George Washington

George Washington ist bis heute eine der bekanntesten amerikanischen Persönlichkeiten, der nicht nur militärisches Geschick in den Kriegen auf amerikanischen Boden zeigte, sondern auch zu den Gründungsväter der Vereinigten Staaten von Amerika zählt.

 

Herkunft und Jugendjahre:

George Washington wurde am 22. Februar 1732 als Sohn von Augustine Washington und Mary Ball auf dem Gutshof Wakefield im Westmoreland County in Virginia geboren. Seine Eltern waren englische Aussiedler, die in der neuen Welt eine Existenz als Plantagenbesitzer aufbauten. Wie in dieser Zeit üblich, hielten auch seine Eltern schwarze Sklaven für die Arbeiten auf den Plantagen.

Bereits mit 11 Jahren verstarb der Vater und sein 14 Jahre älterer Halbbruder Lawrence übernahm die Vormundschaft von George und die Leitung der Plantage. Bis zu seinem 15. Lebensjahr genoss er eine einfache Schulbildung in der Schule in Williamsburg, wo er seine Stärken auf die Mathematik legte.

Ab 1748 begleitete er den Ehemann der nachbarschaftlichen Tochter George William Fairfax auf dessen Vermessungstouren und verdiente sich so als Geometer. In dieser Zeit eignete er sich nicht nur grundlegendes Wissen in der Kartografie an, sondern lernte auch Menschenführung und den Wert eines Grundbesitzes zu schätzen. So kaufte er sich in dieser Zeit auch seinen ersten eigenen Grundbesitz von 585 Hektar am Bullskin Creek am unteren Shenandoah.

1752 verstarb sein Halbbruder Lawrence an Tuberkulose und George übernahm nun selbst die Leitung der Plantage. Im Juni 1752 bewarb er sich zudem auf einen Generaladjutantenposten in der virginischen Miliz.

George Washington

George Washington

 

George Washingtons militärische Laufbahn:

Der Siebenjährige Krieg in Nordamerika

Seine erste militärische Mission bestand in der Überbringung eines Schreibens des stellvertretenden Gouverneurs von Virginia Robert Dinwiddie an die Franzosen, mit der Aufforderung des sofortigen Stopps des Fortbaues westlich der Allegheny. Diese Aufforderung wurde von den Franzosen abgelehnt.

Sein erstes Kommando über 160 Mann erhielt George im Frühjahr 1754, als er mit seinen Soldaten in das Gebiet des heutigen Pittsburgh entsendet wurde um die französischen Forts und die Spähtruppen auszukundschaften. Nachdem George die Information erhielt, dass die Männer der Ohio Company von den Franzosen aus ihrem noch nicht fertigen Fort vertrieben wurden, sammelte er seine indianischen Verbündeten und lies selbst einige Forts zur Verteidigung gegen mögliche Angriffe der Franzosen aufbauen. Im Mai 1754 kam es im Gefecht von Jumonville Glen zu der ersten Auseinandersetzungen zwischen den Franzosen und dem Soldatentrupp von Washington, wobei die Franzosen eine Niederlage einstecken mussten. Einen Monat später wurde er selbst im Fort Necessity mit seinen Truppen eingeschlossen und musste kapitulieren. Ihm wurde nur der freie Geleit zugesichert, wenn er in dem Vertrag die Ermordung des französischen Kommandanten Joseph de Jumonville während des Gefecht von Jumonville Glen zugab. George unterschrieb den Vertrag, konnte mit seinen Truppen abziehen widersprach später jedoch einer Ermordung und machte die schlechte Übersetzung des Vertrages dafür Verantwortlich.

Als der siebenjährige Krieg voll ausgebrochen war, wurde George Washington als Hauptmann der britischen Braddock-Expedition im Mai 1755 eingeteilt. Der Auftrag der Armee war die Belagerung des französischen Fort Duquesne. Doch durch die militärische Aufstellung bezogen auf europäische Verhältnisse und nicht auf dichte amerikanische Wildnis, was es den Franzosen ein Leichtes die Vorhut des 10 Kilometer langen Trosses am 9. Juli  einzukesseln. In dieser Schlacht am Monongahela gerieten die Truppen von George zwischen die Briten und den Franzosen und mussten schwere Verluste einstecken. Von insgesamt 1.300 Mann fielen in dieser Schlacht rund 900 Soldaten. Washington erkannte, dass die Anforderungen an europäische Verhältnisse nicht auf den Krieg auf amerikanischem Boden umzusetzen sind.

