Dienstgrade der deutschen Wehrmachtverwaltung

Wehrmachtbeamte trugen farblich leicht abgeänderte Wehrmachtsuniformen, hier gab es eine ähnlich gegliederte Rangfolge. Die Uniformtuchunterlagen waren dunkelgrün. Im Laufe des Krieges kamen noch die sogenannten Sonderführer dazu. Dies waren Zivilisten, die für eine besondere Aufgabe (z. B. Dolmetschen) als Offiziere (im Range eines Leutnants, eines Hauptmanns oder Majors) in die Wehrmacht eingegliedert wurden. Ihre Schulterstücke waren fast die gleichen wie die der entsprechenden Offiziere, sie trugen aber geänderte, nicht vorgestoßene Kragenspiegel.

 

Heeresbeamte

Verwaltungsbeamte des deutschen Heeres trugen als Waffenfarbe dunkelgrün und wurden nach den verschiedenen Bereichen unterschieden, in denen sie tätig waren. Jeder Bereich wurde durch eine Zusatzfarbe gekennzeichnet. Sie lief als Paspelierung um den dunkelgrünen Kragen und um die Ärmelaufschläge und diente als Unterlage für die dunkelgrünen Schulterstücke. Diese trugen die Buchstaben „HV“ (Heeresverwaltung). Für Unteroffiziere, Reserveoffiziere sowie Generäle waren sie aus Weißmetall gefertigt. Aktive Offiziere vom Leutnant bis zum Oberst erhielten goldfarbene Ausführungen. Es wurden folgende Zusatzfarben unterschieden:

– Hochrot: Beamte im politischen Verwaltungsbereich
– Karmesin: Beamte in Stäben
– Hellblau: Beamte des militärischen Gerichtswesens
– Hellgrün: Beamte der Pharmazie
– Weiß: Beamte des Zahlmeisterwesens
– Schwarz: Technische Beamte
– Gelb: Remonten-Beamte
– Orange: Beamte des Wehrersatzwesens
– Hellbraun: nichttechnische Beamte des Lehrpersonals an Heeresschulen

Heeresbeamte der Wehrmachtverwaltung

Heeresbeamte der Wehrmachtverwaltung

Generaloberstabsintendant (1), Ministerialdirektor (2), Korpsintendant (3), Oberstkriegsgerichtsrat (4), Oberintendanturrat (5), Remontenamtsvorsteher (6)

 

Heeresbeamte der Wehrmachtverwaltung

Heeresbeamte der Wehrmachtverwaltung

Stabsapotheker (7), Heeresjustizinspektor (8), Waffenmeister (9), Heereswerkmeister (10), Magazinmeister (11)

Zu Beginn des Jahres 1944 wurde die Laufbahn des Truppensonderdienstes eingeführt, Beamte erhielten nur noch eine Waffenfarbe ohne Nebenfarben. Die Kennzeichnung „HV“ fiel weg, dafür erhielten Beamte als Laufbahnabzeichen auf den Schulterstücken einen Merkurstab.

 

Beamte am Reichskriegsgericht

Wehrmachtbeamte, die am Reichskriegsgericht tätig waren, trugen Schulterklappen ohne die Buchstaben „HV“. Die zugeteilte Waffenfarbe war Bordeauxrot mit dunkelgrünem Faden in der Waffenfarbe der Heeresbemamten / Militärverwaltung.

Beamte am Reichskriegsgericht

Beamte am Reichskriegsgericht

Senatspräsident, Oberreichskriegsanwalt (1), Reichskriegsgerichtsrat, Reichskriegsanwalt (2),
Oberkriegsgerichtsrat, Bürodirektor beim Reichskriegsgericht (3), Amtsrat beim Reichskriegsgericht (4), Reichskriegsgerichts-Oberinspektor (5), Reichskriegsgerichts-Inspektor, Reichskriegsgerichts-Obersekretär (6), Reichskriegsgerichts-Sekretär (7), Oberbotenmeister beim Reichskriegsgericht (8), Reichskriegsgerichts-Wachtmeister (9)

Mit Einführung der Laufbahn des Truppensonderdienstes Anfang 1944 trugen Heeresrichter nur noch die Waffenfarbe weinrot, verbunden mit einer Schwertminiatur als Laufbahnabzeichen auf den Schulterstücken.

 


Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

 

Staatssekretär Wilhelm Stuckart und die Judenpolitik: Der Mythos von der sauberen Verwaltung

Staatssekretär Wilhelm Stuckart und die Judenpolitik: Der Mythos von der sauberen Verwaltung [Gebundene Ausgabe]

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Der Staatssekretär im Reichsministerium des Innern Wilhelm Stuckart (1902-1953) war einer der wichtigsten juristischen Interpreten und Legitimatoren des NS-Staates. Als Mit-Autor der Nürnberger Rassegesetze goss er dessen biologistische Grundlagen in Gesetze und begleitete später die Vorbereitungen zum Genozid. Im Frühjahr 1942 vertrat er auf der Endlösungskonferenz am Wannsee sein Ressort. Nach dem Krieg gehörte Stuckart zu den Schöpfern der Legende von der „sauberen Verwaltung“, die sich den rassistischen Ansprüchen der NS-Machthaber widersetzt habe. Die biographische Auseinandersetzung mit Stuckart belegt nicht nur die prägende Funktion von führenden Juristen in der NS-Verwaltung, sie untersucht auch die Rolle der Innenverwaltung und ihre Mitwirkung am Genozid.

