Internationales Komitee vom Roten Kreuz

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz ist eine gemeinnützige Organisation, die aus den Beobachtungen und Erfahrungen des schweizer Geschäftsmannes Henry Dunant aus den Schlachten von Solferino und San Martino heraus resultiert. Die unabhängige Organisation versteht sich auf den Schutz des Lebens, der Gesundheit und der Würde sowie die Verminderung des Leids von Menschen in Not ohne Ansehen von Nationalität und Abstammung oder religiösen, weltanschaulichen oder politischen Ansichten der Betroffenen und Hilfeleistenden.

 

Hintergrund:

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts existierte keine geregelte Versorgung, Behandlung oder ein geregelter Umgang mit Kriegsverwundeten. Genauso wenig gab es eine Versorgung nach dem Militärdienst für Verwundete oder durch Verletzungen eingeschränkte Soldaten.

In den Kriegen bis dahin wurden die Verwundeten auf dem Schlachtfeld meistens sich selbst überlassen oder nur notdürftig versorgt. Es kam auch nicht selten zu Übergriffen oder Misshandlungen durch gegnerische Soldaten oder auch Zivilisten. Dementsprechend hoch waren auch die Verluste, die durch die schlechte Versorgung eintraten. Überlebten Soldaten ihre Verletzungen waren aber anschließend körperlich eingeschränkt, mussten diese für ihren Lebensunterhalt ebenfalls selber aufkommen. Staatliche Fürsorge gab es zu dieser Zeit nicht.

Dieser Umgang mit Verwundeten war auch Teil des Krieges zwischen den französischen und österreichischen Truppen während der italienischen Einigungskriege. In der Schlacht von Solferino am 24. Juni 1859 wurden rund 25.000 Soldaten verwundet oder waren durch die unzureichende Versorgung völlig entkräftet. Henry Dunant, der eigentlich auf dem Weg zum französischen Herrscher Napoleon III. war um über den Erhalt von Landkonzessionen in Algerien zu sprechen, wurde Augenzeuge dieses Schreckens. Er brach seine Reise ab und blieb mehrere Tage auf dem Schlachtfeld um Verwundete zu Versorgen und um sich um die Organisation der Hilfsmaßnahmen zu kümmern.

Henry Dunant

Henry Dunant

 

Dunant war von dem Schrecken derart angetan, dass er 1862 ein Buch über seine Erfahrungen veröffentlichte und dieses an die Herrscherhäuser der europäischen Großmächte verschickte mit der Idee, zur Gründung von freiwilligen Hilfsorganisationen die zur Versorgung von Verwundeten eingesetzt werden sollen und Verträge über den Umgang mit Kriegsverwundeten erarbeitet und abgeschlossen werden sollen. Der Grundstein für das Rote Kreuz war damit gelegt.

 

Die Gründung:

Am 9. Februar 1863 wurde in Genf von Dunant zusammen mit dem Juristen Gustave Moynier, den Ärzten Louis Appia und Théodore Maunoir sowie dem Armeegeneral Guillaume-Henri Dufour ein Komitee der Fünf gegründet, um die Vorbereitungen für eine internationale Konferenz zur Umsetzung seiner geplanten Vorstellung zu beginnen.

Die fünf Gründungsmitglieder

Die fünf Gründungsmitglieder

 

Am 17. Februar erfolgte die Umbenennung in Internationales Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege.

Vom 26. bis zum 29. Oktober 1863 erfolgte die Konferenz zur Umsetzung der Ziele. Der Konferenz wohnten insgesamt 36 Personen bei, darunter 18 offizielle Delegierte von Regierungen ihrer jeweiligen Länder, sechs Delegierte verschiedener Vereine und Verbände, sieben nicht offizielle ausländische Teilnehmer und die fünf Mitglieder des Internationalen Komitees.

Die  vertretenen Länder waren:
– Baden
– Bayern
– Frankreich
– Großbritannien
– Hannover
– Hessen-Darmstadt
– Italien
– Niederlande
– Österreich
– Preußen
– Russland
– Sachsen
– Schweden
– Spanien

Am Ende der Konferenz wurden einige Beschlüsse in Form von Resolutionen angenommen:
– die Gründung nationaler Hilfsgesellschaften für Kriegsverwundete
– die Neutralität der Verwundeten
– die Entsendung freiwilliger Pflegekräfte für Hilfeleistungen auf das Schlachtfeld
– die Organisation und Durchführung weiterer internationaler Konferenzen
– die Einführung eines Kenn- und Schutzzeichens in Form einer weißen Armbinde mit rotem Kreuz

1864 erfolgte, auf Einladung der Schweizer Regierung, die nächste Einladung an der 26 Delegierte aus 16 Staaten teilnahmen, darunter die Vereinigten Staaten von Amerika, Brasilien und Mexiko. In Folge der Gespräche wurde am 22. August 1864 die erste Genfer Konvention erarbeitet und von 12 Staaten unterzeichnet. In dieser Konvention sollte der Umgang mit Verwundeten und Hilfspersonal verbindlich festgelegt werden um diesen schrecklichen Teil eines Krieges deutlich zu lindern.

