William T. Sherman

William T. Sherman kämpfte auf Seiten der Nordstaaten als General im amerikanischen Bürgerkrieg. Er war einer der umstrittensten Generäle und durch seine Taktik der „verbrannten Erde“ einer der im Süden der USA meist gehassten Anführer der Nordstaaten.

 

Herkunft und Jugendjahre:

William Tecumseh Sherman wurde am 8. Februar 1820 in Lancaster, Ohio als Sohn von Charles Robert und Mary Hoyt Sherman geboren. Seinen zweiten Vornamen erhielt er als Verehrung seiner Eltern an den gleichnamigen Indianerhäuptlings der Shawnee.

William besuchte, wie die meisten bekannten Generäle ebenfalls die Militärakademie West Point in New York die er als einer der erfolgreichsten seines Jahrganges beendete.

 

Frühe Aufnahme von William T. Sherman

Frühe Aufnahme von William T. Sherman

 

Der Militärdienst:

Nach dem Abschluss seiner Ausbildung in West Point beteiligte sich William nicht an dem später eingetretenen Krieg gegen Mexiko. Zu dieser Zeit war er in Kalifornien stationiert, das in Folge von Goldfunden einen wirtschaftlichen Aufschwung und Rausch erlebte. William beteiligte sich ebenfalls an dem herrschenden Goldrun in dem er auf Grundstücke und Boden spekulierte.

Anschließend wurde er in den Osten der USA stationiert, wo er in den Gebieten eingesetzt wurde, dessen geografische Kenntnisse ihm später im Bürgerkrieg entscheidende Vorteile bringen sollten. Ebenfalls führte er eine Inspektionsreise in den Süden der USA durch, die auf der gleichen Route erfolgte wie sein späterer Feldzug gegen die Südstaaten, nur in umgekehrter Richtung.

1853 verließ William das Militär und versuchte sich als Bankier und später als Anwalt in Kalifornien und St. Louis niederzulassen. In beiden Berufen erzielte er nur mäßigen Erfolg bis er 1859 Präsident der Militärschule in Alexandria, Louisiana wurde.

 

Der amerikanische Bürgerkrieg:

Als der amerikanische Bürgerkrieg ausbrach man William sein Offizierspatent zurück und ernannte ihn am 14. Mai 1861 zum Kommandeur des 13. Infanterieregiment. Mit dieser Einheit nahm er auch an der ersten Schlacht von Bull Run teil, die in einer Niederlage für die Nordstaaten endete.

Am 7. August 1861 wurde er zum Brigadegeneral befördert und übernahm das Kommando über die Truppen die in Kentucky stationiert waren. Nachdem er einen taktischen Fehler gemacht hatte und die Situation mit den anrückenden konföderierten Truppen falsch einschätzte, wurde er wieder seines Kommandos enthoben und in der Öffentlichkeit für sein Verhalten scharf kritisiert, was sich bei ihm anschließend in Depressionen und Selbstmordgedanken abzeichnete.

Anfang 1862 wurde William trotz der Kritik mit dem Kommando über eine Division beauftragt. Diese führte er im April in die Schlacht von Shiloh, die zunächst als verloren galt, doch durch Verstärkung durch die Tennessee-Armee und schlechte Taktik der Konföderierten noch gewonnen werden konnte. Sie galt als eine der Verlustreichsten Schlachten des gesamten Krieges. Nach dem Sieg wurde er am 1. Mai 1862 zum Generalmajor befördert.

Ab Ende Dezember 1862 nahm William als kommandierender General des XV. Korps unter dem Oberbefehl von General Grant an der Eroberung der konföderierten Stadt Vicksburg in Mississippi teil. Erst am 4. Juli 1863 nach wochenlanger Belagerung kapitulierte die Stadt.

Im November 1863 wurde William das Kommando über die Tennessee-Armee im Westen der USA erteilt, mit der er unter anderem an Schlacht von Chattanooga teilnahm. Ab Mitte 1864 war er damit beauftragt die konföderierte Stadt Atlanta einzunehmen, was ihm am 2. September 1864 auch gelang.

Sein nächstes Ziel auf seinem Westfeldzug war der Marsch durch Georgia auf die Hafenstadt Savannah. Erstmals setzte William hierbei auf seine umstrittene Taktik der „verbrannten Erde“ und das sich seine Soldaten von dem Versorgen sollten was das eroberte Gebiet hergab. Diese Taktik machte ihn in den von den Konföderierten gehaltenen Gebieten zu einem der am meisten verachteten Generäle der Nordstaaten.

Nach der Einnahme von Savannah konnte er seinen Oberbefehlshaber General Grant davon überzeugen, mit seinen Truppen in South- und North Carolina einzumarschieren. Dort wollte er ebenfalls die Taktik der „verbrannten Erde“ einsetzen um die Konföderierten zu demoralisieren und so zur Kapitulation zwingen. Am 17. Februar 1865 nahm er mit Columbia die Hauptstadt South Carolinas ein. Diese wurde durch ein Feuer zum größten Teil zerstört, wobei bis heute umstritten ist, was der Auslösegrund war. Weiter marschierten seine Soldaten durch North Carolina, wobei seine Soldaten dort deutlich weniger verwüsteten als in Georgia. In Goldsboro vereinigte er seine Truppen mit den dort wartenden Soldaten.

Sein nächstes Ziel war die Vereinigung mit den Soldaten von General Grant um gegen die von dem konföderierten General Lee geführte Nord-Virginia-Armee in Petersburg, Virginia zu marschieren. Aufgrund der Kapitulation von General Lee und dem damit verbundenem Ende des Bürgerkrieges kam es nicht mehr zu dieser Vereinigung.

 

William T. Sherman im Jahr 1865

William T. Sherman im Jahr 1865

 

Williams Militärdienst nach dem Bürgerkrieg:

Nach dem Ende des Bürgerkrieges verblieb William in der US Army und wurde am 25. Juli 1866 zum Generalleutnant befördert. Seine weiteren Einsätze beschränkten sich auf die Indianerkriege.

 

US-General William T. Sherman in Verhandlung mit Indianern bei Fort Laramie

US-General William T. Sherman in Verhandlung mit Indianern bei Fort Laramie

 

1869 wurde der ehemalige General Grant Präsident der Vereinigten Staaten. William Sherman wurde daraufhin zum General of the Army of the United States befördert und zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt. Diesen Posten führte er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Militär am 8. Februar 1884.

 

Williams Lebensende:

Noch während seiner Amtszeit als Oberbefehlshaber des Heeres veröffentliche William seine Memoiren. Aus diesen ging auch sein bis heute bekanntester Spruch hervor: „War is hell“, „Der Krieg ist die Hölle“.

William verstarb am 14. Februar 1891 in New York. An seinem Trauerzug nahmen auch einige ehemalige konföderierte Generäle teil wie General Joseph E. Johnston.

 

 

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