Infanterie

Als Infanterie werden die zu Fuß operierenden Soldaten der Landstreitkräfte bezeichnet. Diese unterteilen sich weiter je nach Waffengattung z.B. zu Bogenschützen, Schwertkämpfern oder Musketenschützen. Mit der Motorisierung zu Beginn des zweiten Weltkrieges und danach bekamen die Infanterie Einheiten den Zusatz wie Infanterie (mot.), Panzergrenadiere oder Mot-Schützen.

Der Begriff „Infanterie“ entstand zwar in der Neuzeit wird aber Rückwirkend für alle Fußsoldaten bis in die Antike gebraucht. Ursprung der Bezeichnung stammt wahrscheinlich aus der romanischen Sprache, wo der Knappe eines Ritters als „Infante“ auf italienisch bezeichnet wurde.

 

Die Entstehung:

Mit der Bezeichnung „Infanterie“ spricht man im militärischen Sinne von disziplinierten, geordneten und koordiniertes Verhalten agierenden Einheiten. Diese Eigenschaften konnten jedoch erst mit den Anfängen von stehenden Heeren geschaffen werden, sodass die Perser und Griechen die Vorreiter dieser Truppengattung hervor brachten.

Im antiken Griechenland waren die ersten militärischen Einheiten die man Infanterie bezeichnen konnte die Phalanx. Dies war eine geschlossene Schlachtformation, bestehend aus Hopliten die mit Lanzen ausgestattet waren. Diese Formation erforderte ein hohes Maß an Disziplin, war im Gegenzug dafür für fast 300 Jahre ein schwer zu überwindendes Hindernis.

Das römische Imperium setzte ebenfalls auf ein Berufsheer, welches zur damaligen Zeit sehr modern ausgerüstet, motiviert und ausgebildet war. Im Gegensatz zu der Phalanx setzten die Römer jedoch auf kleinere, mobilere Einheiten die Manipel genannt wurden.
Die Basis der römischen Armee bildeten hierbei die Legionäre, die zur damaligen Zeit weit fortgeschritten waren und die schon der heutigen bekannten Infanterie ähnlich waren.

 

 

 

Die Infanterie im Mittelalter:

Die in der Antike von den Griechen und Römern hervorgegangene Struktur der Infanterie zerfiel im Mittelalter zum Teil wieder. Besonders im frühen Mittelalter bildeten nicht mehr gut ausgebildete Berufs- oder Zeitsoldaten die Basis der Landheere, sondern Bauern, die im Falle eines Krieges kurzerhand bewaffnet und dann in die Schlacht geschickt wurden. Zudem setzten die damaligen Herrscher ihren militärischen Schwerpunkt deutlich auf die aufkommende Kavallerie in Form der fränkischen Panzerreiter und / oder die Ritter. Erst mit der Einführung des englischen Langbogens und der damit verbundenen langjährigen Ausbildung bildete sich in dieser Waffengattung wieder ein gewisser Ansatz der Infanterie.

Ab dem Ende des 14. Jahrhunderts erfolgte durch die Schweizer wieder die ersten richtigen Infanterie Einheiten. Diese Landsknecht Einheiten waren mit Spießen und Streitäxten ausgerüstet, gut ausgebildet und konnten koordiniert kämpfen. Im späteren Verlauf wurden die Infanteristen mit den neuen Feuerwaffen ausgestattet.

Eine der wichtigsten und entscheidendsten Reformen im Militärwesen zur Ebnung der heutigen Struktur der Infanterie wurde im 30-jährigen Krieg durch den schwedischen König Gustav II. Adolf durchgeführt. Aufgrund klammer Kassen, konnte sich der König kein Söldnerheer wie andere europäische Länder leisten. Also führte er die Wehrpflicht ein, lies die Soldaten gut ausbilden und stattete sie mit modernen Musketen aus. Zudem schaffte er eine wegweisende Hierarchie, so wurden Kompanien, Batallione und Regimenter eingeführt. Erstmals wurden auch Uniformen und Rangabzeichen eingeführt, dies hatte zur Folge, dass die Vereinheitlichung gefördert wurde und die Kampfmoral sowie der Korpsgeist erheblich stiegen.

