Südstaaten Armee (Konföderierte Armee)

Nachdem sich die Südstaaten während der Sezession von der amerikanischen Union abspalteten und ihren eigenen Staat gründeten, wurde auch die bestehende US Army aufgeteilt, wobei der größere Anteil der Soldaten zu der neuen konföderierten Armee wechselte. Doch ebenso wie die Nordstaaten wurde im Süden die Wehrpflicht eingeführt und Freiwillige angeworben um eine schlagkräftige Armee aufzubauen für den anstehenden Bürgerkrieg mit dem Norden.

 

Aufbau und Gliederung:

Am 28. Februar 1861 bewilligte der neugegründete Kongress der Konföderierten Staaten den Aufbau einer Freiwilligen Armee, die die vorhandenen Soldaten der ehemaligen US Army  verstärken sollten. Am 6. Märt 1861 folgte die Bewilligung zum Aufbau eines Berufsheeres. Ebenso wie die Nordstaaten stellten jedoch die größten Verbände die jeweiligen Bundesstaaten mit ihren Milizen. Zusammengefasst waren auf Seiten der Konföderation rund 460.000 Soldaten aktiv am Krieg beteiligt.

Soldaten der Konföderation

Soldaten der Konföderation

 

Soldaten der Konföderation

Soldaten der Konföderation

 

Dienstgrade:

Die Dienstgrade wurden von der US Army übernommen, lediglich die Gestaltung wurde geändert. Aufgrund der Versorgungsschwierigkeiten die sich im Laufe des Krieges bei den Truppen der Konföderation bemerkbar machten, gab es nie eine einheitliche Uniform. Die Regierung der Südstaaten machte zwar Vorgaben wie ein langschößiger, grauer Waffenrock und mittelblaue Hosen, doch durch die Materialknappheit wurden daraus später braune Uniformen, sofern überhaupt noch welche vorhanden waren. Teilweise mussten die Soldaten zum Ende des Krieges in ihren privaten Kleidungen kämpfen.

Dienstgrade der Mannschaften:

  • Privat = Soldat
    (kein Abzeichen)

Dienstgrade der Unteroffiziere:

  • Corporal = Unteroffizier
  • Sergeant = Feldwebel
  • Ordnance-Sergeant = Stabsunteroffizier
  • First Sergeant = Hauptfeldwebel
  • Quartermaster-Sergeant
  • Sergeant Major = Oberstabsfeldwebel

 

Dienstgrade der Konföderierten Unteroffiziere

Dienstgrade der Konföderierten Unteroffiziere

Corporal (1), Sergeant (2), Ordnance-Sergeant (3), First Sergeant (4), Quartermaster-Sergeant (5), Sergeant Major (6)

 

Dienstgrade der Offiziere:

  • 2. Lieutenant = Leutnant
  • 1. Lieutenant = Oberleutnant
  • Captain = Hauptmann
  • Major = Major
  • Lieutenant-Colonel = Oberstleutnant
  • Colonel = Oberst

 

Dienstgrade der Konföderierten Offiziere

Dienstgrade der Konföderierten Offiziere

2. Lieutenant (7), 1. Lieutenant (8), Captain (9), Major (10), Lieutenant-Colonel (11), Colonel (12)

 

Dienstgrade der Generäle:

  • General = General

 

Generaldienstgrad der Konföderation

Generaldienstgrad der Konföderation

General (13)

 

Wie die Unionsarmee war auch die Armee der Konföderation  in mehrere Feldarmeen unterteilt die jeweils von einem General angeführt wurden. In dieser Feldarmee waren die drei Truppengattungen der Infanterie, Artillerie und Kavallerie zusammengefasst, sowie Spezialtruppen wie Pionier-, Fernmelde- und Logistiktruppe, das Sanitätswesen sowie Führungstruppen wie die Feldgerichtsbarkeit und die Adjutanturen.

Weitere Unterteilung:
– Feldarmee
– – 2 bis 4 Korps (Korps ab 1862 eingeführt)
– – – 2 bis 6 Divisionen
– – – – 2 bis 6 Brigaden
– – – – – 3 bis 6 Regimenter
– – – – – – bis zu 10 Kompanien

 

Kriegsflagge der Südstaaten:

 

 

 

Kriegsflaggen der Konföderierten Bundesstaaten, Armeen und Korps:

 

 

Bewaffnung:

So wie bei den Unionstruppen das Springfield Model 1861 Vorderladergewehr als Standartwaffe der Infanterie zählte, galt für die Konföderierte Infanterie das Pattern 1853 Enfield Rifled Musket Kaliber .577, welches aus England importiert wurde. Die Bewaffnung war bei den Soldaten der Südstaaten jedoch nicht einheitlich. Sie unterschied sich von Bundesstaat zu Bundesstaat. Bei der Einberufung von Freiwilligen und Wehrpflichtigen, kam es nicht selten vor, dass diese ihre eigenen Gewehre mitbrachten. Diese unterschiedlichen Waffen hatten den Nachteil, dass viele verschiedene Kaliber für die Munitionsproduktion berücksichtigt werden mussten.

