Die spanischen Eroberungen Südamerikas

1492 entdeckte Christoph Kolumbus eine neue Welt auf der Suche nach einer Handelsroute nach Indien. Überwältigt und fasziniert von dem Unbekannten schlug die friedliche Kolonisierung bald in Ausbeutung, Unterdrückung und Vernichtung um. Besonders die südamerikanischen Ureinwohner, dessen Ureinwohner große Reiche wie die der Inkas oder Mayas erschufen, mussten unter den spanischen Eroberungen leiden und wurden fast vollständig ausgelöscht.

 

Die Eroberungen begannen in Mittellatein Amerika im Jahre 1519 als der spanische Konquistadore (Abenteurer) Cortés das damalige Aztekenreich betrat. Durch eine alte Prophezeiung waren die Azteken der Auffassung, dass ihr gefiederter Schlangengott Quetzalcóatl über den östlichen Ozean zu ihnen kommen und die Vernichtung der Azteken herbei führen würde.  Diese Prophezeiung machte sich Cortés zu nutze und verbreitete den Mythos, dass  er selbst dieser Schlangengott sei mit dem gewünschten Effekt, dass Volk einzuschüchtern.

Hernán Cortés (1485-1547)

Hernán Cortés (1485-1547)

Weiter säte er die ohnehin vorhandenen Feindschaften der unterschiedlichen Völker um sich mit seiner Nahua Geliebten mit den Tlaxcalteken zu verbünden, die sich von dem Aztekenreich bedroht fühlten. Auf deren Drängen hin tötete Cortés mit seinen Männern in Cholula über 3000 Männer der Azteken. Der Effekt war eine völlige Verängstigung der Einwohner, die zuvor auch noch nie mit solchen  modernen Waffen wie die der Spanier zu tun hatten. So kam es, dass Cortés gewaltlos in die Aztekenhauptstadt Tenochtitlán einziehen konnte. Er nahm den dortigen Herrscher Montezuma II. gefangen und setzte ihn als seine Marionette ein um 6 Monate über das Aztekenreich selber herrschen zu können.

Ausdehnung des aztekischen Herrschaftsgebietes zu Anfang des 16. Jahrhunderts

Ausdehnung des aztekischen Herrschaftsgebietes zu Anfang des 16. Jahrhunderts

 

Aufgeschreckt durch das Gerücht eines Aufstandes, lies Cortés unzählige aztekische Adlige töten, woraufhin der tatsächliche Aufstand ausbrach und sich die spanischen Soldaten den Weg aus der Stadt kämpfen mussten. Mit den überlebenden 200 Männern und seinen Verbündeten belagerte Cortés anschließend die Stadt wieder. Da in der Zwischenzeit die Pocken unter der Bevölkerung ausgebrochen war und die Ureinwohner bis zum Eintreffen der Spanier noch keinen Kontakt mit dieser Krankheit hatten, verstarben alleine in Tenochtitlán rund 40% der Menschen. So fiel die Stadt am 13. August 1521 erneut in spanische Hände.

 

Ab dem Jahre 1531 begannen in Südamerika die Eroberungen auf dem damaligen Gebiet der Inkas. War der Feldzug von Cortés aufgrund seiner geringen Anzahl an Soldaten durch seine Kühnheit und Skrupellosigkeit schon erstaunlich, gelang dem Konquistadore Francisco Pizarro mit 128 Soldaten ein noch größerer Erfolg.

Francisco Pizarro (um 1476-1541)

Francisco Pizarro (um 1476-1541)

Bedingt durch den Bürgerkrieg des Inkas Herrschers Atahualpa gegen seinen Halbbruder, was das Inkareich soweit geschwächt, dass sich dessen Herrscher nicht um die spanischen „Banditen und Diebe“ kümmern konnte bzw. wollte. So marschierte Pizarro weit nach Süden ins Innere des Reiches wo er erst bei Cajamarco in Nordperu auf die Inkasoldaten traf. Die Spanier schickten zuerst einen Priester vor um Atahualpa zu predigen und ihm von dem christlichen Auftrag der Konquistadore zu überzeugen. Als dies misslang, sahen sich die Spanier in ihrer Ansicht der heidnischen Inkas bestätigt und griffen an. Durch den Vorteil ihrer modernen Waffen und dessen Schockwirkung auf die Inkas, gelang es innerhalb kurzer Zeit an die 7000 Inkas zu töten und Atahualpa gefangen zu nehmen. Dieser sollte für die Zahlung einer hohen Lösegeldsumme wieder frei kommen, wurde am Ende dennoch ermodert. An dessen Stelle wurde Manco Capac als Herrscher über die Inkas eingesetzt, der sich jedoch bald schon in die Berge zurück zog und einen Aufstand gegen die Spanier anführte.

Der Eroberungszug der Spanier nach Peru

Der Eroberungszug der Spanier nach Peru

 

1536 wurde der letzte Rest des Widerstandes besiegt und die Spanier festigten ihre Stellung in Südamerika und begannen mit der völligen Ausbeutung der Länder nach Gold und Silber.

