Dienstgrade der Waffen-SS

SS-Bewerber, auch Staffelbewerber bezeichnet, waren männliche Personen, die sich als Kandidaten um Aufnahme in die allgemeinen SS oder in die bewaffneten SS-Verbänden wie SS-Totenkopfverbände oder SS-Verfügungstruppe (ab 1940 Waffen-SS) beworben hatten. Die Mitgliedschaft in der NSDAP war für die Bewerbung nicht zwingend erforderlich, obgleich die meisten SS-Bewerber dieser angehörten. In der Waffen-SS wurde an Stelle der Bezeichnung SS-Bewerber / Staffelbewerber der militärische Rang SS-Schütze verwendet.

 

Aufnahmekriterien

Ab September 1935 wurden gemäß „Rundschreiben Nr. 1“ Bewerber im Alter von 23 bis 35 Jahren in die neu zu formierende Schutzstaffel aufgenommen. Sie mussten zwei Bürgen nennen können, fünf Jahre an einem Ort polizeilich gemeldet, zudem gesund und kräftig gebaut sein.

Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung war der kleine Ariernachweis, in dem der Antragsteller seine lückenlose arische, d. h. vor allem nichtjüdische Abstammung bis zu seinen Großeltern (für Mannschaftsdienstgrade und Unterführerdienstgrade) nachweisen musste. Für Führer oder Führeranwärter wurde der Großer Ariernachweis verlangt, der bis zum Jahr 1750 lückenlos zurückreichen musste.

Für die Aufnahme von SS-Bewerbern in die Schutzstaffel waren die vom damaligen SS-Hauptsturmführer Professor Dr. Bruno K. Schultz ausgearbeitete Werteskala für die Rassenkommission des Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA), vor der die SS-Bewerber zur Aufnahmeprüfung zu erscheinen hatten, zwingende Voraussetzung. Die Werteskala enthielt drei Gruppen:
– rassisches Erscheinungsbild des Bewerbers
– körperliche Kondition
– allgemeine Haltung

Zudem Unterschied die sogenannte Rassentabelle fünf Gruppen:
– rein nordische Gruppe
– vorherrschend nordische oder fälische Gruppe
– Gruppe der aus eins und zwei harmonisch gemischten Menschen mit leichten alpinen, dinarischen oder mittelmeerischen Zusätzen
– Gruppe der Mischlinge ostischen oder alpinen Ursprungs
– Gruppe der Mischlinge außereuropäischer Herkunft

SS-würdig waren nur Bewerber, welche die Kriterien der ersten drei Gruppen erfüllten. Darüber hinaus forderte RuSHA-Professor Schultz in einem Neun-Punkte-System einen wohlproportionierten Körperbau. Hier waren nur die ersten vier Noten („ideale Statur“, „ausgezeichnet“, „sehr gut“ und „gut“) aufnahmerelevant. Bewerber mit den niedrigsten drei Noten fielen in der Regel durch.

Neben der „rassischen Eingliederung“ der Kandidaten in eine der fünf Gruppen mussten diese auch einen sportlich-durchtrainierten Körperbau und eine vorgeschriebene Mindestgröße haben. Das betraf nur Personen, die nach 1933 der SS beitreten wollten. Alte Kämpfer der SS waren an diese Mindestgrößen nicht gebunden.

Nach förmlicher Feststellung der Eignung durch die Rassenkommission musste sich der Bewerber Prüfungen und Bewährungen unterziehen. Dabei orientierten sich die einzelnen Stationen nach dem NS-Festtagskalender.

 

Mannschaften

– SS-Schütze
– SS-Oberschütze
– SS-Sturmmann
– SS-Rottenführer

Mannschaftsdienstgrade der Waffen SS

Mannschaftsdienstgrade der Waffen SS

SS-Schütze (1), SS-Oberschütze (2), SS-Sturmmann (3), SS-Rottenführer (4)

 

Unteroffiziere

– SS-Unterscharführer
– SS-Scharführer
– SS-Oberscharführer
– SS-Hauptscharführer
– SS-Sturmscharführer

Unteroffiziere Waffen SS

Unteroffiziere Waffen SS

SS-Unterscharführer (1), SS-Scharführer (2), SS-Oberscharführer (3), SS-Hauptscharführer (4), SS-Sturmscharführer (5)

Daneben gab es in den Dienstgraden der Unteroffiziere auch die Führer Anwärter Dienstgrade, vergleichbar mit den Offiziersanwärtern in der Wehrmacht:
– SS-Junker
– SS-Oberjunker
– SS-Standartenjunker
– SS-Standartenoberjunker

 