 

Das Revolutionszeitalter:

Im 18. Jahrhundert waren die Fußsoldaten fast ausschließlich mit Feuerwaffen ausgestattet. Dies führte dazu, dass die sogenannte „Linientaktik“ Einzug in die Schlachten hielt. So standen sich Reihen von Soldaten mit Musketen gegenüber und eröffneten auf Befehl das Feuer auf den Gegner. Entscheidend dabei waren eigentlich nur noch die Treffgenauigkeit des einzelnen Soldaten und die Anzahl der auf den Feind abgefeuerten Waffen. Schnelle Manöver wurden lediglich nur noch von der Kavallerie durchgeführt, ansonsten blieb das Schlachtfeld weitestgehend starr.

 

Preussische Infanterie

Preussische Infanterie

 

Diese Starrheit änderte sich erst wieder mit dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und wurde später von Napoleon verbessert. Durch den Umstand, dass im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ausgebildete US Soldaten mit unausgebildeten Freiwilligen zusammen gegen das englische Berufsheer kämpften, bildete sich auf amerikanischer Seite eine neue Art der Taktik. Diese als „zerstreute Ordnung“ eingegangene Taktik, erlaubte es den Amerikanern, einen nicht linearen und vorhersehbaren Kampf gegen das starre englische Heer zu führen und so schlussendlich den Sieg zu erringen. Diese Taktik wurde später auch von Napoleon in einen Eroberungszügen eingesetzt und soweit weiterentwickelt, dass andere europäische Länder diese Taktik ebenfalls übernahmen.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts in den nächsten großen Kriegen zeigte sich der Vormarsch der Technik in Bezug auf die Waffenausstattung der Infanterie und deren Einsatz im Gefecht. So erlangte die britische Armee im Krim Krieg aufgrund ihrer weitaus besseren Waffen den Sieg über die russischen Truppen. Dieser erste „moderne“ Krieg war auch der erste seiner Art, indem Graben und Stellungsgefechte geführt wurden.

 

 

Der erste Weltkrieg:

Im ersten Weltkrieg zeigte sich auf grausame Art, dass die Infanterie seit langem die Hauptlast eines Krieges trägt. Die europäischen Armeen setzten auf die Millionenfache Masse ihrer Soldaten die den Feind mit Artillerie Unterstützung angreifen sollte. Diese, bis heute angewendete Stoßtrupp Taktik setzt darauf, dass die Artillerie den Feind niederhält, die Infanterie angreift und eine Bresche in die feindliche Verteidigung schlägt, wodurch nachrückende Soldaten den Feind aufreiben sollten.

Besonders im ersten Weltkrieg wurde die Ausrüstung der Infanterie immer schneller Weiterentwickelt. Neben Waffen wie dem Maschinengewehr und Handgranaten, kamen neue wie der Flammenwerfer hinzu.

 

 

 

Der zweite Weltkrieg:

Auch im zweiten Weltkrieg lag die Hauptlast der Kämpfe bei der Infanterie. Doch durch die Entwicklung und den Einsatz der neuen Panzerwaffe und Flugzeuge, verlor diese etwas an Bedeutung und musste an die neuen Gegebenheiten der schnellen Angriffe angepasst werden. So wurde in der Wehrmacht die Truppengattung Panzergrenadiere eingeführt. Diese Infanterie war zum Teil mit Schützenpanzer (bei der Wehrmacht mit dem Schützenpanzerwagen Sd.Kfz. 250 oder dem Schützenpanzerwagen Sd.Kfz. 251) ausgestattet um den schnellen Verbänden der Panzer nachfolgen zu können.

