Vercingetorix

Vercingetorix war der bedeutende Anführer einer Rebellion der Gallier gegen die Besetzung des Landes durch die römischen Legionen unter der Führung von Julius Cäsar, dessen Aufstand mutig, aber im Endeffekt sinnlos war.

Geburt und Herkunft:

Geboren wurde Vercingetorix ca. 82 v.Chr., eine genaue Zeitangabe ist nicht bekannt. Als Sohn Celtillius gehörte er dem Adelsgeschlecht der Arverner an und war später Fürst der gallisch-keltischen Arverner.

Vercingetorix

Vercingetorix

 

Beginn der Rebellion:

Seit 58 v.Chr. fielen Cäsars Legionen in Gallien ein und eroberten ein Gebiet nach dem anderen. 52 v.Chr. hielt er bereits den größten Teil des Landes unter seiner Kontrolle, musste sich jedoch bereits seit 54 v.Chr. mit lokalen Unruhen plagen.

Anfang 52. v.Chr. töteten die Karnuten (Bezeichnung für Angehörige eines gallischen Volkes) römische Geschäftsleute in Orléans, die dort Handel betrieben. Diese Nachricht breitete sich wie ein Lauffeuer aus und erreichte auch die arvenische Hauptstadt Gergovia.
Vercingetorix rief daraufhin seine Anhänger zusammen um offen gegen die Besatzer zu rebellieren, wurde jedoch von seinem Onkel Gobannitio und dessen Gefolgsleuten aus der Stadt vertrieben, die Racheaktionen der Römer fürchteten. Vercingetorix sammelte weitere Anhänger um sich und vertrieb wiederum seinen Onkel aus der Stadt, worauf hin er frenetisch gefeiert wurde.

Vercingetorix sandte anschließend seine Boten zu den unterschiedlichen gallischen Stämmen, unter ihnen die Senonen, Parisier und Pictonen, die ihm daraufhin den Oberbefehl über den Widerstand gaben und jedes Dorf eine gewisse Anzahl von Soldaten stellen musste.

Aufgeschreckt durch dieses Unterfangen, sandte Cäsar seine Truppen in das arvenische Gebiet. Vercingetorix belagerte daraufhin die Stadt Gorgodina, dessen Stamm mit Rom verbündet war, brach das Vorhaben jedoch bald ab, als Cäsars Truppen auf dem Weg nach Gorgodina mehrere Städte überfiel und anschließend Noviodunum Biturigum belagerte. Bei dieser Stadt kam es zum ersten Aufeinandertreffen der beiden Heere, an dessem Ende sich Vercingetorix geschlagen geben musste und den Rückzug antrat.

 

Die Defensiv Strategie:

Nach der Niederlage bei Noviodunum Biturigum erkannte Vercingetorix, dass er den römischen Legionen bei einem direkten Aufeinandertreffen mit seinen Soldaten deutlich unterlegen ist. Er begann also seine Taktik daraufhin zu ändern, die einem Guerillakrieg ähnelte und die Versorgung der Legionen treffen sollte.

Als Cäsar die Stadt Bourges belagerte, ließen sich die Widerstandstruppen in der Nähe nieder und versuchten weiterhin die Versorgung zu Sabotieren. Ungeachtet der schlechten Versorgung lies Cäsar seine Truppen schweres Belagerungsgerät bauen und die Stadt stürmen. Laut Angabe Cäsars überlebten das Gefecht lediglich 800 von ehemals 40.000 Einwohnern. Diese Gräueltat wiederum lies andere gallische Stämme auf die Seite von  Vercingetorix wechseln und er konnte seine früheren Verluste in seinem Heer schnell wieder auffüllen.

Danach zog sich Vercingetorix in die schwer befestigte Hauptstadt Gergovia zurück. Cäsar lies die Stadt belagern, aufgrund der Hügelposition und der starken Befestigungen, konnte er die Stadt jedoch nicht stürmen und belagerte sie nur. Währenddessen wechselten auch die Haeduer (ebenfalls ein gallischer Stamm) die Seite und löste das Bündnis mit Rom um sich Vercingetorix Truppen anzuschließen. Damit waren, bis auf die Remer und Lingonen, alle gallischen Stämme unter Vercingetorix vereint. Durch Übergriffe der Haeduer auf römische Proviantstädte, musste Cäsar die Belagerung später abbrechen.