 

Polizei, Verfolgung und Gesellschaft im Nationalsozialismus

 Polizei, Verfolgung und Gesellschaft im Nationalsozialismus [Broschiert]

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Nationalsozialismus [Broschiert]

Die geplante Einrichtung einer Dokumentationsstätte in Erinnerung an die von der Polizei verübten nationalsozialistischen Gewaltverbrechen im Hamburger »Stadthaus« bildete für die KZ-Gedenkstätte Neuengamme den Anlass, sich mit der Geschichte der Polizei im Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Erste Ergebnisse der hierfür vorgenommenen Recherchen wurden auf einer Wanderausstellung Anfang 2012 im Hamburger Rathaus präsentiert. Ausstellungsbegleitend fand ein Workshop statt, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Forschungen zur Polizeigeschichte vorstellten, die weitgehend die Grundlage für das neue Heft der »Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland« bilden. Gekennzeichnet sind die Aufsätze durch einen deutlichen Akzent auf Aspekte, die von der Forschung zuvor noch nicht aufgegriffen worden waren. Sie verdeutlichen an konkreten Beispielen aus dem norddeutschen Raum, dass die Polizei ob als Geheime Staatspolizei, als Kriminalpolizei, Schutzpolizei oder Ordnungspolizei in vielfältiger und oft kaum bekannter Weise ein wichtiger Teil des nationalsozialistischen Repressionsapparats war.

 

Joseph Goebbels: Biographie

 Joseph Goebbels: Biographie [Gebundene Ausgabe]

Joseph Goebbels: Biographie
[Gebundene Ausgabe]

Joseph Goebbels (1897–1945) war ein radikaler Antisemit und Gewaltfanatiker, der sich in der Rolle des Schöngeists gefiel und zugleich eine entscheidende Rolle bei den beispiellosen Verbrechen des »Dritten Reichs« spielte. Mit dieser Biographie erzählt Peter Longerich die politische wie die private Lebensgeschichte von Hitlers Chefpropagandisten und wirft zugleich ein neues Licht auf Öffentlichkeit und Herrschaft im Nationalsozialismus.

Goebbels war die beherrschende Figur im Bereich der nationalsozialistischen Medien- und Kulturpolitik, und später gelang es ihm, erhebliche Kompetenzen im Bereich der zivilen Kriegführung auf seine Person zu vereinen. In diesen Funktionen war er einer der führenden Nationalsozialisten, die für eine immer radikalere Politik des Regimes eintraten. Sein wichtigstes Lebensziel bestand jedoch darin, sich selbst als genialen Lenker eines allumfassenden Propagandaapparates zu inszenieren, der in der Lage war, die völlige Übereinstimmung von »Volk und Führer« herzustellen. Longerich entzaubert diesen Mythos und zeigt, wie abhängig Goebbels infolge seiner schweren narzisstischen Persönlichkeitsstörung vom permanenten Zuspruch seines vergötterten »Führers« war und wie ihm die selbst geschaffene propagandistische Scheinwelt immer mehr zur Realität wurde. Dass er am Ende des »Dritten Reichs« nicht nur Hitler in den Selbstmord folgte, sondern seine Frau Magda und seine sechs Kinder mit in den Tod riss, erscheint als der konsequente Schlusspunkt eines über zwei Jahrzehnte gewachsenen totalen Abhängigkeitsverhältnisses.

 

Im Netzwerk der Täter: Eine Juristenkarriere im Reichssicherheitshauptamt

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Als der Rechtsanwalt Jobst Thiemann 1963 im Bielefelder Amtsgericht festgenommen wird, holt ihn seine SS-Vergangenheit und die Karriere beim Reichssicherheitshauptamt ein. Nun fragen Ermittler nach Schuld und Verstrickung des ostwestfälischen Juristen, nach seiner Rolle als Entscheidungsträger auf höchster nationalsozialistischer Verwaltungsebene und seiner Beteiligung an den SS-Einsatzgruppen, die mit Vernichtungskrieg hinter den Frontlinien betraut waren. Doch ehe ein Urteil gesprochen werden kann, ist Thiemann tot. Joachim Potthast rollt die Akten neu auf. Anhand zahlreicher Tagebuchaufzeichnungen, Feldpost und anderer Briefdokumente, sowie Fotografien von Thiemanns Auslandseinsätzen in Krakau, Gorlowka und vor Stalingrad, wird der Werdegang des Juristen und dessen Vernetzung anschaulich und minutiös rekonstruiert. Die Studentenzeit in Münster, Marburg und Berlin der 1930er Jahre wird dabei ebenso intensiv beleuchtet, wie das Untertauchen unter falscher Identität nach dem Krieg und der Neuanfang in der österreichischen Ramsau am Dachstein. Insbesondere die Tagebücher und die Briefwechsel mit der Ehefrau, den Eltern, Schwiegereltern, ehemaligen Kameraden, Kollegen und anderen, entwerfen ein komplettes Familien- und Gesellschaftspanorama, das das Lebensgefühl der 1930er, 40er, 50er und 60er Jahre greifbar werden lässt und ein Täter-Netzwerk freilegt. Der Fall Thiemann steht dabei exemplarisch auch für die Kontinuität deutscher Eliten in der frühen Bundesrepublik mit geschickter Umgehung der Entnazifizierungsinstanzen und gibt spannende Einblicke in die justizielle Aufarbeitung eines der dunkelsten Kapitel europäischer Geschichte.

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