Linienschiff Sovereign of the Seas

Die Sovereign of the Seas war bei ihrem Stapellauf nicht nur das größte Kriegsschiff ihrer Zeit, es war auch das erste Schiff mit mehr als 100 Kanonen sowie der technischen Erneuerung der stufenlos durchgehenden Decks, was für spätere Schiffe von Bedeutung sein sollte.

 

Stapellauf und Bauform:

Ebenso wie die Prince Royal war auch die Sovereign of the Seas ein Schiff, welches auf den Befehl des englischen Königs, diesmal Karl I., gebaut wurde. Zur Finanzierung des Schiffes wurde vom König eine Extrasteuer erlassen, die als Schiffssteuer in die Geschichte einging. Der Stapellauf erfolgte dann im Oktober 1637.

Bis zur Sovereign of the Seas war die Prince Royal das größte Kriegsschiff, jedoch mit einigen baulichen Mängeln. Der Entwurf des Schiffes wurde von Phineas Pett angefertigt und die Bauaufsicht an dessen Sohn überstellt. Beim Bau wurden einige bauliche Neuerungen eingeführt die es ermöglichten, dass die Decks durchgehend waren und somit maximal mit Kanonen bestückt werden konnten. Somit konnte das Schiff erstmals mit mehr als 100 Kanonen ausgerüstet werden.

Zudem war die Sovereign of the Seas mit über 1000 blattvergoldeten Allegorien verziert, die der Verherrlichung von Charles I. dienten, was es nicht nur zu dem größten, sondern auch einem der schönsten und aufwendigsten Schiffe seiner Zeit machte.

 

Die Sovereign of the Seas und ihr Erbauer Peter Pett

Die Sovereign of the Seas und ihr Erbauer Peter Pett

 

Die Umbaumaßnahmen:

1651 erfolgte der erste Umbau des Schiffes. Bei diesem wurden die Grätingdecks, die dem Schutz der Mannschaft vor herabfallenden Teilen der Takelage schützen sollten, entfernt. Weiter wurde die Kürzung des langen Galions und ein steilerer Winkel des Galionsknies durchgeführt, wodurch die Spitze des Galion mit der Galionsfigur bis an die Höhe der Oberkante des Frontschotts reichte.

 

Zeitgenössischer Stich der Sovereign of the Seas von J. Payne

Zeitgenössischer Stich der Sovereign of the Seas von J. Payne

 

1658 erfolgte der zweite Umbau, wobei die große Hecklaterne, in der zehn Personen Platz fanden, durch drei kleinere, zu dieser Zeit übliche Hecklaternen ersetzt. Die eher hinderlichen Katzengänge, balkonartige Verlängerungen der Seitentaschen in Richtung Bug, verschwanden. Dadurch konnten am Achterdeck weitere Stückpforten in das Schanzkleid geschnitten werden, sodass die Anzahl der Geschütze im Achterdeck von drei auf sieben je Seite erhöht wurde. 1660 lief die Sovereign of the Seas erneut vom Stapel und wurde von Charles II. Stuart, dem Sohn von Charles I., in Royal Sovereign umgetauft.

 

Die so genannte Morgan-Zeichnung von Willem van de Velde der Jüngere

Die so genannte Morgan-Zeichnung von Willem van de Velde der Jüngere

 

Durch die Seegefechte während des englisch-niederländischen Seekrieges, musste auch die Royal Sovereign einige Beschädigungen einstecken. Aus diesem Grund wurde das Schiff 1684 erneut in die Werft zur Überholung und für Umbaumaßnahmen geschickt. Der Umbau bezog sich auf die Umgestaltung des Hecks sowie dem Tausch der Galionsfigur von einem Reiter zu einem Löwen.

1696 sollten erneut Umbaumaßnahmen an dem Schiff durchgeführt werden. Das, durch eine Kerze ausgelöste Feuer während der Arbeiten, brannte das Schiff bis zur Wasserlinie nieder.

 

Schiffsdaten:

Stapellauf Oktober 1637
Land England
Verbleib 1697 während Umbaumaßnahmen niedergebrannt
Anzahl der Masten 3
Besegelung Vollschiff, Rahsegel
Länge 39 Meter
Breite 14,17 Meter
Tiefgang 5,89 Meter
Verdängung 1522 Tonnen
Besatzung Ca. 800 Mann
Bewaffnung 102 Kanonen verschiedener Größen

 

 

Heckspiegel der Sovereign of the Seas

Heckspiegel der Sovereign of the Seas

 

 

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