Armstrong Whitworth F.K.3

Die Armstrong Whitworth F.K.3 war ein britisches zweisitziges Mehrzweckflugzeug, welches für die Ausbildung, Transport, Nachrichtenübermittlung und für die Aufklärung genutzt wurde.

 

Entwicklung und Konstruktion:

1911 begann der niederländische Frederick Koolhoven, ein gelernter Automechaniker, bei der Firma Maatschappij voor Luchtvaart (Luftfahrtgesellschaft) sich für Flugzeuge zu interessieren. Da die von der Firma genutzten Maschinen bei Flugveranstaltungen und Luftrennen seiner Meinung nach nicht ausreichend waren, begann er sein eigenes Flugzeug auf der Grundlage eines Farman-Doppeldeckers zu entwickeln. Nachdem der Prototyp des Heidevogel gebaut wurde, musste die Firma Ende des Jahres bereits schließen.

Koolhoven wechselte daraufhin zu der französischen Firma Deperdussin. Im Sommer 1912 wurde er Betriebsleiter des britischen Werkes der Firma und zog ebenfalls nach Großbritannien.

Als auch diese Firma wirtschaftlich am Ende war, erfolgte der Wechsel zu der britischen Firma Sir W.G. Armstrong Whitworth and Co., wo Koolhoven seine Arbeit als Flugzeugentwickler weiterführte.

Als der erste Weltkrieg in Europa ausbrach, begann die Firma unter der Leitung von Frederick Koolhoven einige Entwürfe für das Royal Flying Corps vorzubereiten. Wie auch bei anderen Herstellern, erhielten auch die Flugzeuge die Initialen des Chefkonstrukteurs.

Der Entwurf der Armstrong Whitworth F.K.3 orientierte sich an der Royal Aircraft Factory B.E.2c, die bereits von der Firma gebaut wurde. Das Flugzeug sollte jedoch eine einfachere Konstruktion bekommen und dadurch schneller, günstiger und einfacher zu bauen sein als die B.E.2c. Um dies zu erreichen, wurden die Schweißverbindungen und komplexen Metallstrukturen im oberen Flügel entfernt. Von der B.E.2c wurde das getrennte Cockpit übernommen, wobei der Pilot hinten und der Beobachter vorne saß.

Angetrieben wurde der Prototyp von einem luftgekühlten Renault 70 PS V-8 Motor. Sieben Flugzeuge wurden zunächst gebaut und dem britischen Verteidigungsministerium vorgestellt. Da diese Flugzeuge jedoch kaum Verbesserungen in der Leistung gegenüber der B.E.2c hatte, wurde ein Einsatz an der Westfront abgelehnt.

Frederick Koolhoven überarbeitete daraufhin den Entwurf und entwickelte eine neue Flosse sowie ein neues Ruder. Die Vorderkante des Flugzeuges wurde begradigt und es wurde der leistungsstärkere RAF 1a Motor mit 90 PS verbaut. Auch das Cockpit wurde überarbeitet. Die getrennten Zellen wurden nun zusammengelegt und die beiden Besatzungsmitglieder tauschten die Plätze, sodass jetzt der Pilot vorne saß und der Beobachter hinten. Das führte zu einer besseren Sicht des Piloten und der Beobachter hatte ein deutlich größeres Schußfeld.

Flüge mit dem Prototyp im Mai 1916 zeigten, dass sich die Leistung nun deutlich gesteigert hatte. Daraufhin erhielt die Firma den Auftrag für den Bau von 150 Flugzeugen. Unter Lizenz wurden weitere 350 Stück von der Firma Hewlett & Blondeau Limited in Luton gebaut.

 

 

Armstrong Whitworth F.K.3

 

Ein britischer Pilot vor seiner Armstrong-Whitworth F.K.3 nach der Notlandung an der Thessaloniki Front 1917

 

Armstrong Whitworth F.K.3

 

Eine von Bulgarien gekaperte Armstrong Whitworth F.K.3

 

 

 

 

 

Einsatz im ersten Weltkrieg:

Da zu dem Zeitpunkt der Einführung der Armstrong Whitworth F.K.3 bereits die neueren Typen F.K.8 und R.E.8 vor der Auslieferung standen, wurde lediglich das 47. Squadron in Saloniki mit den Flugzeugen ausgestattet.

Ein Einsatz an der Westfront wurde von dem Royal Flying Corps abgelehnt.

Aus diesem Grund verblieben die meisten Flugzeuge des Typs in Großbritannien und dienten dort für die Ausbildung, Transport oder Nachrichtenübermittlung bis diese von der Avro 504 ersetzt wurden.

 

 

 

 

Technische Daten:

Bezeichnung: Armstrong Whitworth F.K.3
Land: Großbritannien
Typ: Mehrzweckflugzeug
Länge: 9,84 Meter
Spannweite: 12,19 Meter
Höhe: 3,63 Meter
Gewicht: 629 kg leer
Besatzung: Max. 2
Motor: Ein 8-Zylinder V-Motor Royal Aircraft Factory IA mit 90 PS
Höchstgeschwindigkeit: 143 km/h
Reichweite: Max. 3 Stunden
Bewaffnung: Ein 7,7-mm Lewis-Maschinengewehr auf Drehkranz

 

 

 

 

 

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