In diesem Zeitraum bildeten sich auch in den jeweiligen Ländern die ersten nationalen Gesellschaften des Roten Kreuzes.

Das Rote Kreuz Symbol

Das Rote Kreuz Symbol

 

 

Die ersten Einsätze des Roten Kreuzes:

Der erste Einsatz der Organisation erfolgte im deutsch-dänischen Krieg, der vom Februar bis Oktober 1864 andauerte. Während der Schlacht von Oeversee wurde erstmals ein Feldlazarett des Roten Kreuzes eingesetzt. Während der Schlacht an den Düppeler Schanzen vom 16. April 1864, beobachteten mit Louis Appia und dem holländischen Hauptmann Charles van de Velde erstmals 2 offizielle Vertreter die Einhaltung der Richtlinien.

1864 übernahm Gustave Moynier den Vorsitz über die Organisation, 1867 musste der Geschäftsmann Henry Dunant seinen Bankrott anmelden und schied anschließend ganz aus der von ihm gegründeten Organisation aus.

Mit dem deutsch-französischem Krieg von 1870 und 1871 zeigte sich nun endgültig die Notwendigkeit der Hilfsorganisation. Preußens Armee arbeitete bereits von Anfang an eng mit dem Roten Kreuz zusammen, wobei die preußischen Abteilungen auch sehr gut mit Material ausgerüstet waren und über eine hervorragende Organisation verfügten. Dementsprechend waren die Verluste durch Verwundungen auf preußischer Seite deutlich unter denen, die direkt im Feld gefallen waren. Anders sah es zu dem Zeitpunkt auf französischer Seite aus. Dort war das Rote Kreuz deutlich schlechter ausgestattet und organisiert. Die französischen Verluste durch Verwundungen beliefen sich dadurch auf das dreifache denen der Preußen. Erstmals wurden in diesem Krieg auch nicht nur eigene Verbände des Roten Kreuzes eingesetzt sondern es beteiligten sich auch Verbände aus Russlands, der Schweiz, Irlands und Luxemburgs.

1876 erfolgte dann die Umbenennung in Internationales Komitee vom Roten Kreuz, was bis heute Gültigkeit hat.

1878 erfolgte dann erstmals auch die Unterstützung von Flüchtlingen und Zivilisten, die während der Balkankrise von dem Konflikt betroffen waren und Hilfe benötigten.

Während des spanisch-amerikanischen Krieges von 1898 wurden mit den Schiffen Moynier, Red Cross und State of Texas zum ersten mal auch Hospitalschiffe in einem Krieg eingesetzt, die zur Versorgung und dem Transport von Verwundeten eingesetzt wurden.

Henry Dunant, der Gründer des Roten Kreuzes, erhielt 1901 zusammen mit dem französischen Pazifisten Frédéric Passy, den zum ersten mal verliehenen Friedensnobelpreis für sein Lebenswerk des Roten Kreuzes. Damit wurde ihm eine späte Ehrung für seinen Einsatz und Hingabe zur Linderung von Leid zugetragen. Er verstarb am 30. Oktober 1910 in Heiden in der Schweiz.

 

Der erste Weltkrieg:

Die Hauptaufgabe des Roten Kreuzes während des ersten Weltkrieges war die Erfassung von Kriegsgefangenen, die Abwicklung von Briefen und Pakten von und zu diesen sowie die Vermittlung beim Gefangenenaustausch. Hierfür wurde bereits kurz nach ausbruch des Krieges eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet von der aus alles organisiert wurde. Von 1916 bis 1919 war diese Stelle in Musée Rath eingerichtet.

Eine weitere Aufgabe bestand in der Überwachung der Genfer Konvention und deren Abmahnung an die jeweilige Regierung eines Landes. Nach den ersten Einsätzen von chemischen Kampfstoffen versuchte das Rote Kreuz durch Protest, diese Waffen von den Schlachtfeldern fernzuhalten, was ohne Ergebnis blieb.