 

 

 

Die moderne Infanterie:

Zu Zeiten des Kalten Krieges verlor die Infanterie weiter als Hauptstütze der Landstreitkräfte ihre Bedeutung. Die Streitkräfte setzten nun vermehrt auf Panzer, Flugzeuge, Hubschrauber und besonders auf die Abschreckung mit Nuklearwaffen. Die Aufgaben der Infanterie wurden dementsprechend den Gegebenheiten angepasst und diese ausgestattet. Das Zusammenwirken der einzelnen Truppenteile von der Luftwaffe über die Panzereinheiten bis hin zu den mit Schützenpanzern ausgestatteten Infanteristen war nun Hauptbestandteil der militärischen Taktik. Nach dem Kalten Krieg entfielen auch die klassischen Kriege zwischen 2 Armeen verschiedener Staaten. Ausnahme hiervon sind lediglich die beiden Golfkriege, die aufgrund der technischen und taktischen Überlegenheit der US geführten Truppen eher ein Krieg der Luftwaffe, Lenkraketen und Panzer angesehen werden kann. Die Infanterie spielte in den Gefechten keine Rolle sondern diente nur der Sicherung eroberter Gebiete. Durch das Auftreten der asymmetrischen Kriegsführung von aufkommenden Terrororganisationen die an keine Länder gebunden sind und eher die Guerilla Taktik anwenden, bezieht sich das Aufgabenfeld der heutigen Infanterie hauptsächlich auf Sicherungs- und Aufklärungsaufgaben. Gefechte werden zudem meistens in Städten und / oder in unwegsamem Gelände geführt.

 

 

 

 

 

 

Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

Die deutschen Infanterie-Divisionen

 Die deutschen Infanterie-Divisionen Gebundene Ausgabe – 1. April 2005


Die deutschen Infanterie-Divisionen Gebundene Ausgabe – 1. April 2005

Das deutsche Heer stand bei Beginn des Zweiten Weltkriegs mit 80 Infanterie-Divisionen bereit. Nachdem sich Hitler entschlossen hatte, noch vor Einbruch des Winters 1939/40 auch in Frankreich einzumarschieren – woraus allerdings nichts wurde – musste das Oberkommando des Heeres weitere Infanterie-Divisionen aufstellen und frontverwendungsfähig ausbilden. Als sich dann nach diesem Feldzug im Sommer 1940 die militärische Lage verschärfte und schließlich ganz Europa und Nordafrika erfasste, fand das Heer „keine Ruhe“. Immer mehr und immer neue Divisionen, teils improvisiert und eilig zusammengestellt, wurden an die Fronten transportiert. Schließlich standen deutsche Soldaten vom Nordkap bis zur Sahara, vom Atlantik bis zur Wolga im Kampf. Durch das Anwachsen der Verluste verringerte sich naturgemäß die Stärke der Divisionen. Daher wurden immer wieder neue Divisionen gebildet, in die Schlacht geworfen und ihrem Untergang preisgegeben. Der bekannte Militärhistoriker Werner Haupt berichtet in diesem Werk über die Geschichte der deutschen Infanterie-Divisionen von 1921 bis 1945. Das erstmals in einem Band zusammengefasste Werk trägt dazu bei, eine 25-jährige Epoche deutscher Zeitgeschichte klar und umfassend darzustellen. Die Geschichte der behandelten Divisionen zeigt deutlich die Veränderungen im Organisationsschema von Großverbänden auf, die aufgrund veränderter geographischer Lage, strategischer Entscheidungen, aber auch wegen der von Jahr zu Jahr knapper werdenden Personal-, Material- und Produktionslage eintraten. Bilder, Kartenskizzen und viele Anlagen vervollständigen diesen dokumentarisch wertvollen Band.

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Napoleon und seine Armee (Epochen der Weltgeschichte)

 Napoleon und seine Armee (Epochen der Weltgeschichte) Taschenbuch – 30. November 2009


Napoleon und seine Armee (Epochen der Weltgeschichte) Taschenbuch – 30. November 2009

In diesem Band der Reihe zu militärhistorischen Themen wird eine wesentliche Epoche der europäischen Geschichte durch ihre Feldherren und deren Armeen skizziert und von Experten der Militärgeschichte analysiert. Über den kleinen großen Korsen ist Vieles geschrieben worden. Dieser Band bietet deutlich mehr: Er ist der Abriss der Epoche im Spiegel seiner Armeen. Der Band stellt – historisch fundiert – die damalige politische Lage, das Zeitalter und seine führenden Köpfe vor, um dann den Fokus auf die jeweilige Armee zu richten. Der Autor analysiert Stärken und Schwächen unterschiedlichster Führungskonzepte und Strategien und präsentiert, auch in eingängigen Abbildungen, Offizierkorps, Soldaten, Waffengattungen und technische Einheiten. In zahlreichen zeitgenössischen Erinnerungen und Tagebuchaufzeichnungen, die ausgesprochen unterhaltsam zu lesen sind, sind Geschichtsbilder über politische Auswirkungen entstanden, die in herkömmlichen Geschichtsbüchern kaum zu finden sind und die bis in unsere Tage reichen.