Nach der Niederlage der  Braddock-Expedition erhielt Washington das Oberkommando das erste reguläre Regiment Virginias mit zeitweise über 1.000 Mann. Durch seinen Einsatz konnten die Grenzen Virginias gegen die Franzosen verteidigt werden, wobei die Hauptkämpfe in den anderen Staaten stattfanden.

1758 sollte eine weitere britische Expedition zum französischen Fort Duquesne folgen. Obwohl Washington seine Bedenken gegenüber dieser Operation kund tat, schloss er sich dieser an. Im Gegensatz zu der Braddock-Expedition war die jetzige Truppenstärke rund doppelt so hoch. Zudem wurden diesmal indianische Späher als Vorhut vorausgeschickt, die britischen Soldaten wurden im Waldkampf unterrichtet und tauschten ihre typischen roten Uniformen gegen die der Ranger, die durch ihre grüne Farbe deutlich besser in wäldlichen Gebieten zu Tarnung dienten. Am 12. November 1758 stieß Washington mit seinem Regiment auf eine französische Erkundungspatrouille aus dem Fort Duquesne. Nach einer heftigen, aber siegreichen Schlacht erreichten sie das Fort, was sie brennend vorfanden. Die französischen Truppen hatten es aufgrund der Übermacht der Briten angezündet und sich zurückgezogen.

Im Dezember schied Washington mit dem Dienstgrad eines Oberst aus dem Regiment aus um einen Sitz im Abgeordnetenhaus Virginias anzunehmen. Zudem heiratete er am 6. Januar 1759 Martha Dandrige Custis.

Martha Dandrige Custis

Martha Dandrige Custis

 

Die Zeit nach dem siebenjährigen Krieg:

Die Heirat zwischen George Washington und Martha Dandrige Custis war aus der Sicht Washingtons eine reine Vernunft und keine Gefühlsheirat. Martha war mit 26 Jahren bereits verwitwet und eine der reichsten Frauen aus Virginia. Er adoptierte die beiden Kinder Marthas und verwaltete seine Plantagen.

Mit dem Aufkommen der Rebellion der Einheimischen gegen die Briten bahnte sich zwangsläufig der nächste Konflikt an. Da Washington bereits einen Sitz im Abgeordnetenhaus Virginias hatte wurde er 1774 auch zu dem ersten Kontinentalkongress der 13 Kolonien einberufen, die den Weg zur amerikanischen Unabhängigkeit bereiten wollte.

 

Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg:

1775 erreichten die amerikanischen Unabhängigkeitsbeschrebungen ihren Höhepunkt. Auf dem ersten Kontinentalkongress wurde Washington am 15. Juni 1775 von Thomas Johnson, Gouverneur von Maryland, als Kommandeur der Kontinentalarmee nominiert um gegen die Briten in den Krieg zu ziehen. Washington nahm die Nominierung an und begann umgehend mit der Aufstellung einer Streitmacht.

Seine erste Mission als Kommandeur führte ihn nach Boston, wo rund 16.000 Miliz Soldaten die zurückgedrängten britischen Streitkräfte eingekesselt haben. Nach 9 Monaten am 17. März 1776 zogen sich die Briten auch von dort zurück und Boston konnte von Washington eingenommen werden. Weiter zog es ihn mit dem größten Teil seiner Armee nach New York City, das er befestigen lies. Am 27. August 1776 musste er eine Niederlage bei der Schlacht von Long Island einstecken, konnte aber bei der Schlacht von Harlem Heights am 16. September 1776 einen Sieg erringen. Die Zurückschlagung der Briten war jedoch nur von kurzer Dauer. Mit den Siegen der Schlacht von White Plains und der Schlacht von Fort Washington konnten die Briten im Oktober Manhattan besetzen. Washington zog sich mit seinen Soldaten nach Valley Forge in Pennsylvania zurück um nicht eingeschlossen zu werden.

