Rüstungen / Panzerung

Rüstungen wurden seit Beginn kriegerischer Auseinandersetzungen verwendet um die Soldaten vor der Einwirkung von Waffen zu schützen. Zu den bekanntesten Rüstungen zählen die im Mittelalter verwendeten Plattenharnische oder Kettenrüstungen. Auch die in den Kämpfen eingesetzten Tiere wurden zum Teil gepanzert, wie Pferde, Elefanten oder auch Hunde.

 

Die Geschichte der Rüstungen

Frühzeit:

Die frühzeitlichen Völker fertigten ihre Rüstungen noch aus natürlichen Stoffen, da ihnen die Metallverarbeitung noch nicht bekannt war. So verwendeten sie Stoffe wie Baumrinden, Felle, Knochen oder Hornteile. Durch den Verbund der einzelnen Teile waren sie später in der Lage größere Flächen ihres Körpers zu schützen. Mit dem Aufkommen der Metallverarbeitung bestanden diese Verbindungen aus Metallringen.

Einige Beispiele frühzeitlicher Rüstungen:
– Baumrindenpanzer mit Hornschuppenbelag
(wurden bei den Bugi bei Indonesien gefunden)
– Kriegsröcke aus Baumwolle
(wurden in Teilen Afrikas gefunden)
– Wattepanzer
(wurden von den Lateinamerikanischen Völkern wie den Azteken benutzt. Änhliche
Funde im Sudan aus dem Material Rattan)
– Geflochtene Panzer
(wurden an der Nordküste Neuguineas gefunden)
– Stäbchenpanzer
(wurden in Asien und Nordamerika gefunden)

 

 

Antike:

Bereits um 1000 v.Chr. waren die ägyptischen Soldaten mit Panzerhemden, Arm- und Beinschienen aus Bronze ausgestattet. Die Verarbeitung der Panzerhemden mit Panzerschuppen wurde später auch von den Armeen der Parthern, Persern und Sarmaten verwendet. Die Griechen entwickelten diese Panzerhemden etwas weiter und schmiedeten die Brust- sowie die Rückenplatte aus einem Stück und verbanden diese. Somit waren die Soldaten auch gegen Angriffe von Hinten zum Teil geschützt.

 

 

Zum Beginn der römischen Legionäre waren diese mit einem Schuppenpanzer ausgestattet. Daneben trugen sie auf dem beim Kampf vorgesetzten Bein eine Beinschiene. Die schweren Reiter der Legion waren zu der Zeit ebenfalls mit einem Schuppenpanzer ausgestattet, dieser war jedoch im Gegensatz zu dem der Infanterie bis zu den Händen und Füssen reichend.
Im späteren Verlauf des römischen Reiches wurden die Schuppenpanzer durch Ketten- oder Ringpanzer ersetzt oder durch geschmiedete Brustplatten.

Die Einkleidung in Widerstandsfähige Kampfrüstungen bei den Germanen erfolgte im Laufe des 4. Jahrhunderts, als sich die Stämme diese Art von den östlichen Völkern abschauten.

 

Mittelalter:

Eine Blütezeit der Panzerung kam während des Mittelalters auf. Begonnen hatte dies mit im Frühmittelalter mit den fränkischen und deutschen Infanteristen und Rittern die Panzerjacken aus gepolsterter Leinwand oder Leder trugen. Hieraus entstammte auch die Bezeichnung für die fränkischen Panzerreiter. Ab dem 13. Jahrhundert wurden diese Panzerjacken mit aufgenähten Ringen, Ketten, Metallplatten oder dicken, vernieteten Nagelköpfen weiter verstärkt.

Reichten die frühen Panzerjacken zuerst nur über die Schulter bis zur Hüfte, wurden diese nach und nach bis ins 10 Jahrhundert verlängert, bis sie zum Ellenbogen, später bis zur Hand und bis zu den Knien oder sogar darüber reichten.

Ab dem 11. Jahrhundert erschienen auch die ersten Maschen- oder Kettenpanzerhemden. Da die Herstellung zu Beginn noch recht kostenintensiv war, konnten sich nur Adelige oder wohlhabende Ritter diesen Schutz leisten. Mit der Erfindung des Drahtziehens 1306 durch Rudolf von Nürnberg, wurden die Panzer günstiger und konnten sich weiter verbreiten.

 

 

Im Laufe des 13. Jahrhunderts entwickelte sich aus dem ursprünglichen als Überwurf genutzten Lentner durch herunterlaufende eiserne Schienen oder Platten, die mit Nägelköpfen aufgenietet waren eine Übergangsrüstung aus der die spätere Plattenrüstung zur Mitte des 14. Jahrhunderts entstand.

 

 

Durch das Aufkommen der Feuerwaffen verloren die Rüstungen jedoch bis ins 16. Jahrhundert nach und nach ihre Bedeutung, da sie den Geschossen kaum Widerstand mehr boten. So wurden die Armeen im anschließenden Verlauf nur noch mit Uniformen aus gewöhnlichen Stoffen ausgestattet.

 

Moderne:

Ein Aufkommen von neuen Schutzwesten gab es zuerst im amerikanischen Bürgerkrieg, als dort die sogenannte U.S. Civil War Vest (Schutzweste des amerikanischen Bürgerkrieges) ab 1861 eingesetzt wurden. Dabei handelte es sich um Panzerplatten, die in ausgehöhlte Baumwollwesten der Unionsarmee der Nordstaaten eingeschoben wurden und so Geschossen Widerstand bieten sollte. Eine weite Verbreitung dieser Schutzweste blieb dennoch verwehrt, da die Nachteile zu groß waren. Zum einen war die Weste recht schwer, zum anderen hielt sie längst nicht alle Geschosse ab, besonders bei den häufig auftretenden Minié-Geschossen versagte die Panzerung völlig.

Während des ersten und zweiten Weltkrieges waren ebenfalls Panzerplatten die vor Geschossen schützen sollten verbreitet, wenn auch in sehr geringem Umfang.

Erst mit der Entwicklung neuer Werkstoffe Mitte des 20. Jahrhunderts, wurden die Schutzwesten deutlich leichter, angenehmer zu tragen und boten gegen aktuelle Kaliber hinreichenden Schutz. Heute sind die meisten modernen Streitkräfte sowie Polizeieinheiten mit Schutzwesten ausgestattet.

 

 

Noch keine Kommentare bis jetzt.

Einen Kommentar schreiben