Großer Kreuzer (Schlachtkreuzer) SMS Lützow

Der große Kreuzer (auch als Schlachtkreuzer bezeichnet) SMS Lützow gehörte zur Derfflinger-Klasse und war eine Neuentwicklung basierend aus den Erfahrungen der SMS Seydlitz und der Schiffe der Moltke-Klasse. Die Derfflinger-Klasse gehörte zu der letzten im Kaiserreich gebauten Schlachtkreuzer, wiesen jedoch schon von der Konstruktion her wegweisende Fortschritte auf und gehörten zu den kampfstärksten Schiffen der deutschen Marine.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Konstruktion der Derfflinger-Klasse rührt von den Schiffen der Moltke-Klasse und dem großen Kreuzer SMS Seydlitz, der als Fortentwicklung aus der Moltke-Klasse hervor kam. Völlig neu war die Konstruktion mit einem Glattdeck und den höhenversetzten Geschütztürmen. Von den neueren kleinen Kreuzern wurde das neuartige Längsspantsystem übernommen. Zudem wurde der Bug neu konstruiert und war über der Wasserlinie vollkommen senkrecht ausgelegt, was die Geschwindigkeit des Schiffes erhöhte.

Die Kampfstärke wurde durch die Verwendung von 30,5-cm Schnellladegeschützen in vier Doppeltürmen ebenfalls im Gegensatz zu den Vorgängerschiffen erhöht. Zwar hatten britische Schiffe bereits das Kaliber 35,5-cm verwendet, die etwas kleiner deutschen Kaliber waren jedoch durch die Qualität und die Geschossgeschwindigkeit denen der Briten ebenbürtig.

Der Stapellauf der SMS Lützow erfolgte am 29. November 1913, die Indienststellung am 8. August 1915.

 

Zeichnung der SMS Lützow

 

SMS Lützow

 

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Bereits während der ersten Erprobungsfahrten kam es zu Beschädigungen an der Antriebsanlage. Wegen der Reparatur war die SMS Lützow erst ab März 1916 einsatzbereit. Sie wurde anschließend der I. Aufklärungsgruppe zugeteilt und hatte ihren ersten Einsatz beim Beschuss der britischen Küstenstädte Lowestoft und Great Yarmouth.

Vom 31. Mai auf den 1. Juni 1916 nahm das Schiff an der Skagerrakschlacht teil und konnte zusammen mit der SMS Derfflinger den britischen Schlachtkreuzers Invincible versenken. Während des Gefechtes musste die Lützow selbst mehrere schwere Treffer sowie einen Torpedotreffer einstecken. 115 Besatzungsmitglieder starben dabei und durch zwei Treffer im vorderen Torpedoraum drang Wasser in das Schiff, sodass das Vorschiff bereit Überspült wurde und die Lützow kaum noch Fahrt aufnehmen konnte.

 

SMS Lützow

 

 

 

Verbleib:

Während der Rückfahrt nach Wilhelmshaven drangen rund 7.500 Liter Wasser in das Schiff ein, was dazu führte, dass sich das Heck soweit aus dem Wasser erhob, dass die Schrauben bereits in der Luft drehten. Da die britische Flotte immer noch im Feuerbereich lag, wurden die Abschleppmaßnahmen eingestellt, die Besatzung setzte auf die Begleittorpedoboote um und die SMS Lützow wurde durch zwei Torpedotreffer der G38 am 1. Juni 1916 selbst versenkt.

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Lützow

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Großer Kreuzer
(Schlachtkreuzer)

Klasse:  

Derfflinger-Klasse

Bauwerft:  

F. Schichau, Danzig

Baukosten:  

58.000.000 Mark

Stapellauf:  

29. November 1913

Indienststellung:  

8. August 1915

Verbleib:  

Am 1. Juni 1916 durch Torpedoboot G38 selbst versenkt

Länge:  

210,4 Meter

Breite:  

29 Meter

Tiefgang:  

Max. 9,56 Meter

Verdrängung:  

Max. 31.200 Tonnen

Besatzung:  

1.112 bis 1.182 Mann

Antrieb:  

18 Marinekessel
2 Dampfturbinen

Leistung:  

63.000 PS

Höchstgeschwindigkeit:  

26,5 kn (49 km/h)

Bewaffnung:  

8 × Schnellfeuergeschütz 30,5 cm L/50 (720 Schuss)

14 × Schnellfeuergeschütz 15 cm L/45 (1.920 Schuss)

8 × Flak 8,8 cm L/45 (ges. 3.000 Schuss)

4 × Torpedorohr ⌀ 60 cm (1 Heck, 2 Seiten, 1 Bug, unter Wasser, 12 Schuss)

 

Panzerung:  

Gürtel: 30–300 mm
Deck: 30–80 mm
Zitadelle: 270 mm
Kasematte: 150 mm
Türme: 110–270 mm
Torpedoschott: 45 mm
vorderer Kommandoturm: 130–300 mm
achterer Kommandoturm: 50–200 mm

 

 

 

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