Offiziere

– SS-Untersturmführer
– SS-Obersturmführer
– SS-Hauptsturmführer
– SS-Sturmbannführer
– SS-Obersturmbannführer
– SS-Standartenführer
– SS-Oberführer

Offiziere der Waffen-SS

Offiziere der Waffen-SS

SS-Untersturmführer (1), SS-Obersturmführer (2), SS-Hauptsturmführer (3), SS-Sturmbannführer (4), SS-Obersturmbannführer (5),
SS-Standartenführer (6), SS-Oberführer (7)

 

Generale

– SS-Brigadeführer
– SS-Gruppenführer
– SS-Obergruppenführer
– SS-Oberst-Gruppenführer
– Reichsführer-SS (Heinrich Himmler)

Generale der Waffen-SS

Generale der Waffen-SS

SS-Brigadeführer (1), SS-Gruppenführer (2), SS-Obergruppenführer (3), SS-Oberst-Gruppenführer (4),
Reichsführer-SS (Heinrich Himmler) (5)

 


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[Gebundene Ausgabe]

Für die bewaffneten Verbände der SS wurde eine eigene Uniformierung eingeführt, die in verschiedenen Details von derjenigen der Wehrmacht abwich. Zunächst waren es nur unbedeutende Unterschiede, die spätere Waffen-SS war jedoch führend bei der Ausstattung ihrer Soldaten mit Tarnbekleidung. Zahlreiche verschiedene Muster wurden erprobt und fanden auch Eingang in spätere Felduniformen. So modifizierte die Schweizer Armee das sog. Leibermuster und die heutige Tarnung der Bundeswehrbekleidung erinnert an das sog. Erbsentarnmuster der Waffen-SS. In diesem Buch werden die umfangreiche feldgraue und Tarnbekleidung sowie alle Sonderbekleidungsstücke in Wort und Bild beschrieben.

 

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 Die Waffen-SS: Eine Bilddokumentation [Gebundene Ausgabe]

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Am 10. Mai 1940 wurden erstmals zwei SS-Divisionen (mot.) eingesetzt. Eine SS-Division stieß in Richtung Holland (Rotterdam), die andere im Verband der 12. Armee und im Zuge des „Sichelschnitts“ auf Dünkirchen vor. Die holländischen, belgischen, englischen und französischen Verbände wurden binnen weniger Wochen überrannt, eingekesselt oder vernichtet, sodass Hitler sich als „Führungsgenie“ bestätigt sah. Die SS-Divisionen bewährten sich als Kampfverbände in besonders hohem Maße. Im weiteren Verlauf des Krieges wurden die Waffen-SS-Divisionen an nahezu allen Fronten eingesetzt, bevorzugt an den Brennpunkten der Kämpfe. Die Tapferkeit der Männer der Waffen-SS, ihre Bereitschaft zum bedingungslosen Einsatz und ihr Opferwille machten sie bald zum am meisten gefürchteten Gegner. Dieses Buch handelt nicht von der höchsten Führung der SS, nicht von den Sonderverbänden, von deren trauriger Arbeit sich jeder anständige Mensch distanzieren muss, es zeigt den Frontsoldaten der Waffen-SS. Er hat wie seine Kameraden vom Heer und der Luftwaffe mit einem immer stärker werdenden Gegner gerungen und musste die Bitterkeit der Niederlage auskosten bis zum Grund.

 

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Fast eine Million Männer aus ganz Europa dienten in der Waffen-SS. Davon waren etwa drei Viertel Reichs- sowie Volksdeutsche und ca. 260.000 sog. germanische oder fremdvölkische „Freiwillige“. Sie kämpften in etwa 40 Divisionen oder stellten die Wachen für die 20 Konzentrationslager. In diesem Buch wird nicht nur die personelle Zusammensetzung und der Einsatz der Männer aufgeführt, sondern auch die Tauglichkeitsbestimmungen, die spezifische Einberufung der Volksdeutschen und der Ausländer dokumentiert. Darüber hinaus wird auf die Ausbildung des Führerkorps eingegangen und die Verwendung der SS-Totenkopf-Verbände einschließlich der Wachsturmbanne der Konzentrationslager beschrieben. Die Geschichte aller SS-Divisionen wird durch übersichtliche Karten und Fotografien ergänzt.

 

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[Gebundene Ausgabe]

Im Frühjahr 1944 erreichte die Waffen-SS eine Stärke von 22 Divisionen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie mit über 600000 Mann einen Umfang erreicht, der knapp 10 % der Gesamtstärke des Heeres entsprach. Sie war an allen Fronten zu einem von Freund und Feind beachteten Faktor avanciert, deren Einsatz an besonderen Brennpunkten des Kampfes erfolgte, oft um kritische Situationen zu meistern und größere Rückschläge zu verhindern.

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