Panzerschiff SMS Wörth

Nachdem in England mit dem Serienbau von Einheitslinienschiffen begonnen wurde, entwickelte auch die deutsche Marine Schiffstypen, die den neuen Ansprüchen gerecht wurden und die die veralteten Panzerschiffe ersetzen sollten. Damit begann der Bau der Brandenburg Klasse, die aus insgesamt 4 Schiffen bestand.

 

Stapellauf und Bauform:

Im Jahre 1884 legte Generalleutnant Leo von Caprivi als Chef der Admiralität dem Reichstag ein Konzept zur weiteren Entwicklung der deutschen Marine vor. Darin enthalten war auch der Schwerpunkt auf die Entwicklung und den Bau von Panzerschiffen die den Kern der Marine bilden sollten.

Hierfür wurden die Schiffe der Brandenburg Klassen entwickelt und ab 1890 mit dem Bau begonnen. Erstmalig wurden die 4 Schiffe der Klasse mit Funk ausgestattet, zudem wurde eine Nickelstahlpanzerung mit einer Dicke von 40cm verbaut.

SMS Wörth

SMS Wörth

 

Angetrieben wurden die Schiffe von 12 Zylinderkessel mit 2 stehenden 3-Zyl.-Verbundmaschinen die eine Leistung von 9.686PS lieferten.

Die schwere Artillerie wurde nun auch auf der Mittschiffslinie verbaut, um ein Breitseitenfeuer mit allen Geschützen zu beiden Seiten durchführen zu können. Anders als in der nachfolgenden Kaiser Friedrich Klasse wurden in der Brandenburg Klassen sechs 28-cm-Geschützen in drei Doppeltürmen verbaut.

Der Stapellauf der SMS Wörth erfolgte am 6. August 1892.

 

Werdegang der SMS Wörth:

Die Indienststellung der Wörth erfolgte am 31. Oktober 1893. Als im Jahr 1900 in China der Boxeraufstand ausbrach, wurde die Wörth mit der II. Division dorthin gesendet um diesen niederzuschlagen. An Kampfhandlungen nahm das Schiff in dem Gebiet jedoch nicht teil. Im August 1901 kehrte die Division nach Wilhelmshaven zurück.

SMS Wörth

SMS Wörth

 

In der Zeit von 1902 und 1905 wurden an allen vier Schiffen der Brandenburg Klasse Wartungs, Reparations und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt. Anschließend wurde die Wörth dem II. Geschwader eingeteilt und bildete dann die neu aufgestellte Reserve-Formation der Nordsee. Nach 1911 wurden die Schiffe nicht mehr aktiv in der kaiserlichen Marine genutzt, da diese schon als veraltet galten.

SMS Wörth

SMS Wörth

 

Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden die Schiffe reaktiviert und dem neu gebildeten V. Geschwader zugeordnet. Die Hauptaufgabe beschränkte sich jedoch nur auf Vorpostendienste. Nachdem sich ab Februar 1915 bereits Personalmangel in der kaiserlichen Marine abzeichnete, wurde das V. Geschwader wieder aus dem Dienst abgezogen.

Die SMS Wörth wurde nach dem Rückruf vom Überwachungsdienst nur noch als Wohnschiff in Danzig genutzt.

SMS Wörth

SMS Wörth

 

 

Das Ende der SMS Wörth:

Nach dem 1. Weltkrieg wurde die SMS Wörth am 10. März 1919 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und an eine niederländische Firma verkauft. diese ließ das Schiff 1920 verschrotten.

 

Schiffsdaten:

Schiffstyp Panzerschiff
Land Deutschland
Stapellauf 6. August 1892
Verbleib  

1920 verschrottet

 

Panzerung  

Gürtelpanzer: 305 – 406mm

Deck: 60mm

Türme: 127mm

Leitstand: horizontal: 30mm
vertikal: 300mm

Barbetten: 300mm

Antrieb  

12 querstehende Zylinder-Dampfkessel mit Kohlefeuerung
2 stehende 3-Zylinder-Dreifachexpansions-
Dampfmaschinen mit 9.686PS

Länge 113,9 Meter
Breite 19,5 Meter
Tiefgang 7,4 Meter
Verdrängung 10.670 Tonnen
Geschwindigkeit 16,3 Knoten
Bewaffnung  

6 x Mantelringkanonen
in drei Zwillingstürmen 28cm

8 x Geschütze 10,5 cm

8 x Geschütze 8,8 cm

12 x Revolverkanonen 3,7 cm

6 x Torpedorohre Ø 45 cm

Besatzung 568-591 Mann

 

Schwesterschiff SMS Kurfürst Friedrich Wilhelm

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Schwesterschiff SMS Brandenburg

Schwesterschiff SMS Brandenburg

 

Schwesterschiff SMS Weißenburg

Schwesterschiff SMS Weißenburg

 

 

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