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Die deutsche Armee im Ersten Weltkrieg: Uniformierung und Ausrüstung – 1914 bis 1918

 Die deutsche Armee im Ersten Weltkrieg: Uniformierung und Ausrüstung - 1914 bis 1918 Gebundene Ausgabe – 1. Oktober 2004


Die deutsche Armee im Ersten Weltkrieg: Uniformierung und Ausrüstung – 1914 bis 1918 Gebundene Ausgabe – 1. Oktober 2004

In diesem 640 Seiten umfassenden Prachtbildband wird zum ersten Mal die Uniformierung und Ausrüstung des deutschen Heeres im Ersten Weltkrieg umfassend dargestellt. Über 1400 brillante Farbfotos zeigen das gesamte Spektrum der Bekleidung und Abzeichen, vom einfachen Soldaten bis zum Generalfeldmarschall. Im Buch werden nicht nur alle während des Krieges getragenen Stücke ausführlich beschrieben, sondern auch die besonderen Uniformen und Abzeichen der einzelnen Truppengattungen im Detail erläutert. Das faszinierende Spektrum der historischen Originale wird durch rund 400 zeitgenössische Fotos ergänzt, auf denen die Trageweise der Bekleidungsstücke unmittelbar sichtbar wird. Damit entsteht ein plastisches Bild der deutschen Armee und ihren äußerlichen Veränderungen, vom Ausmarsch 1914 bis zum Ende des Krieges. Für diesen Bildband wurde der noch nie veröffentlichte Bestand des Bayerischen Armeemuseums Ingolstadt fotografiert, ergänzt durch zentrale Stücke aus dem Wehrgeschichtlichen Museum in Rastatt. Bei aller Tarnfunktion brachte die feldgrauen Uniform stets die Gliederung der deutschen Armee in verschiedene Kontingente und Truppengattungen zum Ausdruck. In diesem Buch ist die Uniformierung und Ausrüstung der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg in einem noch nie dagewesenen Umfang dargestellt, daher ein „MUSS“ für jeden Sammler und militärhistorisch Interessierten.

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Kampfkraft: Militärische Organisation und Leistung der deutschen und amerikanischen Armee 1939-1945

 Kampfkraft: Militärische Organisation und Leistung der deutschen und amerikanischen Armee 1939-1945 Gebundene Ausgabe – Februar 2011


Kampfkraft: Militärische Organisation und Leistung der deutschen und amerikanischen Armee 1939-1945 Gebundene Ausgabe – Februar 2011

In diesem Werk vergleicht der Autor die deutsche Wehrmacht in Sachen Organisation, Training, Lehre, Taktik und Organisationskunst mit den Streitmächten der Alliierten und zeigt, daß sie ihren Gegnern in dieser Hinsicht überlegen war. Auch die Disziplin und Moral ihrer Soldaten bezeichnet Creveld in seiner überaus sachlich geschriebenen Studie als vorbildhaft. Als Jude, der Teile seiner Familie in nationalsozialistischen Konzentrationslagern verloren hat, liegt es Creveld fern, die Verbrechen des NS-Regimes in irgendeiner Weise zu beschönigen, doch hält er ebenso daran fest, daß die Wehrmacht als solche keine verbrecherische Organisation gewesen ist. Daher erklärte er auch in einem Interview mit der Zeitschrift „Focus“ anläßlich des 60. Jahrestages des Kriegstages, daß hinsichtlich Strategie, Organisation und Doktrin keine Armee des 20. Jahrhunderts mehr der Wehrmacht ähnelte als die israelische.

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