Großlinienschiff SMS Baden (1915)

Das Großlinienschiff SMS Baden war das zweite Schiff der Bayern-Klasse und das letzte im Krieg noch fertiggestellte Großlinienschiff und gehörte zu der Zeit zu den modernsten Schiffen.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Baden gehörte zu der Bayern-Klasse und war eine Weiterentwicklung der Nassau-Klasse, die als Gegengewicht für die neu aufgekommenen britischen Dreadnought Schiffe gedacht war. Die Erfahrungen der Nassau Schiffe flossen dementsprechend in die Entwicklung der Bayern-Klasse mit ein, was besonders die Kaliber der schweren Geschütze sowie die Panzerung betraf.

Am 20. Dezember 1913 erfolgte der Baubeginn. Aufgrund des Abzuges der Werftarbeiter in den Militärdienst und der knapper werdenden Rohstoffe bedingt durch den ersten Weltkrieg, verzögerte sich der Bau der Baden deutlich. Zudem wurden nach dem Stapellauf am 30. Oktober 1915 andere Projekte vorgezogen, sodass das Schiff erst am 19. Oktober 1916 Indienstgestellt werden konnte.

 

SMS Baden

 

 

Einsatz im Krieg:

Bis Mitte März 1917  liefen bei der Baden die Probe- und Übungsfahrten bevor es offiziell der Marine übergeben werden konnte  und als Flaggschiff der Hochseeflotte diente.

Da nach der Skagerrakschlacht vom 31. Mai 1916 bis zum 1. Juni 1916 der Schwerpunkt der Seekriegsführung erneut auf dem U-Boot Krieg lag, blieb der größte Teil der Hochseeflotte erneut in den Häfen liegen ohne auszurücken. Der letzte Einsatz der Baden war am 23. und 24. April 1918 um einen in den norwegischen Gewässern gemeldeten britischen Geleitzug anzugreifen. Dieser konnte jedoch nicht gefunden werden und das Unternehmen wurde abgebrochen.

Die geplante Entscheidungsschlacht gegen die britische Marine im Oktober 1918 konnte ebenfalls nicht durchgeführt werden, da auf den größeren Kriegsschiffen die Matrosen begannen zu revoltieren und die Befehle nicht mehr auszuführen. So verblieb die Baden auch bei diesem Unternehmen, wie die restliche Flotte in den Häfen.

 

SMS Baden

 

 

 

Verbleib:

Eine Bedingung des Waffenstillstandes zwischen dem deutschen Reich und den Alliierten betrug die Internierung der Hochseeflotte in dem britischen Marinehafen Scapa Flow. Zunächst stand die SMS Baden nicht auf der Liste der Schiffe die interniert werden müssen, stattdessen stand die sich noch im Bau befindliche SMS Mackensen an ihrer Stelle. Jedoch wurde der Fehler schnell gefunden und die Liste entsprechend geändert, sodass auch die Baden ausgeliefert werden musste.

Am 7. Januar 1919 erfolgte die Fahrt nach Scapa Flow, wo das Schiff mit den anderen deutschen Schiffen vor Anker lag. Der Befehl zur Selbstversenkung wurde schließlich am 21. Juni 1919 ausgeführt und die Seeventile der Schiffe geöffnet. Im Gegensatz zu den anderen Schiffen sank die Baden jedoch nur sehr langsam, sodass britische Schiffe es noch in seichteres Gewässer ziehen konnten, bevor das Schiff auf Grund setzte.

 

Arbeiten an der bei Scapa Flow auf Grund gesetzten SMS Baden, im Hintergrund ist die Frankfurt zu sehen

 

Bis in den Juli hinein dichteten britische Ingenieure das Schiff ab und pumpen das Wasser heraus, sodass es wieder einsatzfähig war.

Anschließend diente die Baden anderen britischen Schiffen als Zielschiff bis es am 16. August 1921 südwestlich von Portsmouth versenkt wurde.

 

 

 

Kommandanten:

19. Oktober 1916 bis 5. August 1918 Kapitän zur See Victor Harder
24. August bis 30. November 1918 Kapitän zur See Heinrich Retzmann
1. Dezember 1918 bis 21. Juni 1919 Korvettenkapitän Otto Zirzow

 

 

 

Schiffssdaten:

Name:  

SMS Baden

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Großlinienschiff

Klasse:  

Bayern-Klasse

Bauwerft:  

F. Schichau, Danzig

Baukosten:  

ca. 49.000.000 Mark

Stapellauf:  

30. Oktober 1915

Indienststellung:  

19. Oktober 1916

Verbleib:  

Am 16. August 1921 bei Schießversuchen versenkt

Länge:  

180 Meter

Breite:  

30 Meter

Tiefgang:  

Max. 9,39 Meter

Verdrängung:  

Max. 32.200 Tonnen

Besatzung:  

1.171 Mann

Antrieb:  

14 Marinekessel
3 Schichau-Turbinen
2 Ruder

Leistung:  

56.275 PS (41.390 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

21,0 kn (39 km/h)

Bewaffnung:  

8 × Schnellfeuerkanone 38 cm L/45 (720 Schuss)

16 × Schnellfeuerkanone 15 cm L/45 (2.560 Schuss)

2 × Flak 8,8 cm L/45 (800 Schuss)

5 × Torpedorohr Ø 60 cm (1 im Bug, 4 in den Seiten, unter Wasser)

 

Panzerung:  

Gürtel: 30–350 mm
Deck: 90–120 mm
Türme: 100–350 mm
Barbetten: 40–350 mm
Kasematten: 170 mm
vorderer Kommandostand: 50–400 mm
achterer Kommandostand: 50–170 mm
Zitadelle: 250 mm
Torpedoschott: 50 mm
Querschotte: 170–200 mm

 

 

 

 

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