderten.

Diese Spannungen zwischen Frankreich und den USA gipfelte sogar in einem inoffiziellen Seekrieg zwischen 1798 und 1800 bei dem Kriegsschiffe und Handelsschiffe angegriffen wurden.

Erst mit der Handelsblockade amerikanischer Güter nach Frankreich und der Zwangsrekrutierung von US Seeleuten für die Royal Navy steuerten England und die USA erneut auf einen Krieg zu.

 

Der Beginn des Krieges:

Die Kriegserklärung der USA an England erfolgte am 18. Juni 1812. Der amtierende Präsident James Madison folgte damit den Forderungen seiner Förderer, den sogenannten „Falken“, die eine Expansion befürworteten um das amerikanische Gebiet deutlich nach Westen und nach Norden auf kanadisches Gebiet auszuweiten.

Zu diesem Zeitpunkt verfügte die USA allerdings nur über ein kleines stehendes Heer, da nach der Unabhängigkeit mehr Wert auf die einzelnen Milizen der einzelnen Bundesstaaten als auf eine gemeinsame Armee gelegt wurde. Zudem setzte Madison darauf, dass die britischen Streitkräfte in Kanada durch den andauernden Krieg mit Frankreich an anderer Stelle gebunden seien und die eigenen Soldaten für eine Besetzung ausreichen.

Der Feldzug gegen Kanada erfolgte im August 1812, konnte jedoch durch die britischen Soldaten zusammen mit den kanadischen Milizen und den einheimischen Indianern abgewehrt werden. Durch diese Niederlagen verlagerte sich nun die Strategie mehr auf die Seekriegsführung. Zwar war die junge US Navy mit 17 Schiffen denen der Royal Navy mit Rund 700 Schiffen hoffnungslos unterlegen, doch die schwer bewaffneten Kriegsschiffe der Amerikaner erzielten mit ihren Überfällen dennoch Erfolge, da sie zum einen den offenen Kampf vermieden und die britischen Schiffe zum größten Teil mit der Blockade der französischen Häfen beschäftigt waren. Der für den Krieg wichtigste Sieg mit Schiffen wurde allerdings auf dem Eriesee erzielt. Ein kleines, vor Ort zusammen gebautes Geschwader unter der Führung von Oliver Perry, konnte die Briten schlagen und am 10. September 1813 die Kontrolle über den See erringen. Somit konnte Detroit zurückerobert und die Kontrolle über Ohio gesichert werden. Bei der Vertreibung der Besatzungtruppen aus Detroit wurde auch der auf der Seite der Briten kämpfende Führer der Shawnee Indianer Tecumsehs getötet.

Im Sommer 1814 erfolgte die zweite Invasion Kanadas unter der Führung von General Winfield Scott. Bei Chippewa konnte er zum ersten mal die Briten schlagen, im Juli 1814 erfolgte der zweite Zusammenstoß bei Lundy´s Lane, wo der General schwer verwundet wurde und der Feldzug endete.

Im Süden der USA mussten sich die Truppen gegen die erneut revoltierenden Indianer zur Wehr setzen. Unter der Führung von Oberst Andrew Jackson kämpften die US Soldaten gegen Anhänger des Creek Stammes. Mit seiner Miliz besiegte er im März bei Horseshoe Bend den Stamm und lies die Indianer zum größten Teil brutal massakrieren.

 

Die Wendung des Krieges:

Im April 1814 wurde Napoleon in Frankreich abgesetzt und die nun freiwerdenden britischen Truppen und Kriegsschiffe konnten in dem Konflikt mit den USA eingesetzt werden. So kam es, dass die Royal Navy schnell wieder die absolute Kontrolle über die Ostküste der USA errang und dabei auch die Fregatten USS Chesapeake und Essex Aufbringen konnte. Zudem wurden nun die Häfen der USA blockiert, was sich entscheidend auf die Wirtschaft ausübte.

Im August 1814 entscheiden sich die Briten, mit den aus Europa ankommenden Truppen die US Hauptstadt Washington D.C. anzugreifen. Unter der Führung von General Robert Ross gelang es den Briten die in Washington stationierten Milizen schnell zu vertreiben und die Stadt einzunehmen. Anschließend wurden Teile der öffentlichen Gebäude in Brand gesetzt.

Im September konzentrierten sich die Briten auf die Stadt Baltimore, konnten das dort aufgebaute Fort McHenry trotz Beschuss von See her nicht einnehmen und brachen die Belagerung ab. Auch eine Invasion von Kanada aus um den Staat New York zu erobern, scheiterte an dem erbitterten Widerstand der Amerikaner. Lediglich Maine konnten die Briten einnehmen.

Ende 1814 waren beide Streitkräfte soweit erschöpft, dass sich jeder nur noch in eine günstige Position für die anlaufenden Friedensverhandlungen in Genf setzen wollte. Dieser Vertrag wurde am 24. Dezember 1814 unterzeichnet und beendete den Konflikt.

 

Nachwirkungen:

Einen Gewinner gab es in diesem Konflikt nicht. Die Briten mussten alle eroberten Städte wieder an die USA abgeben, diese gewannen einzig die Stadt Mobile hinzu, die sie von Spanien bekamen, obwohl das Land an dem Konflikt nicht beteiligt gewesen war.

Weiter wurde nach dem Krieg die Unterwerfung der Indianer vorangetrieben. In dem Seminolenkrieg von 1817 bis 1818 führte General Andrew Jackson einige Feldzüge gegen entlaufende Sklaven und Indianer in Florida, welches 1819 von Spanien an die USA abgetreten wurde. Als Jackson 1830 Präsident der USA war, wurde unter ihm der Indian Removal Act erlassen, der die Vertreibung der Indianer aus ihren Stammesgebieten legalisierte und sie in Reservate einpferchte.

 

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