Sumer und Ägypten

Die ersten historisch belegten Kriege zwischen organisierten Streitkräften fanden etwa um das Jahr 3000 bis 2500 vor Christus zwischen den sumerischen Stadtstaaten im heutigen Gebiet um Israel, Syrien, Jordanien und dem Irak statt.

Auch die größten dieser Staaten konnten nur für kurze Feldzüge ein kleines Heer aufstellen um in einen Krieg zu ziehen. Dabei setzten sich die Heere zum größten Teil aus behelmten Fußsoldaten mit Speeren zusammen, begleitet von adligen Kriegern und Bogenschützen mit langsamen Karren auf Scheibenrädern.

Hauptgrund für die frühen Auseinandersetzungen waren zum einen Streitigkeiten über Territorien oder über Wasservorräte. Eine Reihe von gefundenen Inschriften, darunter die auf der sogenannten Geierstele, erzählen von Konflikten zwischen der Stadt Lagasch und Ihrem Nachbarn Umma in der Zeit um 2500 vor Christus. Die Inschriften zeigen auf, wie der Herrscher von Lagasch „Eannatum“ an der Spitze seiner Infanterie aufmarschiert. Die Inschriften erzählen weiter, dass trotz einer Verletzung Eannatums durch einen Pfeil dieser erfolgreich aus der Schlacht hervorgegangen ist.
Dem Abbild der Stele zu entnehmen, schien die Freude über den Sieg Seitens von Lagasch sehr groß gewesen zu sein, zieren doch Aasfresser beim Ausnehmen der Toten das Bild.

 

Das Reich Akkad

Einem späteren Bericht über die Stadt Lagasch zufolge, verfolgte diese eine ausgeprägte kriegerische Auseinandersetzung mit der Umgebung. So entdeckte man Berichte über weite Konflikte bis in das ferne Elam im heutigen Westiran.

Wurden diese Konflikte bis dahin noch unter dem Aspekt der Wasserversorgung oder der Ausfechtung von Streitigkeiten ausgeführt, änderte sich dies jedoch um die Zeit um 2300 vor Christus in den Feldzügen des Sargon von Akkad. Durch diese Feldzüge diente Krieg erstmals zur Reichsgründung und Einverleibung anderer Gebiete und Städte. So fiel die Stadt Kisch nördlich gelegen von Lagasch dem Reich von Akkad bald zum Opfer. Von dort Erweiterte er seinen Machtbereich über die anderen Stadtstaaten von Mesopotaniens bis zum persischen Golf aus. Weitere Expansionen Richtung syrischer Mittelmeerküste und Ostanatoliens folgten. Den überlieferten Inschriften zufolge verfügte Akkad über ein stehendes Heer von Rund 5400 Mann und entschied in seiner 40-jährigen Herrschaft 34 Schlachten.

Ausdehnung Sargons von Akkad

Ausdehnung Sargons von Akkad

Nach dem Ableben von Sargon blieb sein geschaffenes Reich weitere 100 Jahre bestehen und dehnte sich bis zu seinem letzten Herrscher, Sargons Enkel Naram-Sin, bis zum Taurus im Norden und zum persischen Golf im süden aus. Erst gegen 1760 vor Christus wurden die Truppen von Akkad vom babylonischem König Hammurabi geschlagen und das Reich dem der Babylonier einverleibt.

Stele des Sargon von Akkad

Stele des Sargon von Akkad

 

Reich der Pharaonen

Neben der Babylonischen Expansion entwickelte sich in etwa zeitgleich auch in Ägypten die Kriegsführung unter dem Aspekt der Reichsausdehnung. In der Zeit des mittleren ägyptischen Reiches von 2040 bis 1785 vor Christus führten die herrschenden Pharaonen Feldzüge in das südlich von Ägypten liegende Nubien und bauten eine Reihe von Festungen und Verteidigungswerken um ihr neu gewonnenes Territorium zu beanspruchen und gegen Feinde zu verteidigen. In der Zeit des neuen ägyptischen Reiches ab 1750 vor Christus wurde das Expansionsbestreben verstärkt fortgeführt. Die Schreiber des Pharao´s Thutmosis III. , von 1479 bis 1425 vor Christus Herrscher über Ägypten, berichteten von 17 Feldzügen die über weitere Teile Nubiens sowie über das heutige Syrien gingen.

Aufgrund der angefertigten Berichte können heute noch viele der alten ägyptischen Feldzüge rekonstruiert werden. So kann man heute noch die Feldzüge gegen Fürstentümer in Palästina um 1460 vor Christus nachverfolgen, bei denen z.B. durch einen ÜberrAschungsangriff der Ägypter die Stadt Megiddo fiel. Auch die Schlachten um die Herrschaft über Syrien und den Libanon konnten Anhand der Schriften nachvollzogen werden. In diesen wird auch der erste geschlossene Friedensvertrag zwischen Ägypten und Hethitern erwähnt, der um 1275 vor Christus geschlossen wurde.

In der Zeit um 1176 vor Christus wurde zudem auch die erste Seeschlacht dokumentiert, als Angreifer von ägyptischen Soldaten auf Flusskähnen im Nildelta zurückgeschlagen wurden.

Ägyptischer Streitwagen Quelle: http://www.pernefer.de/schebenu.htm

Ägyptischer Streitwagen
Quelle: http://www.pernefer.de/schebenu.htm

 


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Eine Vielzahl von Textzeugnissen und archäologischen Quellen informiert ausführlich über Militärwesen der Griechen und Römer von den Tagen Homers bis zur Spätantike. Auf dieser Grundlage hat Leonhard Burckhardt eine fundierte und anregende Überblicksdarstellung über Militärtechnik, Ausrüstung, Führungsstrukturen, Truppenaufbau, Strategie und Taktik, nicht zuletzt aber auch über die gesellschaftliche Bedeutung des Heerwesens in der Antike verfaßt.

 

Militärgeschichte: Waffen und Kriegführung von der Antike bis heute

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Von altertümlichen Belagerungstürmen und Katapulten bis hin zu unbemannten Drohnen und Tarnkappenbombern heutiger Streitkräfte – dieser fundierte und zugleich packende Überblick zeigt, wie sich die militärische Ausrüstung im Lauf von 5.000 Jahren entwickelt und die Geschichte beeinflusst hat.
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Das Buch ist in sieben Abschnitte gegliedert, die jeweils durch eine Schlüsseltechnologie der Militärgeschichte charakterisiert sind:
1. Schwerter und Streitwagen (bis 500 n. Chr.)
2. Ritter und Bogenschützen (500-1500)
3. Piken und Schießpulver (1500-1680)
4. Steinschloss und Bajonett (1680-1815)
5. Industrie und Imperialismus (1815-1914)
6. Die Weltkriege (1914-1945)
7. Das Nuklearzeitalter (1945 bis heute)
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