Entgegen der eingeschlagenen Taktik von Vercingetorix drängten immer mehr Truppenteile seines Heeres auf eine offensive Kriegsführung gegen die Römer, besonders die berittenen Einheiten hegten Unmut gegen die defensive Strategie. So kam es, dass das Heer am Fluss Armançon gegen die römischen Legionen zog und eine bittere Niederlage erlebten.

Die Reste des Heeres zogen sich nach der Niederlage in die Stadt Alesia zurück, wo sie sich gegen Cäsars Truppen verschanzten. Dieser wiederum lies die Stadt weiträumig belagern, in dem er Wälle, Gräben und Befestigungen bauen lies, um zum einen gegen Ausbruchversuche sowie gegen ein Entsatzheer gewadmet zu sein. 

 

Das Ende von Vercingetorix:

Nachdem mehrere Ausbruchversuche und Angriffe des Entsatzheeres unter hohen Verlusten fehlgeschlagen sind, entschied sich Vercingetorix seine Truppen sich ergeben und ihn ausliefern zu lassen um Gnade vor den Soldaten Seitens Cäsars walten zu lassen.

Vercingetorix wurde daraufhin 6 Jahre lang in Gefangenschaft gehalten und bei Cäsars vierfachem Triumph im August oder September 46 v.Chr. durch Rom getrieben.
Im Anschluss wurde er ermodert.

Vercingetorix legt seine Waffen Caesar zu Füßen (Historiengemälde von Lionel Royer, 1899)

Vercingetorix legt seine Waffen Caesar zu Füßen (Historiengemälde von Lionel Royer, 1899)

 

 

 

Interessant zu wissen:
Einige Historiker gehen stark davon aus, dass Vercingetorix als Vorlage für die späteren Romane von René Goscinny über Asterix und Obelix gedient hat. Die Zeit, der Widerstand gegen Rom und auch das Aussehen von Vercingetorix zu Asterix deuten stark darauf hin.

 

 

Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

Der Gallische Krieg (Kleine Historische Reihe)

 Der Gallische Krieg (Kleine Historische Reihe) Gebundene Ausgabe – 20. März 2013


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Erst seit 200 Jahren ist Caesars Bericht vom Gallischen Krieg die klassische Schullektüre in Deutschland. Mag für die Einführung dieser Tradition die Bewunderung für den Strategen und Sprachkünstler ausschlaggebend gewesen sein, vielleicht auch die Tatsache, dass Caesar als erster Schriftsteller der klassischen Antike zwischen Galliern und Germanen konsequent unterschied, so wird der Texte heute – wenn überhaupt noch – eher unter dem Aspekt der versuchten Rechtfertigung eines aus reinem Machtinteresse geführten Eroberungskrieges im Unterricht behandelt. Erschütternde Rücksichtslosigkeit und Brutalität des Feldherren, die in diesem Text gegenüber Galliern, Germanen und Britannieren deutlich werden, stehen der vielbewunderten Fähigkeit des Autors Caesar gegenüber, der seinen ärgsten Feinden von Herzen verzeihen konnte, wenn sie ihre Meinung geändert hatten und seine Freundschaft suchten.

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 Der Gallische Krieg. Wortgetreue deutsche Übersetzung der Bücher I bis VIII (Königs Übersetzungen) Broschiert – 8. Oktober 2012


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DIE GALLIER sind wieder da! Und nicht nur die Gallier, sondern auch der gute alte Julius (Cäsar) – seines Zeichens größter Feldherr aller Zeiten und neuerdings auch Schriftsteller … Ja, der große Feldherr Julius Cäsar hat ein Buch geschrieben – und zwar kein geringeres als den Latein-Klassiker „Der Gallische Krieg/ De bello Gallico“. Auf Drängen seines Verlegers und PR-Beraters Syndicus unterschlägt er darin allerdings ein nicht ganz unwesentliches Kapitel der gallischen Geschichte. Nämlich jenes, das von den unbeugsamen Galliern handelt. Cäsar behauptet, ganz Gallien besiegt zu haben und das können unsere gallischen Freunde Asterix, Obelix & Co. natürlich nicht auf sich sitzen lassen. So entbrennt die vermutlich erste PR-Schlacht der Geschichte: eine Schlacht voll hintergründigem Witz und mit großer Spannung, jeder Menge verkloppter Römer – und verspeister Wildschweine? Lassen Sie sich überraschen!

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