Die Italienkriege (Renaissance Kriege)

Im 15. Jahrhundert war Italien in unzählige kleine Stadtstaaten, ähnlich wie im antiken Griechenland, aufgeteilt und untereinander zerstritten.

Spanien hatte  1492 Ihre Reconquista beendet, die Muslime waren von der spanischen Halbinsel vertrieben und Frankreich hatte den 100-jährigen Krieg gegen England gewonnen. Nun waren die Herrscher der europäischen Großstaaten auf der Suche nach neuen Möglichkeiten für sich Ruhm zu ernten. Hierbei hatte der französische König Karl VIII. schnell einen Blick auf das italienische Neapel geworfen und wollte seinen Anspruch auf die Krone zur Not auch militärisch durchsetzen. Der Tod Ferrante I. von Neapel im Jahre 1494 kam ihm dabei sehr gelegen. Mit Unterstützung des mailändischen Herzoges Ludovico Sforza, dessen Anspruch auf sein Herzogtum Ferrantes Sohn und Erbe Alfonso II. bestritt, marschierte Karl mit einer 25.000 Mann starken Streitmacht in Italien ein und bahnte sich seinen Weg Richtung Süden auf Neapel zu. Die kleinen Armeen der „Kriegsdienstleister“, die für die jeweiligen Stadtstaat Halter kämpften, stellten kaum einen ernsten Widerstand dem gut ausgebildeten Heer von Karl entgegen. So kam es, dass Karl im Februar 1495 bereits die Krone von Neapel trug.

 

Die politische und territoriale Situation in Italien um 1494

Die politische und territoriale Situation in Italien um 1494

 

Nachdem dem mailändischem Herzog Ludovico Sforza bewusst wurde, dass Karl mit dem Herzogtum Mailand eigene Pläne hat, wechselte er die Seite und bat Papst Alexander VI. um Unterstützung zur Bildung einer Allianz und die Vertreibung der französischen Besatzung von Karl aus Italien. Die Allianz stellte anschließend ein Heer auf und trat Karl entgegen. Bei Fornovo, 30km südwestlich von Parma, trafen die Heere aufeinander und Karl erlitt eine schwere Niederlage. Geschlagen musste er sich nach Frankreich zurückziehen und Neapel aufgeben. Am 7. April 1498 starb er durch einen Unfall auf Schloss Amboise.

Als Karls Nachfolger versuchte auch Ludwig XII. seine Ansprüche militärisch durchzusetzen und fiel 1499 in die Lombardei ein und konnte das Herzogtum Mailand erobern. Er setzte Herzog Ludovico ab und lies sein Heer weiter Richtung Süden marschieren. Mit dem spanischen König Ferdinand I. vereinbarte er eine Teilung Neapels um so das Gebiet einnehmen zu können. Die Vereinbarung hielt jedoch nicht lange und Ludwig sah sich bereits wenige Jahre später im Krieg mit Spanien. Im April 1503 kam es dann zu einer entscheidenden Schlacht mit dem spanischen Befehlshaber Gonzalo Fernández de Córdaba in dessem Verlauf Ludwigs Heer vernichtet wurde. Spanien besetzte daraufhin Neapel, wobei das Gebiet nach dem Vertrag von Blois vom 12. Oktober 1505 seine Unabhängigkeit an Spanien verlor.

Am 10. Dezember 1508 schlossen sich die Herrscher Papst Julius II., Maximilian I., König Ludwig XII., Heinrich VII. von England und Ferdinand I. von Neapel zur Liga von Cambrai zusammen um nun gegen die Republik Venedig in den Krieg zu ziehen und sich dessen Gebiete einzuverleiben. 1511 schlossen sich Papst Julius II., Maximilian I., Ferdinand I., dessen Schwiegersohn Heinrich VIII. von England, Venedig und die Schweizer zu der Heiligen Liga im Kampf gegen Frankreich zusammen und konnten diese aus Mailand vertreiben. Im März 1513 verbündete sich Venedig mit Frankreich. Sie mussten jedoch am 6. Juni 1513 gegen die Schweizer in der Schlacht bei Novara eine Niederlage einstecken und konnten nicht verhindern, dass die Familie Sforza wieder als Herzöge in Mailand eingesetzt wurden. Am 7. Oktober 1513 wurden die Venezianer in der Schlacht von La Motta von den Spaniern geschlagen, am 13./14. September 1515 konnten die Franzosen wiederum die Schweizer bei Marignano besiegen und wieder Mailand erobern.

 

Die politische und territoriale Situation in Italien zwischen 1494 bis 1535

Die politische und territoriale Situation in Italien zwischen 1494 bis 1535

 

In den folgenden Jahrzehnten war Italien ein Schauplatz wechselnder Bündnisse und territorialer Eroberungen zwischen den Ländern Frankreich, Spanien, der Schweiz und England. Zwischen diesen großen Staaten wechselten auch die italienischen Stadtstaaten ständig ihre Bündnispartner. Erst mit dem Frieden von Cateau-Cambrésis konnte der Konflikt endgültig beigelegt werden. In diesem Friedensvertrag verzichtete der französische König auf alle Ansprüche in Italien, behielt aber weiterhin die 1552 besetzten Bistümer von Metz, Toul und Verdun. Philipp II. von Spanien konnte seine Gebiete in Italien behalten und bekam von Frankreich noch einige eroberte Gebiete zurück. Frankreich war mit dem Friedensvertrag bestrebt, sich Außenpolitisch abzusichern um sich voll und ganz den inneren Unruhen widmen zu können.

 

 

Bildquellen:
– „Italy 1494 de“ von Italy_1494.svg: User:Shadowxfox; derivative work: User:Enokderivative work: Furfur – Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet  Italy 1494.svg:. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0
– „Italia. Cambiamenti territoriali (1495-1535)“ von -kayac- – http://it.wikipedia.org/wiki/File:Guerre_d’Italia.png. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0

 

 

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Kampf um Vorherrschaft: Eine deutsche Geschichte Europas 1453 bis heute

 Kampf um Vorherrschaft: Eine deutsche Geschichte Europas 1453 bis heute Gebundene Ausgabe – 15. September 2014


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