Auch wurden die Zivilisten die sich in den Kampfzonen befanden, vom Roten Kreuz versorgt. Eine Versorgung von verwundeten Soldaten an den vordersten Schützengräben war angesichts der Gefährdung des Personals nicht möglich. Erst in den hinteren Linien und den dort eingerichteten Lazaretten konnte eine Versorgung stattfinden.

Nach dem Krieg organisierte das Rote Kreuz auch die Rückführung von über 400.000 Kriegsgefangenen. Für ihren Einsatz wurde das Rote Kreuz 1917 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Es war das einzige Kriegsjahr wo der Preis verliehen wurde.

Aus den Erfahrungen des Krieges begann man ab 1920 mit der Gründung des Völkerbundes, der die Versorgung und Unterstützung von Kriegsgefangenen und Vertriebenen organisieren sollte.

1925 wurde durch das Genfer Protokoll auch der Einsatz von chemischen und biologischen Waffen verboten. 1929 wurde weiter die erste Genfer Konvention überarbeitet und ein neues Abkommen über die Behandlung von Kriegsgefangenen eingefügt.

1934 wurde auf der internationalen Rotkreuzkonferenz erstmal der Schutz der Zivilbevölkerung in den Fokus gestellt, die während des ersten Weltkrieges in hohem Maße direkt von den Kampfhandlungen betroffen waren und nun durch Richtlinien ebenfalls besonders geschützt werden sollten. Zu diesem Zeitpunkt jedoch zeigte kein Land ein besonders großes Interesse an einer derartigen Richtlinie, sodass bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges kein Abkommen abgeschlossen werden konnte.

 

Der zweite Weltkrieg:

Die Arbeiten des Roten Kreuzes während des zweiten Weltkrieges beruhen hauptsächlich auf den Punkten der Genfer Konvention der Fassung von 1929. Hierbei lag der Schwerpunkt wie im ersten Weltkrieg hauptsächlich bei der Betreuung, Versorgung und der Postverteilung von Kriegsgefangenen.

Im Gegensatz zum ersten Weltkrieg beeinträchtigten besonders 2 Bereiche die Arbeiten des Roten Kreuzes:
1. Weder die Sowjetunion noch Japan waren der Konvention von 1929 beigetreten
2. Insassen von Konzentrationslagern waren Kriegsgefangenen nicht gleichgesetzt und entzogen sich damit der Aufsicht durch das Rote Kreuz

Zu Beginn des Krieges versuchte noch das Rote Kreuz in Deutschland die Gleichsetzung von KZ Insassen mit Kriegsgefangenen gleichzusetzen. Dies wurde mehrfach abgelehnt. Um Repressalien Seitens Deutschlands zu entgehen, stellte die Organisation den Versuch der Gleichsetzung doch schon bald ein. Auch um ihre strikte Neutralität zu wahren und um nicht den Einmarsch deutscher Truppen in die Schweiz zu provozieren, enthielt das Rote Kreuz die Kenntnisse über die Konzentrationslager gegenüber den Alliierten. Nach dem Krieg wurden der Organisation in diesem Zusammenhang eine gewisse Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten vorgeworfen.

1944 erhielt das Rote Kreuz erneut den Friedensnobelpreis. Ebenfalls die einzige Verleihung während der Kriegsjahre.

Nach dem Krieg lag der Schwerpunkt der Arbeit in der Vermittlung von Kriegsgefangenen und der Versorgung der Zivilbevölkerung, die in diesem Krieg mehr als jemals zuvor in Mitleidenschaft gezogen wurde.

 

Das Rote Kreuz heute:

Nach dem zweiten Weltkrieg und den daraus erfolgten Lehren wurde die Genfer Konvention neu aufgearbeitet, angepasst und am 12. August 1949 als Genfer Abkommen I und III verabschiedet. Weiter wurden das Genfer Abkommen II und IV. verabschiedet, was die Verbesserung des Loses der Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der bewaffneten Kräfte zur See zum einen und den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten zum anderen regelt.

1963 erfolgte zum dritten mal die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Organisation.

1977 wurden weitere Ergänzungen über die zulässigen Mittel und Methoden der Kriegsführung und den Umgang mit Personen, die an einem Konflikt beteiligt sind. Auch wurden nichtlineare Kriege im Sinne von Bürgerkriegen aufgenommen.

