Großer Kreuzer SMS Roon

Der große Kreuzer SMS Roon gehörte der gleichnamigen Schiffs-Klasse an, die lediglich aus 2 Schiffen bestand und kurz nach der Jahrhundertwende gebaut wurden. Diese Schiffe stellten den Übergang von der Klasse der Panzerkreuzer zu den großen Kreuzer da.

 

Stapellauf und Bauform:

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde von dem deutschen Marineamt ein Entwurf gefordert um die beiden Schiffe der Kaiser-Klasse von 1874 zu ersetzen. Ende 1901 stand der Entwurf fest, der sich stark an dem der ebenfalls erst kurz zuvor entworfenen Prinz Adalbert-Klasse orientierte. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal waren anstatt 3, nun 4 Schornsteine. Bedingt durch den Einbau von 16 Wasserrohrkessel war ein weiterer Schornstein nötig. Die Prinz Adalbert-Klasse hingegen wurde mit 14 Dürr-Dampfkessel entworfen, was weniger Platz im Schiff benötigte.

Der Stapellauf der SMS Roon erfolgte am 27. Juni 1903, die Indienststellung am 5. April 1906.

 

SMS Roon

 

SMS Roon

 

Die SMS Brandenburg und die SMS Roon zum Ende der Herbstmanöver 1906. Die Roon trägt als Kaiserbegleitschiff den weißen Tropenanstrich

 

 

 

 

Werdegang der SMS Roon:

Nach der Indienststellung und den anschließenden Erprobungsfahrten, wurde die Roon den Aufklärungsstreitkräften zugeteilt und nahm zusammen mit anderen Schiffen an den jährlichen Flotten Manövern teil.

1907 diente das Schiff zudem als Truppentransporter für Soldaten, die von Deutschland aus in die deutsche Kolonie nach Tsingtao in Asien gebracht wurden. Einen Besuch in den USA führte das Schiff im gleichen Jahr ebenso durch.

Als am 20. März 1908 der britische Schlachtkreuzer HMS Invincible und am 19. Februar 1911 der deutsche Schlachtkreuzer SMS Von der Tann Indienst gestellt wurde, waren diese neuen Schiffstypen den älteren Panzerkreuzern in Geschwindigkeit sowie in Feuerkraft deutlich überlegen. Im Laufe des Jahres 1911 wurde die SMS Roon daher außer Dienst gestellt und der Reserve Flotte zugeteilt.

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde auch die SMS Roon wieder reaktiviert und der III. Aufklärungsgruppe als Flaggschiff zugeteilt.

Vom 30. Juni bis zum 2. Juli 1915 war die Roon an dem deutschen Vorstoß in der Nähe der Insel Gotland beteiligt, wo es mehrere Gefechte mit russischen Panzerkreuzern leicht beschädigt überstand.

Da die Roon, wie auch andere ältere Schiffe, über keinen oder nur über einen ungenügenden Unterwasser Schutz gegen U-Boote und Seeminen verfügte, wurde das Schiff 1916 außer Dienst gestellt und zunächst als Wohnschiff in Kiel genutzt.

 

 

 

Verbleib:

Im weiteren Verlauf des Krieges begannen die Planungen der Marineführung die Roon als Seeflugzeugträger umzubauen. Mitte 1918 wurde mit dem Umbau begonnen, dieser jedoch bereits kurze Zeit später wieder komplett eingestellt, da das Marineamt sich für einen richtigen Flugzeugträger entschieden hatte.

Nach der Kapitulation des deutschen Reiches musste die Roon nicht wie die meisten anderen Schiffe interniert werden oder an die Siegermächte ausgeliefert werden.

Im Laufe des Jahres 1920 wurde die SMS Roon endgültig außer Dienst gestellt und am 25. November 1920 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen. Ab 1921 begann in Kiel die Verschrottung.

 

 

 

Kommandanten:

3. Februar 1906 bis April 1906 Korvettenkapitän Titus Türk
April 1906 bis September 1906 Kapitän zur See Fritz Hoffmann
September 1906 bis Oktober 1906 Fregattenkapitän Oskar Hallermund
Oktober 1906 bis September 1907 Kapitän zur See Karl Zimmermann
Oktober 1907 bis September 1908 Fregattenkapitän/Kapitän zur See Friedrich Schrader
Oktober 1908 bis September 1910 Fregattenkapitän/Kapitän zur See Georg Scheidt
September 1910 bis September 1911 Kapitän zur See Hans von Abeken
August 1914 bis April 1915 Kapitän zur See Johannes von Karpf
28. April 1915 bis 29. Januar 1916 Fregattenkapitän/Kapitän zur See Hans Gygas
Januar 1916 bis Februar 1916 Korvettenkapitän Ernst Hoffmann
November 1916 bis Januar 1917 Korvettenkapitän Walter Holtzapfel
Januar 1917 bis Februar 1917 Korvettenkapitän Bruno Hintze
Februar 1917 bis Januar 1918 Kapitän zur See Wilhelm Adelung
Januar 1918 bis Dezember 1918 Fregattenkapitän/Kapitän zur See Bruno Heuberer

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Roon

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Großer Kreuzer

Klasse:  

Roon-Klasse

Bauwerft:  

Kaiserliche Werft, Kiel

Baukosten:  

15.345.000 Mark

Stapellauf:  

27. Juni 1903

Indienststellung:  

5. April 1906

Verbleib:  

Ab 1921 in Kiel verschrottet

Länge:  

127,8 Meter

Breite:  

20,2 Meter

Tiefgang:  

Max. 7,3 Meter

Verdrängung:  

Max. 10.266 Tonnen

Besatzung:  

633 Mann

Antrieb:  

16 Wasserrohrkessel Bauart Dürr
3 × 3-Zyl.-Verbundmaschine

Leistung:  

20.625 PS (15.170 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

21,1 kn (39 km/h)

 

Bewaffnung:

 

4 × Schnellfeuergeschütz 21,0 cm L/40 (380 Schuss)

10 × Schnellfeuergeschütz 15,0 cm L/40 (1600 Schuss)

14 × Schnellfeuergeschütz 8,8 cm L/35 (2100 Schuss)

4 × Torpedorohr ø 45,0 cm (unter Wasser, 11 Schuss)

Panzerung:  

Gürtel: 80–100 mm auf 55 mm Teak
Deck: 40–60 mm
Kasematte: 100 mm
Zitadelle: 100 mm
vorderer Kommandoturm: 30–150 mm
achterer Kommandoturm: 20–80 mm
Türme Schwere Artillerie: 30–150 mm
Türme Mittelartillerie: 100 mm
Schilde Mittelartillerie: 80 mm

 

 

 

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