Enfield Rifled Musket

Enfield Rifled Musket

 

Bei der Artillerie wurden wie in den Nordstaaten überwiegen Zwölfpfündergeschütze des Typs M 1857 Napoleon aus Bronze und mit glattem Lauf sowie 3-inch Ordnance Rifle oder Parrot-Geschütze eingesetzt.

 

M 1857 Napoleon Geschütz

M 1857 Napoleon Geschütz

 

 

Oberbefehlshaber über die Truppen der Konföderation:

Der Präsident der Konföderierten Staaten Jefferson Davis setzte die Ziele für die Armee, seine beiden Militärberater mit voller Weisungsbefugnis über die Armee waren General Robert Edward Lee und General Braxton Bragg. Für die Umsetzung der strategischen Ziele war dann das Kriegsministerium zuständig.

 

Mannstärke und Verluste:

Während des gesamten Bürgerkriegs dienten in der Konföderierten Armee gleichzeitig nie mehr als rund 460.000 Soldaten. 850.000 bis 900.000 Soldaten dienten Schätzungen zu Folge während des Bürgerkrieges in der Armee, genau Aufzeichnungen fehlen allerdings. Insgesamt hatte die Südstaaten Armee Verluste von rund 260.000 Mann.

 

 

 


Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

Die Truppen des amerikanischen Bürgerkriegs: Konföderierte & Unionisten

Die Truppen des amerikanischen Bürgerkriegs: Konföderierte & Unionisten Gebundene Ausgabe – Ungekürzte Ausgabe, 30. November 2004

Die Truppen des amerikanischen Bürgerkriegs: Konföderierte & Unionisten Gebundene Ausgabe – Ungekürzte Ausgabe, 30. November 2004

Mit der Sezession der Südstaaten, die eine eigene Regierung bilden wollten, begann 1861 der amerikanische Bürgerkrieg, der in seinem Verlauf Hunderttausende Tote auf beiden Seiten forderte. Eine der ersten Maßnahmen war auf beiden Seiten die Aushebung und Ausrüstung regulärer Truppen gewesen. Das vorliegende Buch schildert mit großem Detailreichtum und umfangreich bebildert die Historie der Uniformen von Konföderierten und Unionisten, und zwar jeweils der einzelnen Truppenteile Infanterie, Artillerie und Kavallerie. Dabei werden nicht nur optische Unterschiede deutlich, sondern auch die kaum vergleichbaren Ausrüstungsstandards der sich feindlich gegenüber stehenden Armeen.

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Die Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Die Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg Gebundene Ausgabe – 1. Januar 2015

Die Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg Gebundene Ausgabe – 1. Januar 2015

Chronologisch schildert Wilhelm Kaufmann die Rolle der 750.000 Soldaten deutscher Herkunft auf Seiten der Unionsstaaten während des amerikanischen Bürgerkriegs 1861-1865. Der Autor beschreibt dabei ausführlich die Kriegsursachen, die Sezession, die geschichtliche Entwicklung der Sklaverei sowie die Bedeutung der Einwanderung für den Verlauf und Ausgang des Bürgerkriegs. Ergänzt werden seine Ausführungen durch zahlreiches Kartenmaterial.

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Der Amerikanische Bürgerkrieg in Augenzeugenberichten (Augenzeugenbrichte)

Der Amerikanische Bürgerkrieg in Augenzeugenberichten (Augenzeugenbrichte) Gebundene Ausgabe – 27. Juli 2011

Der Amerikanische Bürgerkrieg in Augenzeugenberichten (Augenzeugenbrichte) Gebundene Ausgabe – 27. Juli 2011

Seit Bestehen der Vereinigten Staaten gab es zwischen den Nord- und Südstaaten immer wieder Konflikte. Größter Streitpunkt war die unterschiedlichen Auffassungen zur Sklavenhaltung. Der daraus resultierende Bürgerkrieg gilt als verlustreichster Krieg, der je auf amerikanischem Boden ausgefochten wurde. Dieser Titel der Reihe »in Augenzeugenberichten« beschreibt die Geschehnisse der damaligen Zeit auf authentische und einzigartige Weise.

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