Internationales Rotes Kreuz Symbol

Internationales Rotes Kreuz Symbol

 

 

Die Rothalbmond Gesellschaft:

1868 wurde in dem osmanischen Reich der dortige Ableger des Roten Kreuzes gegründet. Zuerst unter der Kennung Osmanische Hilfsorganisation für verwundete und kranke Soldaten erhielt der Ableger 1947 seine jetzige Kennung.

Da das rote Kreuz auf weißem Hintergrund die muslimischen Menschen in der Region zu sehr an die christlichen Kreuzzüge erinnerte, wurde das Kreuz durch einen Halbmond ersetzt. Die Aufgaben und Ziele sind jedoch identisch mit dem des Roten Kreuzes.

Türkischer Roter Halbmond Symbol

Türkischer Roter Halbmond Symbol

 

 

 

 

 


Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

Solferino und die humanitären Folgen: Die Enstehungsgeschichte des Internationalen Roten Kreuzes

Solferino und die humanitären Folgen: Die Enstehungsgeschichte des Internationalen Roten Kreuzes Broschiert – September 2009

Solferino und die humanitären Folgen: Die Enstehungsgeschichte des Internationalen Roten Kreuzes Broschiert – September 2009

Bei Solferino am Gardasee kam es am 24. Juni 1859 zur Entscheidungsschlacht zwischen Italienern und Österreichern. Da die Verwundeten kaum versorgt werden konnten, waren rund 10.000 Tote zu beklagen. Der visionäre Schweizer Henry Dunant – Augenzeuge des blutigen Gemetzels – ergriff daraufhin die Initiative zur Gründung des Roten Kreuzes. Es sollte sich zur größten Hilfsorganisation der Welt entwickelten. Die Bewährungsprobe der Idee erfolgte zunächst auf den europäischen Kriegsschauplätzen. Vor dem Hintergrund insbesondere der deutschen Geschichte berichtet das Buch, wie der Weg des Roten Kreuzes im 19. Jahrhundert verlaufen ist. Gerhard Piper (Jahrgang 1957) ist Publizist und Politikwissenschaftler. Der Autor war jahrelang Redakteur der Zeitschrift „antimilitarismus information“ und ist heute wissenschaftlicher Mitarbeiter beim „Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit“ (BITS). Thematisch beschäftigt er sich vor allem mit Katastrophenschutz, ABC-Waffen, Militäreinsätzen oder Terrorismus.

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Das Rote Kreuz: Geschichte einer humanitären Weltbewegung (Beck’sche Reihe)

Das Rote Kreuz: Geschichte einer humanitären Weltbewegung (Beck'sche Reihe) Taschenbuch – 12. Februar 2013

Das Rote Kreuz: Geschichte einer humanitären Weltbewegung (Beck’sche Reihe) Taschenbuch – 12. Februar 2013

Jedermann kennt es, das Symbol des Roten Kreuzes: Hilfe bei Krankheit, Katastrophen, Krieg, das ist es, was seit nunmehr 150 Jahren mit diesem heute weltweit wohl wertvollsten Markenzeichen auf dem Wohlfahrtsmarkt verbunden wird. Der Ursprung, die wechselhafte Geschichte und die einzigartig komplexe Organisationsstruktur der humanitären Weltbewegung sind hingegen weit weniger bekannt. Daniel-Erasmus Khan zeigt, wie die internationale Rotkreuz-Bewegung entstand, wie sie sich zu dem entwickelte, was heute mit ihr verbunden wird und welchen Herausforderungen sie sich gegenüber sieht.

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Rotes Kreuz und Weiße Fahne: Henry Dunant 1828-1910 – Der Mensch hinter seinem Werk (Schriftenreihe Geschichte & Frieden)

Rotes Kreuz und Weiße Fahne: Henry Dunant 1828-1910 - Der Mensch hinter seinem Werk (Schriftenreihe Geschichte & Frieden) Gebundene Ausgabe – 22. September 2010

Rotes Kreuz und Weiße Fahne: Henry Dunant 1828-1910 – Der Mensch hinter seinem Werk (Schriftenreihe Geschichte & Frieden) Gebundene Ausgabe – 22. September 2010

