Jeanne d’Arc

Jeanne d’Arc (auch Johanna von Orléans oder die Jungfrau von Orléans genannt) war eine Kriegerin, die während des hundertjährigen Krieges gegen die Engländer auf französischer Seite kämpfte und heute in Frankreich als Nationalheldin, Märtyrerin und Heilige verehrt wird.

Herkunft und Jugendzeit:

Geboren wurde Jeanne vermutlich am 6. Januar 1412 in Domrémy, genaue Aufzeichnungen oder Dokumente über ihre Geburt sind jedoch nicht vorhanden. Ihre Eltern Jacques Darc und Isabelle Romée waren zur damaligen Zeit wohlhabende Bauern. Ihre Jugend erlebte sie während des hundertjährigen Krieges, bei dem England und Frankreich aufgrund von Thronerbe Streitigkeiten ein Krieg ausgebrochen war.

Das Besondere an Jeanne waren die, laut ihrer eigenen Aussage, auftretenden Visionen, die mit ihrem 13. Lebensjahr begannen. In diesen Visionen sprachen die heilige Katharina, später auch der Erzengels Michael und die heilige Margareta zu ihr. Ihr wurde mitgeteilt, dass sie dazu berufen sei die Engländer zu besiegen und Karl VII. zur französischen Krone zu verhelfen. Mehrere Jahre lang erhielt sie diese Visionen bis sie am 25. Dezember 1428 ihr Heim verließ um die Anweisungen umzusetzen.

 

Ihr Kampf gegen die Engländer:

Nach ihrem Aufbruch erreichte Jeanne am 1. Januar 1429 die Festung Vaucouleurs, wo sie nach 3 Versuchen beim Stadtkommandanten Robert de Baudricourt vorsprechen und ihr Anliegen überbringen konnte.
Robert de Baudricourt lies sich überzeugen und stellte Jeanne eine Eskorte bestehend aus Jean de Metz und Bertrand de Poulengey zur Verfügung, die sie bei der Weiterreise zu Karl VII. nach Chinon begleiten sollten.

Jeanne d’Arc

Jeanne d’Arc

In Chinon traf sie nach 11 Tagen am 5. März 1429 ein wo sie, nach einem Empfehlungsschreiben von Baudricourts, auch gleich vom Thronerbe empfangen wurde. Auch diesem teilte sie ihre Visionen mit und konnte Karl überzeugen, ihren Kampf zu unterstützen. Um auch andere zu überzeugen, wurde Jeanne in Poitiers 3 Wochen lang von Geistlichen und hochgestellten Persönlichkeiten auf ihre Glaubwürdigkeit, sowie von Hofdamen auf ihre Jungfräulichkeit hin überprüft. Nachdem diese Tests überstanden waren entschied der Kronrat ihr eine Rüstung anfertigen zu lassen sowie einige Soldaten zu Verfügung zu stellen.

Ihr erster Auftrag lautete, Proviant in das eingeschlossene Orléans zu bringen. Diese Mission konnte sie am 29. April 1429 mit dem Eintreffen in der Stadt abschließen. Angestachelt von dem Erfolg, konnten die noch in der Stadt überzeugt werden, einen Ausfallangriff durchzuführen. Am 7. Mai wurde der Angriff durchgeführt, wobei Jeanne trotz Verwundung durch einen Pfeil weiterhin an vorderster Front kämpfte. Diese Haltung motivierte die französischen Truppen ungemein, denn bereits kurz danach räumten die Engländer die Belagerung und zogen ab. Bis in den Juni 1429 gelang es zudem, die Engländer unter der Führung Jeanne´s aus den Burgen südlich des Flusses Loire zu vertreiben.

Wie in ihren Visionen vorhergesagt, fand anschießend am 17. Juli 1429 in der Kathedrale von Reims auch die Krönung Karl VII. zum König statt. Jeanne konnte die Feierlichkeiten am Altar stehend mitverfolgen. Nach der Krönung bat sie Karl immer wieder um die Erlaubnis Paris von den Engländern befreien zu dürfen. Dies wurde ihr jedoch erst im September 1429 gewährt, nachdem Karl selbst einige Fehlentscheidungen getroffen hatte.

