Ulysses S. Grant

Ulysses S. Grant war einer der prägenden Generäle der Nordstaaten Armee während des amerikanischen Bürgerkrieges und verhalf dieser zum Sieg über die Südstaaten. Nach seiner militärischen Laufbahn machte Grant als Politiker Karriere und bekleidete das Amt als 18. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

 

Herkunft und Jugendjahre:

Hiram Ulysses Grant (Grants Geburtsname) wurde am 27. April 1822 als erstes von insgesamt sechs Kinder in Point Pleasant, Ohio geboren. Seine Eltern Jesse und Hannah Grant betrieben einen Gerber und Sattler Betrieb und ermöglichten der Familie in einem gewissen finanziellen Wohlstand aufzuwachsen.

Schon in seiner frühen Kindheit entwickelte Grant eine besondere Beziehung zu Pferden was in seinem Geschick im Reiten zum Tragen kam.

Im Alter von 17 Jahren lies sich Grant 1839 auf Wunsch seiner Eltern an der US-Militärakademie in West Point, New York als Kadett einschreiben. Durch einen Fehler in der Namensaufschreibung erhiel Grant hier erstmals seinen bekannten Namen Ulysses Simpson Grant, den er für den Rest seines Lebens behalten solle.

 

Militärdienst:

1843 schloss Grant seine Militärausbildung als 21. von 39 seines Jahrgangs ab. Seine besonderen Stärken lagen dabei im Bereich der Mathematik. Nach seiner Ausbildung erhoffte sich Grant eine Anstellung als Dozent zu finden, entgegen seinem Wunsch wurde er jedoch zum Heer versetzt.

 

Ulysses S. Grant in seiner frühen Militärlaufbahn

Ulysses S. Grant in seiner frühen Militärlaufbahn

 

Während des mexikanisch-amerikanischen Krieges von 1846 bis 1848 erlangte Grant seinen ersten Erfahrungen im Fronteinsatz. Während des Krieges wurde er zum Hauptmann befördert. In seinen Memoiren, die er zu seinem Lebensende verfasste, betitelte Grant den Krieg gegen Mexiko als ungerecht, da in diesem ein starker Staat gegen einen deutlich schwächeren vorging.

Nach dem Krieg wurde Grant zunächst in das Oregon-Territorium und anschließend nach Kalifornien versetzt. In dieser Zeit war er von seiner Ehefrau und seinen Kindern lange Zeit getrennt, was ihm schwer zu schaffen machte. Aufgrund dessen machten auch bald Gerüchte über Alkoholproblem in seiner Einheit die Runde. 1854 waren die Vorwürfe über seinen Alkoholmissbrauch so groß, dass Grant von sich aus das Militär verließ bevor es zu einem Kriegsgerichtsverfahren kam. In den folgenden 7 Jahren schlug er sich als Landvermesser, Farmer und Grundstücksmakler durch, seit 1860 unterstütze er seine Brüder und seinen Farmer in dem Familienbetrieb.

 

Der Bürgerkrieg:

Am 12. April 1861 brach in den Vereinigten Staaten der Bürgerkrieg aus, als sich einige südliche Staaten aus der Union lösten und mit der Konföderation ihren eigenen Staat gründeten.

Bereits kurz nach Ausbruch wurde Grant vom Gouverneur von Illinois einberufen und zum Regimentskommandeur des 21. Illinois-Infanterieregiments ernannt und gleichzeitig zum Oberst befördert, am 7. August erfolgte die Beförderung zum Brigadegeneral der Milizen.

Während seines ersten Feldzuges im nördlichen Tennessee gelangen Grant seine ersten militärischen Erfolge. Er nahm den wichtigen Platz Paducah, Kentucky an der Mündung des Tennessee in den Ohio ein und schlug die konföderierte Armee von General Leonidas Polk am 7. November 1861 bei Belmont, Missouri am Mississippi. Kurz darauf wurde Grant vom Präsidenten Abraham Lincoln zum Generalmajor befördert.

Im September und Oktober 1862 konnte Grant mit den Schlachten bei Yuka und Corinth weitere Siege erringen. Ab dem Herbst musste er jedoch die Stadt Vicksburg, die hartnäckig von den konföderierten Soldaten gehalten wurde belagern. Erst am 4. Juli 1863 gelang ihm auch hier der Sieg.

Im Herbst 1863 erfolgte der Oberbefehl über die in Chattanooga von den Konföderierten belagerten Unionsstreitkräfte. Grant konnte die Belagerung durchbrechen und anschließend die Bundesstaaten Kentucky und Tennessee sichern. Durch diesen Sieg wurde Grant zum Generalleutnant befördert. Am 17. März 1864 wurde er Oberbefehlshaber des Heeres der Nordstaaten.