Am 26. Dezember 1776 überraschte Washington die hessischen Söldnertruppen der Briten indem er den Delaware River überquerte und die feindlichen Truppen bei Trenton, New Jersey angriff. Er lies seine Stellungen befestigen, konnte diese gegen einen britischen Angriff im Januar 1777 behaupten und durch einen Überraschungsangriff bei Princeton diese auch gleich aus New Jersey vertreiben. Mit der verlorenen Schlacht von Brandywine vom 11. September 1777 fiel die zu dieser Zeit als Hauptstadt genutzte Stadt Philadelphia in britische Hände und der Kontinentalkongress musste sich nach York (Pennsylvania) zurückziehen. Eine weitere Niederlage erlitt Washington bei Germantown am 4. Oktober 1777 bei dem Versuch, Philadelphia zurückzuerobern. In dem kommenden Winter erlitt seine Armee zudem unter den Krankheiten Typhus, Dysenterie und Lungenentzündung hohe Verluste und schrumpfte auf rund 5.000 Mann zusammen. Im Februar 1778 verstärkte ihn in der Führung der von Preußen gesandte Friedrich Wilhelm von Steuben, dessen Auftrag die Unterstützung in dem Aufbau und Ausbildung der Kontinentalarmee war.

Die Überquerung des Delaware, von Emanuel Leutze, 1851

Die Überquerung des Delaware, von Emanuel Leutze, 1851

 

Bereits am 28. Juni 1778 konnte die nun besser disziplinierte und ausgebildete Armee ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen, als sie die britische Nachhut der aus Philadelphia nach New York beorderten Armee angriff. Im Sommer 1779 lag der Schwerpunkt Washingtons in der Bekämpfung der britischen Loyalisten und einigen Stämmen der Irokesen.

Das ab 1778 mit den Vereinigten Staaten verbündete Frankreich schickte 1780 ein Expeditionskorps von 6.000 Mann unter der Führung von Generalleutnant Jean-Baptiste-Donatien de Vimeur, comte de Rochambeau zur Unterstützung nach Rhode Island. Im August 1781 vereinigten sich die französische und die Kontinentalarmee und marschierten gemeinsam Richtung Yorktown, wo sich britische Truppen festgesetzt hatten. Kurz darauf kapitulierten die britischen Streitkräfte und mit dem Frieden von Paris im September 1783 endete der amerikanische Unabhängigkeitskrieg.

 

Amtsantritt als erster Präsident:

Am 4. Februar 1789 wurde George Washington von den Vertretern der 13 Gründungsstaaten einstimmig zum ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Am 30. April 1789 erfolgte seine Vereidigung auf dem Balkon der Federal Hall von New York.

George Washington, Lansdowne Portrait von Gilbert Stuart, 1796

George Washington, Lansdowne Portrait von Gilbert Stuart, 1796

 

Ausscheiden als Präsident und sein Tod:

1797 zog sich Washington aufgrund zunehmender gesundheitlicher Verschlechterung aus dem Präsidentenamt zurück. Bereits seit seinem 17. Lebensjahr litt er an Malaria. Weiter kamen noch seine, aufgrund des hohen Zuckergenusses, ausgefallenen Zähne, später Diphtherie, Tuberkulose und Pocken hinzu.

Ende 1799 erkrankte er an einer Kehlkopfentzündung und verstarb am 14. Dezember 1799 auf seinem Gut Mount Vernon in Virginia. 4 Tage später erfolgte die Beisetzung in der Familiengruft. 1831 erfolgte die Umsetzung in die zu dieser Zeit fertiggestellte neue Familiengruft.

 

 

Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

Seine Exzellenz George Washington: Eine Biographie

 Seine Exzellenz George Washington: Eine Biographie Gebundene Ausgabe – 22. August 2005


Seine Exzellenz George Washington: Eine Biographie Gebundene Ausgabe – 22. August 2005

Sein Konterfei ziert bis heute jeden Dollarschein, er steht mit seinem Namen Pate für einen Staat und für die Hauptstadt der USA, wo unzählige Büsten und Gemälde an ihn erinnern: George Washington, erster Präsident der Vereinigten Staaten und Inbegriff der Einheit der amerikanischen Nation. Ihm hat Joseph J. Ellis, der für seine Sammelbiografie über die amerikanischen Gründerväter Sie schufen Amerika mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, nun eine eigene biografische Arbeit gewidmet. Nach deren Lektüre muss man Washington zwar nicht mögen, aber seine strikt an der historischen und sozialen Realität seiner Zeit und den Gesetzen der Macht orientierte Politik lehrt sie uns ebenso besser verstehen, wie die Bewunderung, die die Amerikaner ihm bis heute entgegenbringen.
Die Zwiespältigkeiten im Charakter des Mannes, der in seinen beiden Amtszeiten den amerikanischen Präsidentialismus so maßgebend und nachhaltig prägte, lassen sich freilich nicht ohne weiteres auflösen! So tut man sich schwer zu verstehen, dass ausgerechnet er, der die Sklaverei als moralisch verwerflich erkannte, seine Sklaven wieder an die Arbeit in den Plantagen schickte, nachdem sie auf den Schlachtfeldern die amerikanische Unabhängigkeit mit erstritten hatten. Sein offen zur Schau gestellter Standesdünkel und seine schier unstillbare Gier auf Grundbesitz machen ihn auch nicht unbedingt sympathischer. Und seine legendäre stoische Ruhe und „statuengleiche Unerschütterlichkeit“ stehen bei näherem Hinsehen in einem bemerkenswerten Kontrast zu den in ihm in Wirklichkeit brodelnden Leidenschaften, die, wie Robert Morris einmal bemerkte, „fast zu gewaltig waren für einen Menschen“, die er aber um der Macht willen doch zu zügeln verstand.

