Kleiner Kreuzer SMS Stettin

Der kleine Kreuzer SMS Stettin gehörte der Königsberg-Klasse an, die aus insgesamt 4 Schiffen bestand und überwiegend für die deutschen Kolonien in Ostafrika gebaut wurden, jedoch im ersten Weltkrieg zusammen mit dem Schwesterschiff SMS Stuttgart in der Nordsee eingesetzt wurden.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Entwicklung der Schiffe der Königsberg-Klasse gehen aus den Erfahrungen der Bremen-Klasse zurück. Mit der Entwicklung wurde bereits ab 1903 begonnen, wobei die Schiffe dieser Klasse noch zu den letzten Schiffen der kaiserlichen Marine gehören die einen Rammbug hatten.

Der Stapellauf der SMS Stettin erfolgte am 7. März 1907, die Indienststellung am 29. Oktober 1907.

 

SMS Stettin

 

SMS Stettin

 

SMS Stettin

 

SMS Stettin neben der im Bau befindlichen Rendsburger Hochbrücke

 

 

 

 

Werdegang der SMS Stettin:

Nach der Indienststellung und den anschließenden Erprobungsfahrten wurde die Stettin dem Verband der Aufklärungsschiffe zu geteilt und ersetzte dort den kleinen Kreuzer SMS Frauenlob.

Bereits ab dem 17. Juni 1908 wurde das Schiff dann überwiegend zur Begleitung der kaiserlichen Yacht genutzt. Die Reisen führten unter anderem nach Norwegen und ins Mittelmeer und endeten am 30. Juli 1910.

Vom 11. Mai bis zum 29. Juni 1912 erfolgte dann, zusammen mit dem Schlachtkreuzer SMS Moltke und dem kleinen Kreuzer SMS Bremen ein Besuch in den USA.

Bis kurz vor dem ersten Weltkrieg wurden noch einige Manöver durchgeführt bis das Schiff als Führerschiff der II. Unterseebootsflottille in Helgoland stationiert wurde.

 

SMS Stettin, SMS Bremen und SMS Moltke in Hampton Roads, USA am 3 Juni 1912

 

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Bereits kurz nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges war die SMS Stettin am 28. August 1914 bei dem Seegefecht bei Helgoland beteiligt, als britische Schiffe die deutschen Vorposten Schiffe Angriffen. Bei diesem Gefecht erhielt das Schiff mehrere Treffer von dem britischen Kreuzer HMS Fearless und hatte 2 Tote zu beklagen. Anschließend wurde die Stettin der IV. Aufklärungsgruppe zugeteilt und führte mehrere Vorstöße in der Nordsee zum Handelskrieg durch.

Im Mai 1915 erfolgte eine kurzzeitige Verlegung in die Ostsee um an der Operation zur Besetzung Lettlands teilzunehmen.

Vom 31. Mai auf den 1. Juni 1916 war die Stettin an der Skagerrakschlacht beteiligt, wo das Schiff mehrere Treffer erhielt und 8 tote zu beklagen hatte. Im Anschluss wurden in Wilhelmshaven und Hamburg die Schäden repariert.

Bis zum Juli 1917 war das Schiff wieder in der Nordsee an mehreren Vorstößen und dem Verlegen von Minensperren beteiligt. Danach erfolgte die Verlegung in die Ostsee um als Zielschiff für U-Boote zu dienen. Mit einer Unterbrechung im Dezember 1917 für Reparaturarbeiten, verblieb die Stettin bis zum Kriegsende in der Ostsee.

 

 

 

Verbleib:

Am 19. Dezember 1918 wurde die SMS Stettin außer Dienst gestellt. Da das Schiff bereits zu alt war, musste es auch nicht in Scapa Flow interniert werden.

Am 5. November 1919 erfolgte dann die Streichung aus der Liste der Kriegsschiffe und am 15. September 1920 musste es als Reparationsleistung an Großbritannien übergeben werden. Diese konnten mit dem Schiff nichts mehr anfangen und ließen es von 1921 bis 1923 in Kopenhagen verschrotten.

 

 

 

Kommandanten:

Oktober 1907 bis Januar 1908 Fregattenkapitän Georg Schur
20. Januar bis 30. September 1908 Fregattenkapitän Friedrich Boedicker
Oktober 1908 bis September 1909 Fregattenkapitän / Kapitän zur See Curt von Rössing
Oktober 1909 bis September 1910 Fregattenkapitän Wilhelm Höpfner
September 1910 bis September 1911 Fregattenkapitän / Kapitän zur See Johannes Hartog
Oktober 1911 bis Oktober 1913 Fregattenkapitän / Kapitän zur See Wilhelm von Krosigk
Oktober 1913 bis Februar 1914 Korvettenkapitän / Fregattenkapitän Thilo von Trotha
Februar bis April 1914 Kapitänleutnant Herbert Hinrichs
April bis Juni 1914 Kapitänleutnant Rudolf v. d. Hagen
Juli 1914 bis März 1916 Korvettenkapitän Karl August Nerger
März bis November 1916 Fregattenkapitän Friedrich Rebensburg
November 1916 bis April 1918 Fregattenkapitän Hermann Bendemann
April bis Juli 1918 Kapitänleutnant Max Gréus
Juli bis Dezember 1918 Fregattenkapitän Eduard Bartels

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Stettin

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Kleiner Kreuzer

Klasse:  

Königsberg-Klasse

Bauwerft:  

AG Vulcan, Stettin

Baukosten:  

6.398.000 Mark

Stapellauf:  

7. März 1907

Indienststellung:  

29. Oktober 1907

Verbleib:  

Von 1921 bis 1923 in Kopenhagen verschrottet

Länge:  

117,4 Meter

Breite:  

13,3 Meter

Tiefgang:  

Max. 5,17 Meter

Verdrängung:  

Max. 3.822 Tonnen

Besatzung:  

322 Mann

Antrieb:  

11 Marinekessel
2 Satz Parsons-Turbinen

Leistung:  

21.670 PS (15.938 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

25,2 kn (47 km/h)

 

Bewaffnung:

 

10 × Schnellfeuergeschütz 10,5 cm L/40 (1.500 Schuss)

8 × Schnellfeuergeschütz 5,2 cm L/55 (4.000 Schuss)

2 × Torpedorohr ⌀ 45 cm (5 Schuss)

Panzerung:  

Panzerdeck: 20 – 80 mm
Sülle: 100 mm
Kommandoturm: 20 – 100 mm
Schilde: 50 mm

 

 

 

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