Jeanne d’Arc bei der Krönung Karls VII.

Jeanne d’Arc bei der Krönung Karls VII.

Der Angriff auf Paris fand dann am 8. September 1429 statt, misslang jedoch und Karl fing an sich von Jeanne zu distanzieren.

 

Die Festnahme und der Prozess:

Nach dem erfolglosen Versuch Paris zurück zu erobern, schwand Jeanne Position bei dem König Karl, seinen Anhängern und auch im französischen Heer. Da die Engländer sehr viel daran setzen Jeanne als Gefangene zu haben oder sie zu töten, war es im Endeffekt nur eine Frage der Zeit, bis sie verraten wurde.

So kam es, dass sie am 23. Mai 1430 bei Compiègne von Johann von Luxemburg festgenommen wurde, nachdem ihn die Nachricht über die Anwesenheit Jeannes in der Gegend erreichte. Anschließend wurde sie an die Burgunder ausgeliefert, die sie nach 7 Monaten Gefangenschaft weiter an John of Lancaster, den Herzog von Bedford verkauften.

Sie wurde nach Burg Bouvreuil gebracht, dem Sitz der englischen Macht auf französischem Gebiet zur damaligen Zeit, und der katholischen Gerichtsbarkeit in Rouen unterstellt, die auch den Prozess gegen sie führte. 3 Monate lang dauerte der Prozess, bei dem ihr unter anderem ihr Aberglaube, ihre Irrlehren und andere Verbrechen gegen die göttliche Majestät vorgeworfen wurden. Am 19. Mai 1431 wurde sie schließlich in 12 von 67 Anklagepunkten für schuldig und zum Tode verurteilt.

 

Ihr politisch motivierter Tod:

Nach dem Prozess und der Verurteilung zum Tode durch den Scheiterhaufen, wurde Jeanne vor die Wahl gestellt ihrem Irrglauben abzuschwören und so die Strafe in lebenslange Haft umzuwandeln. Vermutlich aus Angst vor der Verbrennung, willigte sie diesem Handel ein und sie wurde am 24. Mai 1431 auf dem Friedhof von St-Ouen exkommuniziert indem sie sich in allen Anklagepunkten schuldig befand.

Dem englischen Königshaus hingegen, gefiel dieser Handel überhaupt nicht. Hatte sie doch die Befürchtung, Jeanne könnte aus ihrem Gefängnis befreit werden und erneut in den Krieg ziehen und besonders zur Bloßstellung Karls, dem man einen Pakt mit einer Ketzerin unterstellen wollte, übte das Königshaus solange Druck aus, bis ein neuer Prozess eingeleitet wurde.

In dem neuen Prozess wurde ihr vorgeworfen eine unbelehrbare Ketzerin zu sein. Unter der Aufsicht von John of Lancaster, wurde Jeanne nach nur 4 Tage für schuldig befunden und ihr erneut das Todesurteil durch den Scheiterhaufen auferlegt. Die Vollstreckung wurde dann auch gleich am nächsten Tag am 30. Mai 1431 auf dem Marktplatz von Rouen durchgeführt. Anschließend wurde ihre Asche in die Seine gestreut um keinen Platz für einen Wallfahrtsort ihrer Anhänger bilden zu können.

Jeanne d’Arcs Tod auf dem Scheiterhaufen

Jeanne d’Arcs Tod auf dem Scheiterhaufen

 

Auswirkungen:

24 Jahre nach dem Tod konnte Jeanne´s Mutter den französischen König Karl VII. dazu bringen, aufgrund der neuen politischen Lage nach dem Ende des hundertjährigen Krieges, den Prozess neu aufzurollen. Am 7. November 1455 eröffnete Karl in der Kathedrale Notre-Dame de Paris einen Rehabilitationsprozess, der am Ende zwar die Unschuld Jeanne´s bestätigte, ihre Richter jedoch nicht zur Verantwortung zog.