Mit religiösem Enthusiasmus und jugendlicher Dynamik strebt Henry Dunant nach einem ebenso wirtschaftlich erfolgreichen wie gottgefälligen Leben, gerät 1859 auf das Schlachtfeld von Solferino und erwirbt sich als Gründer des Roten Kreuzes und – wie schon in jüngeren Jahren – des CVJM unvergängliche Verdienste. Als Protagonist eines christlichen Zionismus setzt er sich auf der Grundlage eines friedlichen Nebeneinander für den Aufbau sowohl eines israelischen als auch eines palästinensischen Staates ein und entwirft Siedlungsprojekte auf dem Boden des Heiligen Landes. Fehlspekulationen und eine Verurteilung wegen vorsätzlichen Betruges stürzen Dunant ins Elend – und er zieht als Vagabund durch Europa. Seinen Gegnern gelingt es beinahe, ihn vergessen zu machen. Von schweren Depressionen und Verfolgungsängsten heimgesucht, bereitet der Totgeglaubte seine Rehabilitierung vor und erhält 1901 zusammen mit Frédéric Passy den Friedensnobelpreis. Als Kritiker des Militarismus und europäischen Kolonialismus sowie des etablierten Christentums tritt der Pazifist erneut an die Öffentlichkeit und erweist sich, indem er vor künftigen Katastrophen warnt, als Visionär von bleibender Aktualität. Während ihn bisherige Darstellungen vorrangig im Licht und Schatten des Roten Kreuzes sehen, gehen Dieter und Gisela Riesenberger in ihrer Biografie bewusst den Widersprüchen in der Person Henry Dunants nach, zeigen seine Höhen und Tiefen, führen sein facettenreiches Denken und Handeln vor Augen und würdigen ihn als „großen Menschen“ hinter seinem Werk.

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Hakenkreuz und Rotes Kreuz: Eine humanitäre Organisation zwischen Holocaust und Flüchtlingsproblematik

Hakenkreuz und Rotes Kreuz: Eine humanitäre Organisation zwischen Holocaust und Flüchtlingsproblematik Gebundene Ausgabe – 22. Mai 2013

Hakenkreuz und Rotes Kreuz: Eine humanitäre Organisation zwischen Holocaust und Flüchtlingsproblematik Gebundene Ausgabe – 22. Mai 2013

Mit seiner 150-jährigen Geschichte gehört das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) besonders in Kriegszeiten zu den ältesten und aktivsten Hilfsorganisationen. Die wertvolle Hilfeleistung des IKRK für Millionen Verwundete und Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg steht außer Zweifel, das Schweigen zum Holocaust wird dem Roten Kreuz aber bis heute zum Vorwurf gemacht. Nicht zuletzt diese Kritik führte in den ersten Nachkriegsjahren zu einer schweren institutionellen Krise der traditionsreichen Genfer Organisation. Mitten in dieser tiefen Imagekrise verhalf das IKRK gleichzeitig Kriegsverbrechern zur Flucht. So konnten sich Adolf Eichmann und viele andere Täter mit neuer oder alter Identität und Papieren des Roten Kreuzes der Justiz entziehen.
Gerald Steinacher legt in diesem Buch die Haltung der Hilfsorganisation zum Nazi-Regime, die Hintergründe des Schweigens und die Gründe der späten Hilfsmaßnahmen dar, beschreibt die institutionelle Krise und ihre Überwindung und stellt mit seinen Forschungsergebnissen erstmals die Nazi-Fluchthilfe nach 1945 und das Handeln des IKRK während des Holocaust in einen größeren Kontext.

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Im Zeichen der Menschlichkeit: Geschichte und Gegenwart des Deutschen Roten Kreuzes

Im Zeichen der Menschlichkeit: Geschichte und Gegenwart des Deutschen Roten Kreuzes Gebundene Ausgabe – 14. Oktober 2013

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Vom Hilfswerk für verwundete Soldaten zur bedeutendsten humanitären Organisation der Welt

Unter dem Eindruck des Leidens verwundeter Soldaten auf dem Schlachtfeld von Solferino wurde 1863 in Genf eine zivile Hilfsorganisation gegründet mit dem Ziel, Verwundeten künftig besser zu helfen. Ihr Kennzeichen: das rote Kreuz auf weißem Grund. Noch im selben Jahr bildete sich in Deutschland eine erste freiwillige Hilfsgesellschaft unter diesem Zeichen.

In seinem Buch, das auf die reichen Zeugnisse in den Archiven des Internationalen und des Deutschen Roten Kreuzes zurückgreifen kann, schildert Stefan Schomann die Geschichte des deutschen Zweigs der Organisation und ihrer engagierten Mitarbeiter durch die Zeiten der Weltkriege und der deutschen Teilung hindurch bis in die Gegenwart. Er erzählt von selbstlosen Heldentaten und von politischem Missbrauch, von medizinischem Fortschritt und von den Herausforderungen, denen sich das Rote Kreuz im 21. Jahrhundert gegenüber sieht.

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