Linienschiff SMS Braunschweig

Das Linienschiff SMS Braunschweig gehörte zur Braunschweig-Klasse und war das erste Schiff der kaiserlichen Marine welches mit den neuen 28 cm SK L/40-Geschütze ausgestattet war. Auch die mittlere Artillerie wurde erstmals mit Geschützen vom Typ 17 cm SK L/40 ausgestattet.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Kiellegung der Braunschweig erfolgte am 24. Oktober 1901 als Einheitslinienschiff der Braunschweig-Klasse. Die 5 aufgesetzten Schiffe sollten die älteren Schiffe der Wittelsbach-Klasse ablösen und waren im Gegensatz zu denen wegen der neuen Bewaffnung deutlich schwerer.

Erstmals wurden die von der Firma Krupp entwickelten 28 cm SK L/40-Geschütze in Doppeltürmen an Bug und Heck auf Schiffen eingesetzt. Die mittlere Artillerie bekam ebenfalls erstmals Geschütze vom Typ 17 cm SK L/40. Damit gehörten die Schiffe der Braunschweig-Klasse zu den am stärksten bewaffneten der kaiserlichen Marine in der Zeit.

Der Stapellauf erfolgte am 20. Dezember 1902, die Indienststellung am 14. April 1904.

 

Der Stapellauf der SMS Braunschweig

 

 

 

Werdegang der SMS Braunschweig:

Von ihrer Indienststellung bis zum Dezember 1904 führte die Braunschweig Erprobungs- und Übungsfahrten durch bis sie dem 2. Geschwader zugeteilt wurde.

Bis Ende Juli 1909 führte das Schiff Routinefahrten durch und nahm an einigen Auslandsreisen teil, wo sie unter anderem Las Palmas und La Coruna besuchte.

Am 31. Juli 1912 wurde die Braunschweig aus dem 2. Geschwader abgezogen, die Mannschaft verringert und am 8. Dezember 1912 der 5. Division zugeteilt.

Am 30. Juli 1913 wurde die Braunschweig durch die SMS König Albert abgelöst und der Reservedivision Ostsee zugeteilt.

 

 

Einsatz im Krieg:

Mit dem Beginn des ersten Weltkrieges wurde die Braunschweig dem IV. Geschwader der Hochseeflotte zugeteilt und in die Ostsee beordert. Dort war sie überwiegend mit Vorpostendiensten betraut.

Den ersten und einzigen großen Einsatz hatte die Braunschweig bei dem Unternehmen in der Rigaer Bucht, wo russische Minen geräumt und eigene Minensperren gelegt werden sollten. Als Begleitschutz für die Minensuchboote wurde dafür die Braunschweig und der kleinen Kreuzers SMS Bremen eingesetzt. Dabei kam es zu einem Schusswechsel mit den russischen Kanonenbooten Grosjaschtschi und Chrabry. Später folgte ein Schusswechsel mit dem Linienschiff Slawa.

Im Oktober 1915 erfolgte die Verlegung nach Libau, im August 1916 musste die Braunschweig nach Kiel verlegt werden, da aufgrund von Personalmangel auf den moderneren Schiffen Teile der Besatzung abgezogen werden mussten. In Kiel diente sie dann als Rekrutenausbildungsschiff bis sie 20. August 1917 außer Dienst gestellt wurde und als Wohnschiff diente.

 

SMS Braunschweig

 

 

 

Einsatz in der Reichsmarine:

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrag war es der Weimarer Republik gestattet einige ältere Linienschiffe zu behalten. Die Braunschweig fiel unter diese Auswahl und wurde am 1. Dezember 1921 für die Reichsmarine reaktiviert.

Vom 1. März 1922 an war sie das Flaggschiff des Befehlshabers der Seestreitkräfte der Nordsee und führte bis Juni 1925 auch einige Auslandsreisen durch.

 

 

Verbleib:

Am 31. Januar 1926 wurde die Braunschweig durch das Linienschiff Schlesweig-Holstein ersetzt und außer Dienst gestellt.

Die Streichung aus der Liste der Militärschiffe erfolgte am 31. März 1931, 1932 wurde mit der Verschrottung begonnen.

 

 

Kommandanten:

15. Oktober 1904 bis September 1905 Kapitän zur See Alfred Ehrlich
September 1905 bis September 1907 Kapitän zur See Hermann Jacobsen
September 1907 bis 30. September 1908 Kapitän zur See Richard Eckermann
1. Oktober 1908 bis September 1909 Kapitän zur See Friedrich Schrader
September 1909 bis September 1910 Kapitän zur See Karl Wilbrandt
September 1910 bis 31. Juli 1912 Kapitän zur See Georg von Ammon
1. August 1912 bis 30. November 1912 Korvettenkapitän Paul Schrader
1. Dezember 1912 bis 30. Juli 1913 Kapitän zur See Karl Thorbecke
1. bis August 1914 Kapitän zur See Gottfried Freiherr von Dalwigk zu Lichtenfels
August 1914 bis Juli 1916 Kapitän zur See Max Lans
Juli 1916 bis August 1916 Kapitän zur See Reinhold Schmidt
August 1916 bis Dezember 1916 Korvettenkapitän Walter Mehnert
Dezember 1916 bis Mai 1917 Korvettenkapitän Leo Hertzer
Mai 1917 bis Juni 1917 Kapitänleutnant Franz Wilde
August 1912 bis 20. August 1917 Korvettenkapitän Günther Paschen
1. Dezember 1921 bis Januar 1922 Korvettenkapitän Franz Claassen
Januar 1922 bis 28. Februar 1922 Korvettenkapitän Albrecht Meißner
1. März 1923 bis Oktober 1923 Kapitän zur See Adolf Pfeiffer
Oktober 1923 bis Januar 1925 Kapitän zur See Franz Wieting
Januar 1925 bis 31. Januar 1926 Kapitän zur See Gottfried Hansen

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Braunschweig

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Linienschiff

Klasse:  

Braunschweig-Klasse

Bauwerft:  

Germaniawerft, Kiel

Baukosten:  

23.893.000 Mark

Stapellauf:  

20. Dezember 1902

Indienststellung:  

14. April 1904

Verbleib:  

1932 verschrottet

Länge:  

127,7 Meter

Breite:  

22,2 Meter

Tiefgang:  

Max. 8,16 Meter

Verdrängung:  

Max. 14.394 Tonnen

Besatzung:  

742 Mann

Antrieb:  

3 stehende 3-zylindrige
Dreifachexpansions-Kolbenmaschinen
14 öl-/kohlegefeuerte Dampfkessel
(davon 6 Zylinderkessel)

Leistung:  

16.809 PSi

Höchstgeschwindigkeit:  

18,7 kn

Bewaffnung:  

4 × 28 cm Schnellfeuerkanone L/40
in 2 Doppeltürmen

14 × 17 cm Schnellfeuerkanone L/40
in Kasematten

18 × 8,8 cm SK L/35

6 × Torpedorohr 45 cm

 

 

Panzerung:

 

Gürtel: 225 mm
Türme: 250 mm
Zitadelle: 140 mm
Deck: 40 mm
Böschung: 75 mm

 

 

 

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