Napoleon Bonapartes Eroberungen in Europa

Napoleon hatte sich während der Revolutionskriege nicht nur einen Namen als brillanter Taktiker in dutzenden Schlachten gemacht, sondern dirigierte seine Truppen stets in dem Maßen, dass er den Schlachtenverlauf nach seinen Vorstellungen bestimmen konnte. Somit war es ihm möglich, nach seinem Aufstieg zum Alleinherrscher in Frankreich die anderen europäischen Großmächte Österreich und Russland militärisch zu schlagen und Frankreich erneut als Großmacht zu etablieren.

Doch nach dem Frieden mit Österreich 1801 und England 1802 waren seine Bestrebungen längst nicht befriedigt Europa seinem Willen zu unterwerfen.

 

Der Beginn der Eroberung Europas:

Nach dem Frieden mit Russland und Österreich konnte Frankreich auch im März 1802 Frieden mit England schließen. Zu dieser Zeit war kein anderes europäisches Land militärisch im Stande, sich Frankreich gegenüber zu stellen. Der Friede mit England hielt allerdings nur bis zum Mai 1803 und so lies Napoleon nach seiner Krönung zum Kaiser im Dezember 1804 seine große „Grande Armée“ ausheben und sich bei Boulogne für eine Invasion in England versammeln. Napoleon war allerdings auch bewusst, dass eine Invasion Englands nur mit der Herrschaft über den Ärmelkanal möglich war, so blieben seine Truppen vorerst untätig, wurden aber durch neue Soldaten und Ausrüstung enorm ausgebaut.

Napoleons Krönung in Notre Dame (1804) (Gemälde von Jacques-Louis David 1805–1807)

Napoleons Krönung in Notre Dame (1804) (Gemälde von Jacques-Louis David 1805–1807)

 

Im August 1805 schlossen sich die besiegten Mächte Österreich und Russland mit den Ländern Schweden und Neapel unter der finanziellen Unterstützung Englands zu einer Koalition gegen Frankreich zusammen. Infolgedessen lies Napoleon seine Armee von Boulogne abziehen marschierte quer durch die am Rhein gelegenen deutschen Kleinstaaten um eine Vereinigung zwischen der österreichischen und der russischen Armee zu verhindern.

Hierbei kam Napoleons neue Militärtaktik effektiv zum tragen. Seine Armee hatte eine Gesamtstärke von rund 200.000 Mann, unterteilt war sie in sieben Armeekorps die einem Marschall unterstanden und selbstständig operieren durften. Die Versorgung wurde zudem nicht von langen und langsamen Versorgungszügen abhängig gemacht, sondern die Armee sollte sich aus den eroberten Gebieten selbst versorgen. Mit dieser Taktik war es der französischen Armee möglich, die weite Strecke in einer relativ kurzen Zeit zurückzulegen. So wurde auch der österreichische General Mack, der seine Truppen von Bayern nach Ulm verlegte, von den Franzosen überrascht, eingeschlossen und musste kampflos mit seinen 25.000 Mann kapitulieren. Bereits im November 1805 marschierte Napoleon ungehindert in Wien ein.

In dieser Zeit gelang es Napoleon zwar seine Gegner vor sich Richtung Osten herzutreiben, doch der Winter machte die Verwundbarkeit seiner militärischen Versorgungstaktik bemerkbar. So war es kaum möglich die Soldaten und Pferde noch ausreichend mit Lebensmitteln zu versorgen und der Vormarsch geriet ins Stocken.

Das nutzten die Österreicher und Russen und konnten ihre Armeen vereinen. Napoleon sah sich nun gezwungen, die eine vernichtende Schlacht anzustreben, zu der es am 2. Dezember 1805 bei Austerlitz auch kam. In dieser sogenannten „Dreikaiserschlacht“ (Kaiser Napoleon, Kaiser Franz und Zar Alexander) wurde die Offensive der Koalition gebremst und Napoleon konnte selbst wieder die Initiative ergreifen. Nach dieser Niederlage musste Österreich um Frieden bitten und die russische Armee zog sich nach Polen zurück.

Napoleon in der Schlacht bei Austerlitz (Gemälde von François Pascal Simon Gérard)

Napoleon in der Schlacht bei Austerlitz (Gemälde von François Pascal Simon Gérard)

 

Der Kriegseintritt Preußens:

Bis zum Frieden mit Österreich hatte sich Preußen bislang aus dem Konflikt herausgehalten. Dies änderte sich jedoch, da die preußische Führung befürchtete, Napoleon würde auch vor Preußen nicht halt machen und sich die politische Isolation militärisch zu nutze machen. So erklärte auch Preußen Frankreich den Krieg.

Schnell sollte sich allerdings zeigen, dass die ehemalige bewunderte preußische Armee dem Angriff der Franzosen nicht standhalten konnte. Die russische Unterstützung in Polen lag zu weit entfernt um noch eingreifen zu können, als die Franzosen im Oktober 1806 die Preußen bei Jena und Auerstedt schlug. Kurz darauf marschierte Napoleon in Berlin ein.

Napoleon zieht am 27. Oktober 1806 an der Spitze seiner Truppen in Berlin ein (Historiengemälde von Charles Meynier, 1810)

Napoleon zieht am 27. Oktober 1806 an der Spitze seiner Truppen in Berlin ein (Historiengemälde von Charles Meynier, 1810)

 

Die Unterwerfung Europas:

Mit Österreich war bereits 1805 Frieden geschlossen worden, Preußen war militärisch geschlagen, Berlin besetzt. Für Napoleon gab es nur noch die russische Armee, die sich im östlichen Preußen im ehemaligen Polen aufhielt.

Anfang 1807 marschierte er mit seinen Soldaten Richtung Ostpreußen wo er seine Armeen zusammenzog und im Februar bei Eylau auf die russischen sowie die restlichen preußischen Soldaten traf. Die Schlacht entwickelte sich zu einer der brutalsten des ganzen Feldzuges, besonders der anhaltende Schneesturm machte den Soldaten zu schaffen und viele starben den Tod durch erfrieren, nicht durch Kampfhandlungen. Erst mit dem massiven Einsatz seiner Kavallerie, die die russischen Soldaten und Artillerie Bedienmannschaften einfach niederritten, konnte Napoleon den Sieg für sich entscheiden. Am Ende der Schlacht hatten alleine die Franzosen an die 25.000 Tote zu beklagen.

Trotz der Niederlage gelang es den Russen ihre Armee weiter östlich neu zu formieren. Doch nach der Niederlage bei Friedberg, südlich von Königsberg, musste Russland dem Frieden von Tilsit zustimmen. Damit beherrschte Napoleon den Großteil Europas.

 

Erneuter Krieg mit Österreich:

1809 erklärte Österreich Frankreich erneut den Krieg, wenn auch diesmal auf sich alleine gestellt. Im Mai 1809 gelang es den österreichischen Truppen bei Aspern-Essling das französische Heer, welches zur Hälfte bereits über die Donau übergesetzt war, zurückzuschlagen.

Im Juli konnte im Gegenzug Napoleon bei Wagram siegen, allerdings unter hohen Verlusten. Trotzdem musste Österreich um einen Waffenstillstand bitten, diesmal zu schlechteren Konditionen als 1805.

3. Koalitionskrieg von 1805

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