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Sie schufen Amerika: Die Gründergeneration von John Adams bis George Washington (Beck’sche Reihe)

 Sie schufen Amerika: Die Gründergeneration von John Adams bis George Washington (Beck'sche Reihe) Taschenbuch – 23. September 2005


Sie schufen Amerika: Die Gründergeneration von John Adams bis George Washington (Beck’sche Reihe) Taschenbuch – 23. September 2005

Patriotische Ekstase und nationalistischer Stolz gehören zu den Kennzeichen fast aller postrevolutionärer Staaten. Und in kaum einem anderen werden sie mit Fähnchen und Hymnen so voller Inbrunst kultiviert wie in den USA. Nicht zu vergessen der Personenkult, einmal mehr augenfällig geworden in dem ungeheuren Anklang, den Joseph J. Ellis mit seinem Bestseller Founding Brothers. The Revolutionary Generation fand, der zwei Jahre nach Erscheinen unter dem Titel Sie schufen Amerika. Die Gründergeneration von John Adams bis George Washington nun auch auf Deutsch vorliegt.
Nichts weniger als den begehrten Pulitzer-Preis konnte der am Mount Holyoke College in Massachusetts lehrende Professor, der in seinem Heimatland mit biografischen Werken über den einen oder anderen US-Gründervater bereits zu einem der angeblich einflussreichsten Historiker avancierte, für sein Werk einheimsen. Doch während die Lektüre des Buches für manchen seiner Landsleute offenbar einem Erweckungserlebnis gleichkam — „Mit Ausnahme der Bibel war dies das interessanteste Buch, das ich jemals gelesen habe“, heißt es etwa in einer amerikanischen Leserrezension –, könnte sich bei uneingeweihteren Ausländern leicht Langeweile einstellen.
Zu Recht wird zwar die unkonventionelle literarische Art der Geschichtsschreibung gelobt, die von angloamerikanischen Historikern gepflegt wird. Doch das episodenhafte Herumhüpfen in der amerikanischen Frühgeschichte, wie es Ellis hier betreibt, erscheint über weite Strecken reichlich bemüht. Zumal sich bei einigen Ereignissen, die der Autor in seinen Essays in den Blick nimmt, die Frage nach der historischen Relevanz oder zumindest nach der Originalität stellt.

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Die amerikanischen Präsidenten: Von George Washington bis Barack Obama (marixwissen)

 Die amerikanischen Präsidenten: Von George Washington bis Barack Obama (marixwissen) Gebundene Ausgabe – 20. März 2014


Die amerikanischen Präsidenten: Von George Washington bis Barack Obama (marixwissen) Gebundene Ausgabe – 20. März 2014

Der jeweilige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gilt in der heutigen Zeit als einer der bekanntesten, aber auch mächtigsten Menschen der Welt. Er hat dabei sowohl die Funktion des Staatsoberhauptes als auch des Regierungschefs des Landes inne und ist Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte. Zwar übten nicht alle Präsidenten ihre Funktion mit gleichem Erfolg aus, doch sie alle prägten die Geschicke der eigenen Nation und spätestens ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts auch jene der ganzen Welt maßgeblich mit. Bis heute wurden die USA von 43 Präsidenten regiert. Doch wer saß schon alles im Weißen Haus? In diesem Buch werden alle Präsidenten der Vereinigten Staaten von George Washington bis Barack Obama in kurzen Porträts vorgestellt, ihre Amtszeiten und ihre Person beleuchtet.

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