Großlinienschiff SMS König Albert

Das Großlinienschiff SMS König Albert gehörte zu der Kaiser-Klasse und bedeutete einen großen technischen Schritt im Bau und der Entwicklung von Großlinienschiffen, bei denen erstmals in der kaiserlichen Marine Großkampfschiffe mit einem Turbinenantrieb ausgestattet wurden. Die Schiffe der Kaiser-Klasse gehörten damit zu den modernsten Kriegsschiffen der kaiserlichen Marine, die jedoch ihre Schlagkraft nie einsetzen konnten.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Kaiser-Klasse war eine Weiterentwicklung der Helgoland-Klasse, hatte jedoch deutliche Veränderungen in der Antriebsanlage sowie in der Bewaffnung. Statt des bisherigen Kolbenmaschinenantriebes wurde nun ein Turbinenantrieb mit Ölzusatzfeuerung eingebaut, was zu einer deutlichen Leistungssteigerung führte.

Bei der Anordnung der Geschütze wurde zwar die Anzahl von 6 auf 5 reduziert, die Geschütztürme jedoch so platziert, dass diese in beide Richtungen feuern konnten.

Durch die Verringerung der Geschütztürme konnte nun auch das eingesparte Gewicht in eine stärkere Panzerung investiert werden, womit die Gürtelpanzerung auf 350 mm angehoben wurde. Erstmals wurden auch in Teilen der Panzerung der neue Nickelstahl verwendet.

Der Stapellauf der SMS König Albert erfolgte am 27. April 1912, die Indienststellung am 31. Juli 1913.

 

SMS König Albert

 

Seitenriß und Ansicht von Oben der SMS König Albert

 

SMS König Albert

 

 

 

Werdegang der SMS König Albert:

Nach der Indienststellung wurden bei der König Albert die Erprobungsfahrten durchgeführt bevor das Schiff zusammen mit der SMS Kaiser und dem kleinen Kreuzer Straßburg Detachierten Division zusammengefasst um die neuen Turbinenantriebe ausgiebig testen zu können.

Am 9. Dezember 1913 begann von Wilhelmshaven aus die Reise nach Kamerun und Deutsch-Südwestafrika bis nach Brasilien, Argentinien, Uruguay und Chile. Am 17. Juni 1914 trafen die beiden Schiffe Kaiser und König Albert wieder in Kiel ein, die Straßburg verblieb in Mittelamerika.

 

8,8cm Flak auf der SMS König Albert

 

SMS König Albert im Schwimmdock

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde die SMS König Albert zunächst mit Sicherungsaufgaben in der Deutschen Bucht beauftragt. Im Laufe des Jahres 1914 und 1915 erfolgten einige Vorstöße in der Nordsee, die jedoch ohne Feindkontakt blieben.

Im März und April 1916 wurde die König Albert erneut für Vorstöße eingesetzt, musste anschließend in der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven Überholt werden, womit das Schiff nicht an der Skagerrakschlacht teilnehmen konnte.

Am 1. Dezember wurden die Schiffe der Kaiser-Klasse dem IV. Geschwader zugeteilt. Bis zum 18. August 1917 war die König Albert lediglich mit Sicherungsaufgaben betraut, anschließend musste das Schiff nach Kiel für Instandsetzungsarbeiten, diese waren am 23. September abgeschlossen. Im Oktober nahm das Schiff an dem Unternehmen Albion in der Ostsee teil, bei der die baltischen Inseln erobert wurden. Zusammen mit der SMS Friedrich der Große wurden die Batterien auf Sworbe und Zerel beschossen.

Das Jahr 1918 verlief für die König Albert ohne große Unternehmungen. Die mit dem Flottenbefehl am 24. Oktober 1918 angesetzte Entscheidungsschlacht gegen die britischen Schiffe an der auch die König Albert teilnehmen sollte, musste aufgrund der Revolten auf einigen der Schiffen abgebrochen werden.

 

 

Verbleib:

Nach den Bestimmungen des Waffenstillstandvertrages gehörte die SMS König Albert zu den Schiffen der kaiserlichen Marine, die an die Siegermächte ausgeliefert und in Scapa Flow interniert werden sollten. Die Überfahrt mit den meisten anderen Schiffen erfolgte von Wilhelmshaven aus am 19. November 1918.

Da zum Ende der Verhandlungen in Versailles abzusehen war, dass die internierten Schiffe nicht mehr an Deutschland zurückgegeben werden, erteilte Konteradmiral Ludwig von Reuter am 21. Juni 1919 den Besatzungen der Schiffe den Befehl zur Selbstversenkung, die König Albert versank um 12:54 Uhr.

Am 31. Juli 1935 wurde das Wrack des Schiffes gehoben, nach Rosyth geschleppt und dort im Laufe des Jahres 1936 verschrottet.

 

SMS König Albert während der Verschrottung

 

 

 

Kommandanten:

31. Juli 1913 bis Juli 1917 Kapitän zur See Karl Thorbecke
Juli 1917 Kapitän zur See Heinrich Löhlein (in Vertretung)
Juli bis August 1917 Korvettenkapitän Ernst Arnold (in Vertretung)
3. – 24. August 1917 Kapitän zur See Ernst Ewers
August bis September 1917 Korvettenkapitän Paul Globig (in Vertretung)
September bis November 1917 Kapitän zur See Eduard Varrentrapp
1. Dezember 1917 bis 3. Dezember 1918 Kapitän zur See Ernst Ewers
4. Dezember 1918 bis 21. Juni 1919 Korvettenkapitän Ferdinand Boehmer

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS König Albert

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Großlinienschiff

Klasse:  

Kaiser-Klasse

Bauwerft:  

Ferdinand Schichau, Danzig

Baukosten:  

45.761.000 Mark

Stapellauf:  

27. April 1912

Indienststellung:  

31. Juli 1913

Verbleib:  

Am 21. Juni 1919 in Scapa Flow selbstversenkt, am 31. Juli 1935 gehoben und 1936 verschrottet

Länge:  

172,4 Meter

Breite:  

29 Meter

Tiefgang:  

Max. 9,1 Meter

Verdrängung:  

Max. 27.000 Tonnen

Besatzung:  

1.084 Mann

Antrieb:  

16 Marinekessel
3 Parsons-Turbinen

Leistung:  

39.813 PS (29.282 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

22,1 kn (41 km/h)

Bewaffnung:  

10 × 30,5 cm L/50 Schnellfeuergeschütz (860 Schuss)

14 × 15 cm L/45 Schnellfeuergeschütz (2.240 Schuss)

12 × 8,8 cm L/45 Sk (davon 4 Flak, 2.800 Schuss)

5 Torpedorohre ∅ 50 cm (4 Seiten, 1 Bug, unter Wasser, 19 Schuss)

 

Panzerung:  

Wasserlinie: 120–350 mm
Deck: 60–100 mm
Torpedoschott: 40 mm
Türme: 110–300 mm
Kasematten: 170 mm
vorderer Leitstand: 150–400 mm
achterer Leitstand: 50–200 mm

 

 

 

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