U-Boot Brandtaucher (Eiserner Seehund)

Der Brandtaucher war das erste moderne U-Boot, dass von dem bekannten Ingeneuir Wilhelm Bauer in Deutschland entwickelt wurde. Damit begann die Entwicklung von Unterseebooten, die für reine militärische Operationen ausgelegt waren.

 

Stapellauf und Bauform:

Wilhelm Bauer war ein gelernter Drechsler, der sich schon früh für das Militär interessierte und seine Forschungen in diese Richtung ableitete. So entwickelte er unter anderem den Hebezug für Kanonen. Bereits 1848 entstanden unter ihm die ersten Konstruktionszeichnungen für ein U-Boot für den Küstenschutz.

Durch das Heranziehen privater Investoren konnte er diese Pläne 1850 bei der Maschinenfabrik und Eisengießerei Schweffel & Howaldt in Kiel in Auftrag geben. Der Begriff Brandtaucher leitete sich aus dem Zweck heraus, dass das Schiff unter Wasser an Schiffe, Hafenanlagen und Brücken heran fahren sollte und diese dann in Brand stecken sollte. Durch seine ungewöhnliche Bauform erhielt es zudem den Beinamen Eiserner Seehund.

Brandtaucher

Brandtaucher

 

Der Schiffskörper bestand aus einer 6mm dicken Aussenhülle, die vorgesehene Trimmung durch Ballast und Trimmtanks wurde durch ein verschiebbares Gewicht aus 500 kg Gusseisen ausgeführt und das Ballastwasser wurde in den Rumpf geleitet.

Die Bewaffnung bestand lediglich aus einem Greifarm, der aus dem inneren heraus bewegt werden konnte. An diesem befand sich ein Explosionskörper, der an Gegenständen angebracht und zur Explosion gebracht werden sollte.

Der Stapellauf erfolgte bereits im gleichen Jahr.

 

Skizze des Brandtauchers

Skizze des Brandtauchers

 

Das Ende des Brandtaucher:

Die ersten Testfahrten des Brandtauchers liefen erfolgreich. Bei der Testfahrt am 1. Februar 1851 jedoch sank das U-Boot in der Kieler Förde, da vermutlich zuviel Ballastwasser aufgenommen wurde. Die Mannschaft konnte sich allerdings, nachdem sie 6,5 Stunden auf den Druckausgleich gewartet hatte, sich selbst befreien und an die Oberfläche schwimmen.

Erst mit dem Bau des Torpedohafens wurde das gesunkene U-Boot 1887 wieder entdeckt.

 

Schiffsdaten:

Schiffstyp U-Boot
Land Deutschland
Stapellauf 1850
Verbleib Am 1. Februar 1851 gesunken
Antrieb Propeller über Laufrad
Steuerung Über Seiten- und Tiefenruder, Ballsttanks
Länge 8,07 Meter
Breite 2,02 Meter
Verdrängung 30,5 Tonnen
Tauchtiefe 9,5 Meter
Geschwindigkeit 3 Knoten
Bewaffnung Ein Greifarm mit Explosionskörper

 

 

 

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