Panzerschiff SMS Arminius

Das Panzerschiff SMS Arminius war das erste Kriegsschiff Deutschland in dieser neuen Schiffsklasse und sollte mit der französischen La Gloire und der englischen HMS Warrior gleichziehen.

 

Stapellauf und Bauform:

Anfang der 60er Jahre im 19. war Preußen nicht in der Lage, eigene Kriegsschiffe zu bauen, da die Werften keinerlei Kapazitäten und Möglichkeiten zuließen. Um aber dennoch über moderne Kriegsschiffe zu verfügen, bestellte Preußen bei der englischen Werft Samuda Brothers in London das erste deutsche Panzerschiff.

Der Stapellauf erfolgte am 20.August 1864, die Auslieferung an Preußen erfolgte jedoch durch politische Spannungen erst am 22. April 1865.

Die Arminius war ein Querspanten Eisenbau, wobei der Rumpf aus Teakholz war. Der Eisengürtel erstreckte sich ca. 76cm unter der Wasseroberfläche bis zum Oberdeck und war 11,4cm dick.

Der Antrieb bestand aus einer zwei Zylinder Dampfmaschine, die von 4 Kofferkessel angetrieben wurde und rund 5.267 PS leistete. Zudem war das Schiff mit einer Rahschoner Besegelung mit rund 540 Quadratmetern Segelfläche ausgestattet.

Die Bewaffnung bestand bei Indienststellung aus 4 gezogenen, bronzenen 72 Pfündern, später wurden diese durch 4 Kanonen mit einem 21cm Kaliber ersetzt.

SMS Arminius

SMS Arminius

 

Werdegang der SMS Arminius:

Nach dem Stapellauf vom 20.August 1864 war die Auslieferung eigentlich auf September vorgesehen. Durch den Ausbruch des zweiten deutsch-dänischen Krieges und den damit hervorgerufenen politischen Spannungen zwischen Preußen und England verzögerte sich die Auslieferung jedoch auf den 22. April 1865.

Den ersten militärischen Einsatz hatte das Schiff im preußisch-deutschen Krieg, wo es hauptsächlich auf der Elbe und der Weser zur Bekämpfung von Küstenbatterien und Forts des Königreichs Hannover eingesetzt wurde. Nach dem Krieg wurde das Schiff in das Nordseegeschwader des Norddeutschen Bundes integriert.

Im deutsch-französischen Krieg von 1870 bis 1871 war die Arminius zur Bewachung der Wesermündung eingesetzt. Dort erfolgte am 24. August 1870 ein Gefecht mit der französischen Panzerkorvette Atalante, was jedoch ohne Auswirkungen beendet wurde.

Norddeutsches Panzerschiff SMS ARMINIUS im Gefecht mit französischen Panzerschiffen vor der Wesermündung 24. August 1870. Zeitgenössische Darstellung

Norddeutsches Panzerschiff SMS ARMINIUS im Gefecht mit französischen Panzerschiffen vor der Wesermündung 24. August 1870. Zeitgenössische Darstellung

 

Nach der Reichsgründung von 1871 wurde die Arminius in die neue kaiserliche deutsche Marine integriert, wo es ab 1875 als Maschinistenschulschiff, als Eisbrecher vor Kiel und Flensburg sowie als Tender fungierte.

 

Das Ende der SMS Arminius:

Durch die rasante Weiterentwicklung der Marine und Schiffstechniken, wurden auch die Arminius schnell veraltet und war den neuen Kriegsschiffen bereits unterlegen. Am 2. März 1901 wurde sie aus der kaiserlichen Marine entfernt, verkauft und 1902 in Hamburg abgewrackt.

 

Schiffsdaten:

Schiffstyp Panzerschiff
Land Deutschland
Stapellauf 20.August 1864
Verbleib 1902 in Hamburg abgewrackt
Anzahl der Masten 2
Besegelung und Antrieb  

540 Quadratmeter Segelfläche, Rahschoner

zweizylindrigen Dampfmaschine mit 5.267 PS

Länge 63,21 Meter
Breite 10,9 Meter
Tiefgang max. 4,55 Meter
Verdrängung 1.653 Tonnen
Geschwindigkeit Bis zu 11,2 Knoten
Bewaffnung  

4 gezogene, bronzene 72 Pfünder

später 4 Kanonen vom Kaliber 21cm

Besatzung Rund 132 Mann

 

 

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