Katharina II. (Katharina die Große)

In der Geschichtsschreibung war Katharina II. die einzige Frau, die den Titel „die Große“ verliehen bekommen hatte. In ihrer Herrschaftszeit vergrößerte sie nicht nur das russische Territorium sondern ging auch durch ihre unzähligen Liebschaften in die Geschichte ein.

 

Herkunft und Jugendjahre:

Geboren wurde Katharina am 2. Mai 1729 in Stettin als als Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst. Ihre Eltern waren der Fürst Christian August von Anhalt-Zerbst und Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf.

1739, bereits mit 10 Jahren, begegnete sie im Eutiner Schloss ihrem späteren Ehemann dem russischen Thronfolger Großfürst Peter Fjodorowitsch und späteren Kaiser Peter III.
Auf Anraten des preußischen Königs Friedrich II. sollte eine Vermählung zwischen den beiden stattfinden. Im Januar 1744 reiste Prinzessin Sophie nach Moskau, wo sie im Februar eintraf. Am 29. Juni 1744 fand die Verlobung statt, die Heirat wurde am 21. August 1745 durchgeführt. In der Zeit bis zur Hochzeit erlernte Sophie schnell die russische Sprache und konvertierte vom evangelisch-lutherischen zum orthodoxen Glauben.

Katharina II. von Russland mit ca. 15 Jahren

Katharina II. von Russland mit ca. 15 Jahren

 

Die Ehe mit dem späteren Kaiser Peter III. war jedoch von Anfang an problematisch. Auch das erste Kind kam erst am 1. Oktober 1754 zur Welt, wobei es sich wahrscheinlich um ein Kind einer Liebschaft von Katharina handelte. Am 9. Dezember 1757 kam dann das zweite Kind, das allerdings bereits am 9. März 1759 verstarb.

 

Der Staatsstreich unter Katharina:

Am 25. Dezember 1761 verstarb die herrschende Zarin Elisabeth, womit die Thronfolge auf ihren Sohn Peter III. fiel. Doch bereits während der Trauertage soll sich Peter nicht den Umständen entsprechend verhalten haben und somit den Unmut des Adels sowie Teilen der Bevölkerung auf sich gezogen haben. Zudem war eine seiner ersten Amtshandlungen der Frieden mit Preußen, mit dem sich Russland im österreichischen Erbfolgekrieg im Konflikt befand. Der Friede und ein Reformprogramm brachten dem Land mehr Nach- als Vorteile.

Mit Unterstützung der Garderegimenter plante Katharina daraufhin den Staatsstreich um ihren Ehemann abzusetzen. Am 9. Juli 1762 lies sie sich selbst zur Zarin ausrufen und erklärten Peter III. für abgesetzt. Anschließend marschierte sie mit ihr treu ergebenen Soldaten in Peterhof ein, wo sich Peter zuletzt aufhielt. Dieser konnte zwar nach Kronstadt fliehen, kehrte kurz darauf jedoch zurück und unterschrieb die Abdankungsurkunde. Noch am gleichen Tag der Unterschrift lies sich Katharina in der Kasaner Kathedrale von Sankt-Petersburg durch den Metropoliten Setschin zur Zarin ausrufen. Peter wurde anschließend gefangen genommen und verstarb am 17. Juli 1762 unter bis heute ungeklärten Umständen.

Katharina II. von Russland von 1760

Katharina II. von Russland von 1760

 

Katharinas Herrschaft:

Katharina setzte kurz nach ihrem Herrschaftsantritt Reformen durch, die das riesige russische Reich Modernisieren und Effektiver gestalten sollten. So wurde im Land eine neue Verwaltungsstruktur eingeführt, die es in 40 Gouvernements einteilte und die den Adel und die kaufmännische Elite stärker in die Verwaltung einbezog.

Weiter setzte Katharina viel daran, Ausländer ins Land zu holen. So wurden Siedlern die Religions- und Steuerfreiheit sowie das Verfügungsrecht über ihr Land versprochen. Dabei setzte sie besonders auf deutsche Siedler, die sich längsseits der Wolga ansiedeln sollten, daher kommt auch die Bezeichnung Wolgadeutsche, welche bis zum 2. Weltkrieg gebraucht wurde.

Katharina II. im Ornat der regierenden Zarin

Katharina II. im Ornat der regierenden Zarin

 

Ab 1764 wurde in jedem Gouvernement auf Drängen Katharinas Volksschulen und Gymnasien aufgebaut. Der Unterricht war für die Schüler zwar freiwillig, aber dafür kostenfrei. Bis zu ihrem Tod konnte so die Anzahl der Schulen von 6 auf 316 erhöht werden.

Trotz dieser ganzen Reformen konnte der Lebensstandart der Bauern nicht gesteigert werden, teilweise verschlechterte er sich sogar. So kam es in den Jahren 1773–1775 zum sogenannten Pugatschow-Aufstand ( auch Russischer Bauernkrieg genannt ), der sich vom Kerngebiet rund um den Ural-Fluss ausbreitete und erst mit dem massiven Einsatz der Armee niedergeschlagen werden konnte.

