Helmuth Johannes Ludwig von Moltke

Helmuth Johannes Ludwig von Moltke war ein preußischer Berufsoffizier der Maßgeblich an der Kriegserklärung Österreich-Ungarn an Serbien beteiligt war und damit unmittelbar den ersten Weltkrieg auslöste, welcher ihn völlig überlastete und schnell seine militärische Karriere beendete.

 

 

Herkunft und Jugendjahre:

Helmuth Johannes Ludwig von Moltke wurde am 23. Mai 1848 in Gersdorf als Sohn von Adolf von Moltke und Auguste von Molke in einer Adelsfamilie geboren.

 

 

Militärische Laufbahn:

Wie viele andere hochrangige Offiziere zu dieser Zeit, begann auch Moltke bereits früh seine militärische Laufbahn und besuchte die Kadettenschulen.

Während des Deutsch-Französischen Krieges nahm er in dem Grenadier-Regiment „König Wilhelm I.“ (2. Westpreußisches) Nr. 7 am Krieg teil.
1880 wechselte er in den großen Generalstab und wurde 2 Jahre später Adjutant seines Onkels Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke.

Die 1. Garde-Division des Gardekorps führte Moltke als Kommandeur von 1902 bis 1904 bis er anschließend Generalquartiermeister wurde und 1906 zum Chef des Generalstabes ernannt wurde. Diese Ernennung wurde Seitens des deutschen Kaisers Wilhelm II. betrieben, da dieser eine hohe persönliche Meinung von dem Geschlecht Moltke hatte. Aufgrund dieser engen Beziehung bekam Moltke auch 1909 den Schwarzen Adler-Orden verliehen.

Helmuth von Moltke bei einem Truppenmanöver 1905

 

Seine Nachfolge von Alfred von Schlieffen als Chef des Generalstabes brachte Moltke Zugang zu den Niederschriften Schlieffens und dessen militärische Ausarbeitung über einen Krieg mit Frankreich. Dieser sogenannte Schlieffen-Plan wurde von Moltke nach dessen persönlicher Beurteilung noch Überarbeitet und anschließend für einen Kriegsfall bereit gehalten.

 

 

Der Weg in den ersten Weltkrieg:

Moltke galt sowohl in den politischen als auch in den militärischen Kreisen als Kriegsbegeistert und Kriegstreibend. Bereits 1912 habe er bei einer militärpolitischen Besprechung dem Kaiser gegenüber geäußert, dass eine Kriegsführung je eher, desto besser sei.

Auch nach der Ermordung des Österreich-Ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand und den zunehmenden Spannungen auf dem Balkan und mit Russland, hatte Moltke auf einen Krieg gedrängt. Nach der Kriegserklärung der Donaumonarchie an Serbien und in Folge der russischen Mobilmachung, sandte Moltke in der Nacht vom 30. auf den 31. Juli an den österreichisch-ungarischen Generalstabschef Franz Graf Conrad von Hötzendorf ein Telegramm, dessen Inhalt aus der Forderung nach einer sofortigen Mobilmachung bestand, jeglicher Ablehnung britischer Verhandlungsgesuche und der garantierten Unterstützung des deutschen Reiches im Falle eines Krieges mit Russland.

Dieser bekannte „Blankoscheck“ zum Krieg gegen Russland war jedoch weder mit dem Kaiser noch mit dem Generalstab abgesprochen, noch hatte Moltke hierfür überhaupt die Befugnis.

Auch im Westen bereitete Moltke den Aufmarsch der deutschen Truppen vor um den von ihm modifizierten Schlieffen-Plan umzusetzen.

Helmuth Johannes Ludwig von Moltke

 

 

Moltke im ersten Weltkrieg:

Als der erste Weltkrieg ausbrach und sich mehrere Fronten auftaten, setzte die nun eingetretene Last Moltke schwer zu. So drängte er das osmanische Reich zu einem Kriegseintritt gegen Russland, wurde jedoch abgewiesen. Sein Zustand verschlechterte sich auch, als der Kaiser den Einmarsch in Belgien stoppen lies, als dieser als eine falsche Meldung vom deutschen Botschafter aus London prüfen lies, nach der England die Neutralität Frankreichs garantieren, sofern Deutschland nicht in Belgien einmarschiert. Als sich diese Meldung als falsch herausstellte, der Einmarschplan um Tage verzögert wurde und Moltke eine Auseinandersetzung mit dem Kaiser hatte, stand er bereits vor dem Nervenzusammenbruch.

