U-Boot CSS Hunley

Neben Europa entwickelten auch die USA im 19. Jahrhundert die ersten Unterseeboote die für militärische Zwecke eingesetzt wurden. Eines der ersten und bekanntesten war die CSS Hunley der konföderierten Staaten, das als erstes U-Boot der Geschichte ein feindliches schiff zerstörte.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Erfahrungen im amerikanischen Bürgerkrieg und die totale Unterlegenheit der konföderierten Marine der Nordstaaten Marine gegenüber, veranlasste die Marineführung der Südstaaten auf unkonventionelle Taktiken zurückgreifen.

Aus diesem Grund entwickelte der Marineingenieur Horace Lawson Hunley einige Konzepte für U-Boote, die gegen die Blockade der Kriegsschiffe der Nordstaaten eingesetzt werden sollten. Das bekannteste Boot von ihm ist die CSS Hunley. Dieses U-Boot lies Hunley mit Privatgeldern im Jahre 1863 von der Firma Park and Lyons in Mobile / Alabama bauen.

Ausgelegt war das Boot für eine Besatzung von neun Männern, wobei einer die Steuerung übernahm und die restliche Besatzung die Handkurbel für einen Flügelpropeller im Heck bedienten. Die Steuerung selbst wurde durch ein Tiefen- und ein Seitenruder vorgenommen. Über zwei Ballasttanks, einer im Bug und einer im Heck, die über Handpumpen gefüllt und geleert wurden, konnte man die Tauchtiefe einstellen. Die Handpumpen dienten im Notfall auch dem Abpumpen von eindringendem Wasser.

Schnittzeichnung der CSS Hunley

Schnittzeichnung der CSS Hunley

 

Aufriss der CSS Hunley

Aufriss der CSS Hunley

 

Die Außenhülle bestand aus Stahlplatten, die an der Konstruktion vernietet waren. Um einen geringeren Strömungswiederstand zu bewirken, wurden die Nieten während des Bau bündig geschliffen.

Zur Bewaffnung gehörte lediglich eine ca. fünf Meter lange Lanze am Bug des Schiffes an dessen Ende sich ein Sprengkörper befand. Diese Lanze sollte von dem U-Boot in das feindliche Schiff gerammt werden und beim Rückwärtsfahren der Sprengkörper gezündet.

Der Stapellauf erfolgte im Juli 1863.

CSS Hunley

CSS Hunley

 

Werdegang der CSS Hunley:

Nach dem Stapellauf erfolgten einige Testfahrten. Auf einer dieser Testfahrten starben einige der Besatzungsmitglieder. Hunley selbst wurde anschließend mit seinem Boot nach Charleston beordert, um die dortige Hafenblockade der Marine der Nordstaaten mit seinem U-Boot zu durchbrechen. Nachdem Hunley noch auf einige Testfahrten bestand, wurde das Boot von der Marine beschlagnahmt.

Am 29. August 1863 wurde der erste Angriffsversuch auf die Schiffe der Nordstaaten durchgeführt. Bei diesem machte der Kommandant jedoch einen Bedienungsfehler was zum Untergang des U-Bootes führte.

Nach der Bergung und der Entfernung der Leichen, wurde das Boot wieder Seetüchtig gemacht und Hunley selbst übernahm das Kommando. Doch auch mit ihm sank das Boot am 15. Oktober 1863, wobei Hunley und sieben Besatzungsmitglieder starben.

Wieder wurde das Boot geborgen und repariert, um in der Nacht vom 17. Februar 1864 den zweiten Angriffsversuch zu unternehmen. Als Ziel wurde die USS Housatonic ausgewählt. Der zweite Angriff glückte diesmal und die Explosion brachte das Schiff zum sinken. 5 Besatzungsmitglieder der Housatonic starben, der Rest konnte sich retten.

USS Housatonic

USS Housatonic

 

Das Ende der CSS Hunley:

Der Angriff der Hunley auf die USS Housatonic gelang beim zweiten Versuch, jedoch kehrte das U-Boot nicht in seinen Hafen zurück. Erst am 4. Mai 1995 gelang es einem Suchteam durch den Einsatz eines Magnetometers das Wrack in 10 Meter Tiefe zu finden. Der Grund für den Untergang und den Tod der Besatzung ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei der Explosion der Housatonic die Druckwelle das U-Boot ebenfalls schwer beschädigt hatte und die Besatzung getötet hat.

 

Schiffsdaten:

Schiffstyp Kleinst-U-Boot
Land Konföderation
Stapellauf Juli 1863
Verbleib Am 17. Februar 1864 gesunken
Antrieb Handbetriebener Propeller
Steuerung Tiefen- und Seitenruder, 2 Ballasttanks
Länge 12 Meter
Breite 1,17 Meter
Verdrängung 6,8 Tonnen
Geschwindigkeit 4 Knoten
Bewaffnung 1 Spierentorpedo (Lanze mit Sprengkörper)
Besatzung 7 bis 9 Mann

 

 

Bergung des Wracks im Jahr 2000

Bergung des Wracks im Jahr 2000

 

Restaurierungsarbeiten an dem Wrack

Restaurierungsarbeiten an dem Wrack

 

 

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