 

Interessant zu wissen:
1. Unschätzbare Mengen an Gold wurden von Südamerika nach Spanien gebracht und machten das Land für die kommenden Jahrhunderte zu einem der reichsten Europas. Alleine 7000 Tonnen reinstes Silber wurden zwischen 1556 und 1783 nach Spanien gebracht.
2. Zwar waren die spanischen Soldaten durch ihre Vorderladergewehre und Kanonen den Ureinwohner militärisch völlig überlegen, die meisten Toten brachten jedoch die eingeschleppten Krankheiten wie Pocken. Alleine nur an den Krankheiten verstarben in den ersten 50 Jahren der Eroberung knappe 90% der Bevölkerung.

 

 

Bildquellen:
„Mexica Extent de“ von HJPD – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

 

 

Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

Auf den Spuren der Eroberer von Mexiko

 Auf den Spuren der Eroberer von Mexiko Gebundene Ausgabe – 15. Januar 2008


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Ein faszinierendes und objektives Buch über den Zusammenstoß zweier völlig verschiedener Kulturen. Der Autor erklärt sowohl die europäischen Zusammenhänge, welche die spanische Krone zum Abenteuer Mexiko bewogen haben, als auch die Entstehung der aztekischen Hochkultur aus einem primitiven Nomadenvolk, welches die Kulturen anderer mittelamerikanischer Zivilisationen in sich aufnahm und verfeinerte. Eine beeindruckende Schilderung indianischer Baukunst und detaillierte Erläuterung spanischer und indianischer Rüstung und Bewaffnung sowie eine Charakterstudie der Haupt-Protagonisten vervollständigt dieses gelungene Werk des Historikers Miguel Gomez. Der Autor verschweigt aber auch nicht die Grausamkeiten, welche von beiden Völkern begangen wurden.

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Cortes, Hernando

 Cortes, Hernando Broschiert – 3. Januar 1994


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Hernando Cortés ging in die Geschichte ein als der Eroberer Mexikos. Um dieses Ereignis ranken sich bis heute viele Legenden. Wie war es möglich, daß 500 spanische Soldaten ein mächtiges Reich unterwarfen? Mit einer geschickten Mischung aus taktischem Paktieren und offener Gewalt brach Cortés den Widerstand der Azteken. Wie kaum ein anderer seiner Zeit verkörperte er die „Eroberermentalität“: Bewunderung für eine fremde Kultur und die Zerstörung dieser Kultur paßten scheinbar widerspruchslos zusammen.

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Die Konquistadoren

 Die Konquistadoren Broschiert – 17. Juli 2008


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Europa am Anfang des 16. Jahrhunderts: Kolumbus war nach Spanien zurückgekehrt und berichtete von einer neuen Welt jenseits des Atlantik. Völlig abgeschirmt blühten auf dem südamerikanischen Kontinent die Hochkulturen der Inkas und Azteken. Ihre Herrscher erwarteten die Rückkehr des weißen Gottes – und er kam. Mit Feuer und Schwert fegte er ihre Reiche in einem rasenden Gold- und Blutrausch hinweg. Die spanische Eroberung ist eines der dramatischsten und tragischsten Kapitel der Weltgeschichte. Mit Zähigkeit, List und Brutalität eroberten die Konquistadoren die Neue Welt: Hernando Cortés, der auf der Suche nach Gold, Ruhm und Abenteuer nach Mexiko vordrang und die Zivilisation der Azteken in einem Krieg der Welten auslöschte. Francisco Pizarro, der in den Anden das Reich der Inkas unterwarf und all seiner Schätze beraubte. Francisco Orellana, der sich in die grüne Hölle Amazoniens wagte und 3.600 Kilometer auf dem größten Fluss der Erde zurücklegte. Und schließlich Cabeza de Vaca, ein ganz anderer Held, der sich auf einer unglaublichen Odyssee durch Mittelamerika schlug.

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Die Eroberung einer neuen Welt: Präkolumbische Kulturen, europäische Eroberungen, Kolonialherrschaft in Amerika

 Die Eroberung einer neuen Welt: Präkolumbische Kulturen, europäische Eroberungen, Kolonialherrschaft in Amerika Taschenbuch – 16. August 2005


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Es gibt kaum Materialsammlungen in deutscher Sprache, die geeignet sind, Schülerinnen und Schülern bzw. Studierenden in den unteren Semestern in komprimierter Form ein quellengestütztes Wissen zur Geschichte Lateinamerikas zu vermitteln. Hier möchte der vorliegende Quellenband zur Geschichte Lateinamerikas zwischen 1400 und 1800 Abhilfe schaffen. Zu diesem Zweck stellt er bisher nur verstreut greifbare „Klassiker“ von Textquellen aus der Zeit der europäischen Expansion sowie der Kolonialgeschichte Lateinamerikas zusammen, ergänzt um weniger bekannte Materialien. Der Band berücksichtigt zudem Bildquellen sowie statistisches Material und Karten. Den Quellen sind Einführungen beigegeben. Diese wurden absichtlich kurz gehalten, um das entdeckende Lernen zu fördern

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