Ulysses S. Grant im Januar 1864

Ulysses S. Grant im Januar 1864

 

Nachdem Grant den Oberbefehl erhielt befehligte er die Streitkräfte der Nordstaaten auf dem östlichen Kampfgebiet in Virginia. Dort lies er seine Soldaten gegen seinen Gegenpart der Konföderation General Lee antreten und versuchte die Südstaaten Armee auszubluten. Sein Ziel dabei war die konföderierte Hauptstadt Richmond. Um an diese zu gelangen musste Grant mit seinen Soldaten zunächst jedoch die Stadt Petersburg belagern. Erst im April 1865 gelang ihm dort der Durchbruch, einige Tage später eroberte er Richmond.

Die Reste der konföderierten Armee wich westlich von Richmond aus. Grant setzte nach und nachdem General Lee die Aussichtslosigkeit der Weiterführung des Krieges erkannte, kapitulierte er mit seiner Armee am 9. April 1865 bei Appomattox Court House in Virginia.

Infolge seiner militärischen Erfolge während des Bürgerkrieges wurde Grant am 25. Juli 1866 in den erstmals vom Kongress geschaffenen Rang des General of the Army of the United States erhoben. Bis zu seinem Amtsantritt als Präsident behielt er zudem den Oberbefehl über die Streitkräfte.

 

Amtsantritt als Präsident:

Aufgrund seines Ruhmes, seiner Bekanntheit und auch wegen der Achtung die ihm die Südstaaten aufgrund seiner Behandlung der konföderierten Armee von General Lee während dessen Kapitulation entgegen brachte, wurde Grant auf der Convention der Republikanischen Partei in Chicago am 20. Mai 1868 als Präsidentschaftskandidat vorgeschlagen. Er konnte die Wahl gegen Horatio Seymour von der demokratischen Partei gewinnen und trat das Amt als 18. Präsident am 4. März 1869 an.

Präsident Ulysses S. Grant im Weißen Haus, 1869

Präsident Ulysses S. Grant im Weißen Haus, 1869

 

Seine Amtszeit war jedoch außenpolitisch durch den 10-jährigen Krieg in Kuba geprägt, aus dem er versuchte die USA herauszuhalten. Innenpolitisch sorgten viele Korruptionsskandale für Aufsehen, sodass in seinem Kabinett die Abgeordneten oftmals ausgetauscht wurden.

Präsident Grant (sitzend, links) mit Familie, 1870 fotografiert von den Pach Brothers

Präsident Grant (sitzend, links) mit Familie, 1870 fotografiert von den Pach Brothers

 

Trotz der Korruptionsskandale konnte Grant sich eine 2. Amtszeit sichern und das Amt des Präsidenten vom 4. März 1873 bis zum 4. März 1877 weiterführen. Bereits 1875 machte Grant durch eine öffentliche Aussage deutlich, dass er für eine 3. Amtszeit nicht mehr kandidieren würde.

 

Grants Lebensende:

Nachdem er seine 2. Amtszeit als Präsident beendet hatte, reisten Grant und seine Frau für 2 Jahre durch Europa und Japan. Zwar versuchte Grant 1880 sich nochmals als Präsident zu bewerben, unterlag jedoch seinem Kontrahenten James A. Garfield.

Nachdem er anschließend versuchte in der Investmentbranche Fuss zu fassen, brachten ihn betrügerische Partner an den Rand des finanziellen Ruins. Auf Anregung von Mark Twain begann Grant schließlich seine Memoiren zu schreiben, die er eine Woche vor seinem Tod fertigstellen konnte und durch den Verkauf seiner Familie wieder eine gewisse finanzielle Sicherheit geben konnte.

Ulysses S. Grant beim Schreiben seiner Memoiren

Ulysses S. Grant beim Schreiben seiner Memoiren

 

Durch den Umstand, dass Grant pro Tag rund 20 Zigarren rauchte, erkrankte er an Kehlkopfkrebs. Dies führte auch zu seinem Tod am 23. Juli 1885 in Wilton, New York.

Grant wurde zusammen mit seiner Frau im Grant’s Tomb in New York City, dem größten Mausoleum Nordamerikas, bestattet.

Grants Grab am Eröffnungstag, 27. April 1897

Grants Grab am Eröffnungstag, 27. April 1897

 

Die Grabstellen von Ulysses und Julia Grant

Die Grabstellen von Ulysses und Julia Grant

 

 

Familie:

Während seiner Zeit auf der Militärakademie lernte Grant über einen Studienfreund dessen Schwester Julia Boggs Dent kennen. Nach dem mexikanisch-amerikanischen Krieg heirateten die beiden am 22. August 1848. Aus dieser Ehe gingen 4 Kinder hervor:
– Frederick Dent Grant (1850–1912)
– Ulysses Simpson Grant, Jr. (1852–1929)
– Ellen Wrenshall Grant (1855–1922)
– Jesse Root Grant (1858–1934)

 

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