Bereits in den ersten Wochen des Krieges zeichnete sich ab, dass die Ausführung des Schlieffen-Plans gescheitert war. Fehlende Kommunikation zwischen dem Generalstab und der Heeresführung an der Front zwangen Moltke dazu, die Entscheidungsfreiheit an die Frontoffiziere abzugeben. Dies führte dazu, dass die eingeteilten Armeen nicht mehr nach dem Schlieffen-Plan marschierten sondern andere Routen wählten oder wählen mussten. Dies führte vom 5. bis 12. September 1914 zu der Schlacht an der Marne, wo der deutsche Vormarsch gestoppt wurde, ein Durchbruch nicht mehr möglich war und der sogenannte „Lauf zum Meer“ und damit der Stellungskrieg begann.

Nach dem Scheitern des Vormarsches wurde Erich von Falkenhayn Chef des großen General und Moltke inoffiziel abgelöst. Er wurde im November 1914 zum Chef des Stellvertretenden Generalstabs in Berlin ernannt von wo aus er vergeblich versuchte, Falkenhayn wieder abzulösen.

 

 

Das Lebensende:

Helmuth Johannes Ludwig von Moltke verstarb im April 1916 während in Berlin der Staatsakt für den im osmanischen Reich verstorbenen Generalfeldmarschall Colmar von der Goltz stattfand an einem Schlaganfall.

Sein Leichnam wurde auf dem Invalidenfriedhof in Berlin beigesetzt.

Grabstein Helmuth Johannes Ludwig von Moltke

 

 

Familie:

  • 1878 Hochzeit mit Eliza von Moltke-Huitfeldt

 

 

 

 

 

 

 

Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

Helmuth von Moltke und der deutsch-französische Krieg von 1870/71: Der Einfluss des preußischen Generals auf die Kriegsplanung und -führung und der … Wandel seines operativen Planungsverhaltens

Helmuth von Moltke und der deutsch-französische Krieg von 1870/71: Der Einfluss des preußischen Generals auf die Kriegsplanung und -führung und der … Wandel seines operativen Planungsverhaltens Taschenbuch – 11. September 2009

Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Geschichte Europa – Deutschland – 1848, Kaiserreich, Imperialismus, Note: 1-, Eberhard-Karls-Universitat Tubingen (Historisches Seminar, Abteilung fur Neuere und Neueste Geschichte), Veranstaltung: HS: „Der deutsch-franzosische Krieg von 1870/71 und der Ethno-Nationalismus,“ Sprache: Deutsch, Abstract: Der deutsch-franzosische Krieg von 1870/71 war der letzte der so genannten deutschen Einigungskriege, in dessen Folge es zur Grundung des Deutschen Kaiserreiches kam. Nach dem Sieg des Norddeutschen Bundes (unter der Vorherrschaft Preuens) und der mit ihm verbundeten suddeutschen Staaten uber Napoleon III. formierte sich auf kleindeutscher Grundlage ein deutscher Nationalstaat. Nach dem endgultigen Zusammenbruch des maroden Alten Reiches 1806 (das allerdings eher als loser ubernationaler Verband hunderter von Klein- und Kleinststaaten zu gelten hatte) war es im Zuge der Befreiungskriege in ganz Europa zu Nationalstaatsbewegungen gekommen, wobei den Deutschen ein einheitlicher eigener Nationalstaat aufgrund preuisch-osterreichischer Rivalitaten zunachst verwehrt blieb. Erst mit dem Sieg uber Frankreich konnten die innerdeutschen Rivalitaten insofern aus dem Weg geraumt werden, als dass die suddeutschen Staaten, die den Norddeutschen Bund gegen Napoleon III unterstutzt hatten, zu einer Reichsgrundung unter der Vorherrschaft eines preuischen Kaisers bewegt werden konnten, obwohl sie 1866 im Deutschen Krieg auf Seiten Osterreichs gegen Preuen gefochten hatten. Erst durch den deutsch-franzosischen Krieg konnte Bismarck die deutsche Einigung vollenden, expliziter formuliert durch den schnellen Sieg der Truppen Preuens und seiner Verbundeter. Dieser resultierte vor allem aus der exakten Planung der preuischen Generalitat unter Helmuth von Moltke. Doch wer war Moltke und welche Bedeutung hatte er fur den deutschen Sieg?