Am 18. April 1909 wurde Jeanne d’Arc von Pius X. selig und am 16. Mai 1920 von Benedikt XV. heiliggesprochen.
Zudem ist sie Schutzpatronin von Frankreich, Rouen und Orléans, für die Telegrafie und den Rundfunk.

 

Statue von Jeanne d'Arc in Paris

Statue von Jeanne d’Arc in Paris

 

 

Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

Das Mädchen Jeanne d’Arc

 Das Mädchen Jeanne d'Arc Gebundene Ausgabe – 1. Februar 2008


Das Mädchen Jeanne d’Arc Gebundene Ausgabe – 1. Februar 2008

Als Jeanne d’Arc ihre ersten Lebensschritte unternahm, war Paris englisch, und Heinrich V. von England wurde dort zum König ausgerufen. Die Normandie, alle Provinzen von Nantes bis hin zu den Pyrenäen waren englisch, Flandern und Burgund hatten sich den Engländern ergeben. Nur noch der Rest des Landes gehörte Karl VII. von Valois, der sich nicht König nennen konnte, weil er nicht sicher war, ob er den verstorbenen französischen König Vater nennen durfte. So war er ein Mann ohne Residenz, ohne Regierung – bettelarm und willenlos. Als er Jeanne d’Arc zum ersten Mal empfing, hielt er sich gerade auf Schloss Chinon auf, in dem einst der Großmeister der Templer, Jacques de Molay, gefangen gehalten worden war … Wie gewinnt Johanna das Vertrauen des Dauphins, um ihm seine Rolle im Zeitengeschick zu verdeutlichen? Wie behauptet sie sich gegen Machtpolitik und Intrige, gegen die Gesinnung des Tages? Wer ist dieser Mensch, der aus der Abgeschiedenheit eines französischen Dorfes aufbricht, dem Schicksal Europas für Jahrhunderte die Richtung zu geben?

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Jeanne d’Arc: Die Geschichte der Jungfrau von Orleans (Beck’sche Reihe)

 Jeanne d'Arc: Die Geschichte der Jungfrau von Orleans (Beck'sche Reihe) Taschenbuch – 18. Juni 2012


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Jeanne d’Arc

 Jeanne d'Arc Gebundene Ausgabe – 1. März 2005


Jeanne d’Arc Gebundene Ausgabe – 1. März 2005

Mary Gordon gelingt es meisterhaft, die heldenhafte Geschichte der Jungfrau von Orléans auch nach über 500 Jahren in ihrer Widersprüchlichkeit spannend darzustellen. Jeanne d’Arc, Tochter eines reichen Bauern aus Lothringen, hört mit 13 Jahren plötzlich >Stimmen<, die ihr befehlen, den französischen König aufzusuchen und die Engländer aus Frankreich zu vertreiben. Es gelingt ihr tatsächlich, eine Audienz bei Karl VII. zu bekommen. Kurz darauf befreit sie mit der französischen Armee Orléans, das damals von den Engländern belagert wurde. Jeanne d’Arc wird jedoch gefangengenommen, der Ketzerei angeklagt, und schließlich bei lebendigem Leibe verbrannt. Mary Gordon betont in dieser Biographie den Aspekt Jeanne d’Arcs als weltweit positiver Identifikationsfigur. In der Auseinandersetzung mit dem jungen Mädchen, das für seinen Glauben und seine Überzeugung alles aufs Spiel setzt, zeichnet die Autorin ein ungewöhnlich differenziertes Bild.

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Jeanne D’Arc

 Jeanne D'Arc DVD

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Zu einer Zeit des Krieges, in der Hunger und Not herrschen, ändert ein Bauernkind das Schicksal einer Nation. Ihr Glaube war ihre Mission. Der König erteilte ihr den Befehl. Ihr Land wurde ihre Armee. Sie brachte ihrem Volk Freiheit bis ihr Volk sich gegen sie verschwörte, um sie zu vernichten. Dies ist die Geschichte eines unbeirrbaren Glaubens, eines ungebrochenen Mutes und einer Berufung, welche ein einfaches Bauernmädchen zu einer der bedeutendsten Führerinnen aller Zeiten auserwählte. In ihrer Erzählung lebt eine Legende!

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