Kleiner Kreuzer SMS Nürnberg

Der kleine Kreuzer SMS Nürnberg gehörte der Königsberg-Klasse an, die aus insgesamt 4 Schiffen bestand und überwiegend für die deutschen Kolonien in Ostafrika gebaut wurden. Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges sollte sich die Nürnberg am Kreuzerkrieg beteiligen, wurde jedoch bereits im Dezember 1914 während der Schlacht bei den Falklandinseln versenkt.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Entwicklung der Schiffe der Königsberg-Klasse gehen aus den Erfahrungen der Bremen-Klasse zurück. Mit der Entwicklung wurde bereits ab 1903 begonnen, wobei die Schiffe dieser Klasse noch zu den letzten Schiffen der kaiserlichen Marine gehören die einen Rammbug hatten.

Der Stapellauf der SMS Nürnberg erfolgte am 28. August 1906, die Indienststellung am 10. April 1908.

 

SMS Nürnberg

 

SMS Nürnberg im Dock

 

SMS Nürnberg im Dock

 

 

 

Werdegang der SMS Nürnberg:

Nach der Indienststellung erfolgten die üblichen Erprobungsfahrten des Schiffes. Doch bereits am 11. Juli 1908 wurde die SMS Nürnberg außer Dienst gestellt, da die Marine nicht ausreichend Matrosen hatte.

Erst am 1. Februar 1910 konnte das Schiff wieder in Dienst gestellt werden und sollte in dem Ostasiatischen Kreuzergeschwader den veralteten kleinen Kreuzer SMS Arcona ersetzen.

Von dem deutschen Stützpunkt in Tsingtau aus, reiste das Schiff quer durch den asiatischen Raum um dort die deutschen Interessen zu vertreten. Am 16. Oktober 1913 wurde die SMS Nürnberg nach Mexiko verlegt, um bei den dort herrschenden Unruhen für die Sicherheit der ausländischen Bewohner zu sorgen.

Als sich die politische Lage in Europa nach der Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers zuspitzte, erhielt die Nürnberg den Befehl wieder nach Ostasien zu laufen und sich dort mit den großen Kreuzern SMS Scharnhorst und der SMS Gneisenau zu treffen.

 

SMS Nürnberg

 

Besatzung der SMS Nürnberg

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Als in Europa der Krieg ausbrach, entschied sich Vizeadmiral Maximilian von Spee seine Schiffe bei der Insel Pagan (Marianen) zu sammeln. Zu diesem Geschwader gehörte das Flaggschiff SMS Scharnhorst, SMS Gneisenau und die drei kleinen Kreuzer SMS Dresden, SMS Leipzig und SMS Nürnberg.

Auf dem Weg entlang der chilenischen Küste traf das Geschwader am 1. November 1914 auf das britische Kreuzergeschwader unter Führung von Vizeadmirals Christopher Cradock. Bei dem anschließenden Seegefecht konnte die hinterher fahrende Nürnberg den bereits schwer beschädigten Panzerkreuzer Monmouth versenken.

Nach dem Passieren von Kap Hoorn Richtung Río de la Plata Anfang Dezember 1914, entschied sich von Spee für einen Angriff auf die britischen Falklandinseln um die dortigen Kohlelager zu plündern, die Funkstation zu zerstören und den britischen Gouverneur gefangen zu nehmen. Die Nürnberg gehörte zusammen mit der Gneisenau zu den Aufklärungsschiffen. Als von Spee die gerade erst eingetroffenen starken britischen Schiffe erkannte, lies er seine Schiffe abdrehen. Die britischen Schiffen nahmen umgehend die Verfolgung auf und konnten, trotz verschiedener Richtungen, die deutschen Schiffe einholen.

 

Schlacht bei den Falkland Inseln

 

 

 

Verbleib:

Die SMS Nürnberg wurde kurz nach dem Abdrehen von dem britischen Schiff HMS Kent eingeholt, welches das Feuer auf das deutsche Schiff eröffnete. Gegen 18:30 Uhr war die Nürnberg so schwer beschädigt, dass das Schiff begann zu sinken.

Von der Besatzung konnten lediglich 7 Männer gerettet werden.

 

 

Kommandanten:

10. April bis 11. Juli 1908 Fregattenkapitän Georg Schur
1. Februar 1910 bis November 1911 Korvetten- / Fregattenkapitän Carl Tägert
November 1911 bis 19. Dezember 1913 Fregattenkapitän / Kapitän zur See Hermann Mörsberger
20. Dezember 1913 bis 8. Dezember 1914 Fregattenkapitän / Kapitän zur See Karl von Schönberg

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Nürnberg

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Kleiner Kreuzer

Klasse:  

Königsberg-Klasse

Bauwerft:  

Kaiserliche Werft, Kiel

Baukosten:  

5.560.000 Mark

Stapellauf:  

28. August 1906

Indienststellung:  

10. April 1908

Verbleib:  

Am 8. Dezember 1914 versenkt

Länge:  

117,4 Meter

Breite:  

13,3 Meter

Tiefgang:  

Max. 5,24 Meter

Verdrängung:  

Max. 3.902 Tonnen

Besatzung:  

322 Mann

Antrieb:  

11 Marinekessel
2 3-Zyl.-Verbundmaschinen

Leistung:  

13.154 PS (9.675 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

23,4 kn (43 km/h)

 

 

Bewaffnung:

 

10 × Schnellfeuergeschütz 10,5 cm L/40 (1.500 Schuss)

8 × Sk 5,2 cm L/55 (4.000 Schuss)

2 × Torpedorohr ⌀ 45 cm (5 Schuss)

Panzerung:  

Panzerdeck: 20–80 mm
Sülle: 100 mm
Kommandoturm: 20–100 mm
Schilde: 50 mm

 

 

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