 

Außenpolitisch verfolgte Katharina eine konsequente Ausdehnung ihres Reiches. Ein besonderes Augenmerk fiel dabei auf das sich im Niedergang befindliche osmanische Reich und Polen. So kam es zu dem russisch-türkischen und dem russisch-polnischen Krieg, wobei am Ende Polen unter Russland, Preußen und Österreich aufgeteilt wurde und von der Landkarte verschwand sowie das osmanische Reiche große Gebiete abtreten musste.

 

Das Privatleben von Katharina:

Katharina machte nicht nur durch ihre politischen Reformen und militärischen Feldzügen von sich reden. In ihrem Privatleben wechselte sie oft ihre Liebhaber und kam im Laufe der Jahre auf eine stattliche Anzahl von ihnen. Namentlich sollen rund 20 Personen bekannt sein, die eine Beziehung oder ein Verhältnis mit Katharina hatten, die tatsächliche Zahl dürfte allerdings höher liegen. Zu den bekanntesten Liebhabern gehören unter anderem:
– Graf Saltykow, ihr Liebhaber während der ehe mit Peter und wahrscheinlicher Vater ihres ersten Kindes
– Stanislaus II. August Poniatowski, später König von Polen und Anführer der Rebellion gegen Russland, vermutlich der Vater des zweiten Kindes von Katharina
– Graf Grigori Orlow, war an dem Staatsstreich beteiligt und schenkte später Katharina den berühmten, nach ihm benannten Orlow-Diamanten, der in das Zepter der russischen Zaren eingesetzt wurde. Vermutlich ebenfalls Vater eines der Kinder von Katharina
– Fürst Potjomkin, gilt als ihre große Liebe
– Alexander Dmitriev-Mamonov, fiel neben Poniatowski als einziger in Ungnade, als er die Zarin zugunsten einer sechzehnjährigen Hofdame verließ
– Fürst Platon Alexandrowitsch Subow, Katharinas letzter Liebhaber bis zu ihrem Tod

 

Katharinas Tod:

Am 17. November 1796 verstarb Katharina in Sankt Petersburg. Als offizielle Todesursache wird die Folge eines Schlaganfalls angegeben.

 

 

 


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Katharina die Große: Biographie

 Katharina die Große: Biographie Taschenbuch – 1. November 2006


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Sie wurde als Tochter eines deutschen Fürsten geboren und mit 33 Jahren Herrscherin des russischen Reichs – Katharina II. (1729–1796). Die Geschichte verlieh ihr den Beinamen »die Große«. Vincent Cronin porträtiert die schillernde Persönlichkeit der russischen Zarin, ihr ereignisreiches Privatleben und ihre großen Leistungen als Regentin – gerade auch bei der Verwirklichung weitreichender Sozialreformen. Und er korrigiert damit ein über lange Zeit verfälschtes Geschichtsbild.

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Katharina die Große und Fürst Potemkin: Eine kaiserliche Affäre

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Die vielleicht größte Romanze der Geschichte
Katharina die Große war eine Frau von berüchtigter Leidenschaft, politischer Brillanz und faszinierendem Charme. Fürst Potemkin – ein gut aussehender Lebemann und äußerst gewandter Politiker – war die Liebe ihres Lebens, heimlicher Gemahl und Mitherrscher. Kein anderer nahm so großen Einfluss auf ihre politischen Entscheidungen wie er. Obgleich es nicht an Differenzen zwischen Katharina und Potemkin mangelte, er Affären mit seinen hübschen Nichten hatte und sie mit ihren Günstlingen, hörten sie nie auf, einander zu lieben.
Simon Sebag Montefiore hat Zugang zu bisher unbekannten und unveröffentlichten Dokumenten gefunden, er hat die intimen Briefe der Kaiserin und des Fürsten gelesen. Nur so konnte er diese faszinierende Geschichte von Liebe und Macht in all ihren Dimensionen ans Licht bringen und Potemkin den zentralen Platz in der russischen Geschichte zuweisen, der ihm zusteht. Eine wundervolle Biographie voller Details und literarischem Flair.

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Katharina II. die Große

 Katharina II. die Große Taschenbuch – 7. Januar 1988


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Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, die Deutsche auf dem Zarenthron. Mit keiner anderen Frau hat sich die Phantasie so beschäftigt wie mit der Prinzessin, die als Katharina II. die Große Geschichte machte. Die Aufklärer des Westens priesen sie als ihre Prophetin auf russischem Boden, als «Licht des Nordens», als die „Simiramis aus St. Petersburg“. Die Russen halten sich mit Lobeshymnen zurück. Für sie war und ist die Zarin ein Symbol kluger Machtpolitik, die, so gesehen, das Werk Peters des Großen fortsetzte. Die Polen wissen ein Lied davon zu singen, denn in Katharinas Regierungszeit verschwand die Rzeczpospolita von der Landkarte Europas. Katharina selbst verstand sich als Nachfolgerin Peters I.,dem sie in der Hauptstadt demonstrativ ein Denkmal setzte.

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