Die Ausdehnung Russlands unter Katharina der Großen

Bereits vor der Regierungszeit Katharinas war Russland in mehrere Kriege verwickelt unter anderem in dem nordischen Krieg und dem österreichischen Erbfolgekrieg. Unter Peter dem Großen (1682 – 1725) wurde aus der ehemaligen rückständigen russischen Armee eine schlagkräftige und moderne Streitkraft. Dies machte sich Katharina in ihrer Regierungszeit zu Nutze und vergrößerte ihr Land um eine beachtliche Fläche.

 

Der russisch-polnische Krieg:

Ab 1768 begannen in Polen, mit französischer Unterstützung, Adelige unter der Führung von Stanislaw August Poniatowski als Konföderation sich der russischen Vorherrschaft über ihr Land zu wiedersetzen. Die Revolution konnte sich allerdings nicht dauerhaft durchsetzen, da die Absetzung des amtierenden polnischen Königs nicht gelang und die russischen Streitkräfte unter dem Befehl von General Alexander Suworow die konföderierten Soldaten auf Dauer zermürbten.

1772 konnte Polen zum größten Teil wieder befriedet werden, die Rebellen waren entweder tot oder verbannt. Russland teilte daraufhin zusammen mit Preußen und Österreich einige Gebiete Polens unter sich auf, es blieb lediglich ein Rumpfstaat übrig.

1792 und 1794 wurden zwei weitere Feldzüge gegen Polen geführt, wo erneut eine Rebellion aufflammte. Nach den Eroberungen wurde der Rest Polens erneut unter den drei Großmächten aufgeteilt und der Staat Polen hatte vorerst aufgehört zu existieren.

 

Die Teilung Polens im 18. Jahrhundert

Die Teilung Polens im 18. Jahrhundert

 

Der russisch-türkische Krieg:

Mitte des 18. Jahrhunderts befand sich das osmanische Reich bereits im Niedergang. Die Herrscher hatten es versäumt, das ehemalige gewaltige Reich der neuen Zeit anzupassen und besonders seine Streitkräfte zu modernisieren.

Trotzdem sah sich der osmanische Sultan Mustafa III. nach dem Beginn der polnischen Rebellion 1768 ermutigt, Russland den Krieg zu erklären. Auf russischer Seite führte Graf Alexei Orlow die Streitkräfte an. Den ersten Sieg konnte er mit zwei Geschwadern im Mittelmeer verbuchen, als diese im Juli 1770 in der Bucht von Cesme vor der Insel Chios eine ganze osmanische Flotte vernichteten. Ein Versuch Griechenland auf die russische Seite zum Kriegseintritt zu bewegen, blieb zu der Zeit jedoch verwährt.

An Land führte der russische General Graf Pjotr Rumjanzew seine Truppen gegen die Osmanen und deren tatarischen Verbündeten. Am Fluss Larga und bei Kagul konnte er große Siege erringen und die Osmanen zurückdrängen. Anschließend wurden keine großen Offensiven mehr geführt. Dies änderte sich erst 1774, als aus Polen der General Alexander Suworow zu der russischen Armee stieß und mit ihr weite Teile Bulgariens eroberte. Nach diesen Verluste sah sich das osmanische Reich gezwungen, dem Frieden von Kütschük Kainardschi einzuwilligen und Russland Häfen am schwarzen Meer sowie die freie Durchfahrt zum Mittelmeer zusicherte.

Nach dem Friedensschluss endeten jedoch Katharinas Eroberungspläne nicht. Mit ihrem Geliebten Fürst Potjomkin schmiedete sie weitere Feldzüge die 9 Jahre später umgesetzt wurden. 1783 wurde Khanat annektiert sowie im Kaukasus ein Protektorat über Georgien errichtet. Weiter verbündete sich Russland mit Österreich um die endgültige Zerschlagung des osmanischen Reiches einzuleiten. Nach diesem Bündnis sah sich der neue Sultan Abdülhamid I. gezwungen, 1787 Russland erneut den Krieg zu erklären.

Erneut führte General Alexander Suworow die russischen Truppen und eroberte 1788 die osmanische Festung Otschakiw nach 6 monatiger Belagerung durch Fürst Potjomkin. 1789 wurde ein osmanisches Heer bei Focsani geschlagen, 1790 fiel die Festung Ismail, die das Donaudelta beherrschte. Mit dem Sieg über Ismail war das osmanische Reich militärisch geschlagen und beendete 1792 den Krieg mit Russland.

 

Der russisch-schwedische Krieg:

Als 1787 das osmanische Reich zum zweiten Mal Russland den Krieg erklärte, sah sich der schwedische König Gustav III. in der Lage, die Schmach aus dem nordischen Krieg rückgängig zu machen und wieder Schweden seine Vormachtstellung im Ostseeraum zurückzugeben.

Es folgten schwere Kämpfe zwischen den russischen und schwedischen Kriegsschiffen, die mit einer russischen Niederlage im Svensksund endeten. Zwar konnte Schweden Russland auf dem Wasser besiegen, eine Landung von Truppen um St. Petersburg zu erobern misslang jedoch. So wurde 1790 ein Kompromissfrieden zwischen beiden Ländern geschlossen.

 

Karte Russlands vom 14. bis 20. Jahrhunderts

Karte Russlands vom 14. bis 20. Jahrhunderts

 

Das Ende der russischen Eroberungskriege:

Mit dem Tod Katharina der Großen endeten die russischen Bestrebungen um eine territoriale Ausdehnung. In der Regierungszeit Katharinas konnte das Land sein Gebiet allerdings um rund 518.000 Quadratkilometer vergrößern, was der ungefähren Größe Frankreichs entspricht. Außerdem konnte sich Russland den wichtigen Zugang zum schwarzen und zum Mittelmeer sichern.

 

 


Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

Vom Zarenadler zum Roten Stern – Die Geschichte der russischen sowjetischen Marine

Vom Zarenadler zum Roten Stern - Die Geschichte der russischen sowjetischen Marine Gebundene Ausgabe – 1985

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Katharina die Große: Biographie

Katharina die Große: Biographie Taschenbuch – 1. November 2006

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Russische Geschichte: Von den Anfängen bis zur Gegenwart (Kröners Taschenausgaben (KTA))

Russische Geschichte: Von den Anfängen bis zur Gegenwart (Kröners Taschenausgaben (KTA)) Gebundene Ausgabe – 1. September 2009

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Diese verlässliche und äußerst anschaulich geschriebene Darstellung rekapituliert die ereignisreiche russische Geschichte, die seit dem Zerfall der Sowjetunion und den Entwicklungen im Russland der letzten Jahre sehr an Aktualität gewonnen hat. Für die nun vorliegende 7. Auflage hat Manfred Alexander den gesamten Text gründlich überarbeitet, auf den neuesten Stand der Forschung gebracht und bis in die Ära Putin hinein fortgeschrieben. Zahlreiche Zeittafeln wurden in den Text integriert, die den Leser jeweils schon einleitend über die Ereignisse und ihre Protagonisten orientieren und auch die Anzahl der Karten wurde erhöht, um die Verortung der Geschichte zu erleichtern. Ein ausführlicher Apparat mit Stammtafeln, einer umfassenden Zeittafel, einem Literaturverzeichnis, Register und Glossar komplettieren dieses Standardwerk.

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