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Helmuth von Moltke 1848-1916, Dokumente zu seinem Leben und Wirken, 2 Bde. Bd.1: Briefe Helmuth von Moltkes an seine Frau 1877-1915; Briefe und Dokumente zu Kriegsausbruch und Kriegsschuldfrage

Helmuth von Moltke 1848-1916, Dokumente zu seinem Leben und Wirken, 2 Bde. Bd.1: Briefe Helmuth von Moltkes an seine Frau 1877-1915; Briefe und Dokumente zu Kriegsausbruch und Kriegsschuldfrage Sondereinband – 11. November 2005

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Helmuth von Moltke 1848-1916. Dokumente zu seinem Leben und Wirken, Band 2 : Briefe von Rudolf Steiner an Helmuth und Eliza von Moltke (1904-1916)

Helmuth von Moltke 1848-1916. Dokumente zu seinem Leben und Wirken, Band 2 : Briefe von Rudolf Steiner an Helmuth und Eliza von Moltke (1904-1916) Gebundene Ausgabe – 29. September 2007

Helmuth von Moltkes Stellung in der Geschichte Europas ist so bedeutsam wie verkannt. R. Steiner verfolgte nach Moltkes Tod im Juni 1916 die Post-mortem-Erlebnisse der Moltke-Individualität. Die handschriftlichen Aufzeichnungen Steiners geben ein spirituelles Bild der Vorgänge um den Ersten Weltkrieg sowie Einblicke in Moltkes karmische Vergangenheit im 9. Jahrhundert. Sie skizzieren die wahren Aufgaben des deutschen Volksgeistes sowie die Aufgabe einer neuen Ost-West-Verbindung zu Beginn des 3. Jahrtausends. Mit über dreißig neuen Dokumenten (Briefe R. Steiners an Helmuth und Eliza von Moltke und Briefe Eliza von Moltkes) und Beiträgen von Johannes Tautz und Andreas Bracher.

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Die Moltkes: Biographie einer Familie

Die Moltkes: Biographie einer Familie Gebundene Ausgabe – 22. September 2010

Olaf Jessen erzählt in seinem glänzend geschriebenen Buch aus dem Leben der Familie von Moltke, die wie keine andere in Militär und Politik die deutsche Geschichte geprägt hat. Zur Sprache kommen dabei auch die Frauen, von der Hofdame Königin Luises bis zu der kürzlich verstorbenen Widerstandskämpferin Freya von Moltke. Die Moltkes haben über sieben Generationen, vom Zeitalter Napoleons bis in unsere Gegenwart, eine führende Rolle gespielt: als Schlachtensieger und gescheiterte Weltkriegsstrategen, demokratische Regierungschefs und Innenminister des Kaisers, homosexuelle Komponisten und patriarchalische Gutsbesitzer, Botschafter des NS-Regimes und Widerstandskämpfer gegen Hitler, Investmentbanker in New York und Visionäre eines geeinten Europa. Helmuth von Moltke, der Sieger von Königgrätz und Sedan, wurde zur Ikone des Kaiserreichs, der Widerstandskämpfer Helmuth James von Moltke zur Identifikationsfigur einer demokratischen und weltoffenen Bundesrepublik.
Olaf Jessens meisterhaftes Porträt des Adelsgeschlechts ist daher mehr als eine spannende Familiengeschichte: In den Moltkes spiegelt sich die preußische und deutsche Geschichte und das sich wandelnde Selbstverständnis einer Nation.

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