BL 8-Zoll Haubitze Mk VI – VIII

Die BL 8-Zoll-Haubitze Mk VI – VIII sollte die nur provisorisch zu Beginn des Krieges gebauten Vorgängermodelle ablösen und den Anforderungen der britischen Armee eher entsprechen.

Nachdem im Laufe des Jahres 1915 die britische Armee feststellen musste, dass die provisorisch eingesetzten Geschütze BL 8-Zoll Mk I-V nicht ausreichend waren, begann die Firma Vickers mit der Entwicklung eines Nachfolgegeschützes. Zu dieser Zeit hatte sich in Großbritannien bereits das 8 Zoll Kaliber durchgesetzt, dementsprechend sollte die neuen Geschütze auch dieses Kaliber haben.

Bei der MK VI orientierte sich die Firma an der MK V Version, war jedoch um einiges leichter und hatte ein 8 Zoll Kaliber. Im August 1915 wurde der Prototyp vorgestellt und nach einige Anpassungen wurden die ersten 50 Stück ab März 1916 gebaut und ausgeliefert.

Die MK VII wurde im Juli 1916 eingeführt, hatte im Gegensatz zu der MK VI einen längeren Lauf und eine erhöhte Reichweite. Allerdings hatte dieses Geschütz auch erhebliche Mängel und die Rohre wurden zu oft beim Abfeuern beschädigt.

Bei der MK VIII wurde das Rohr schließlich dicker und stabiler um die Mängel der MK VII zu beheben.

Ein weitere Mängel war die Stabilität der Geschütze beim Feuern wenn diese auf zu hartem oder zu weichem Untergrund standen. Aus diesem Grund wurde von Großbritannien eine spezielle Kommission nach Frankreich geschickt um dies zu überprüfen und eine Lösung zu finden. Nach den Untersuchungen wurde von der Kommission eine Plattform eingeführt, die extra auf diese Geschütze ausgerichtet war und somit die Stabilität deutlich erhöhten. Der Aufwand des Auf und Abbaues waren allerdings recht groß, was besonders den amerikanischen Soldaten im späteren Verlauf des Krieges Probleme bereitete.

Neben der britischen Armee wurden die Geschütze auch von der kanadischen, der australischen und der amerikanischen Armee genutzt. Nach dem ersten Weltkrieg wurden einige Geschütze auch nach Finnland verkauft, wo diese im finnisch-russischen Krieg von 1939 bis 1940 eingesetzt wurden. Während des Westfeldzuges der deutschen Wehrmacht standen der britischen Armee ebenfalls noch einige dieser Geschütze zur Verfügung, nach der Kapitulation Frankreich fielen diese der Wehrmacht in die Hände, die diese nur noch zur Ausbildung nutzen konnten.

 

BL 8-Zoll Haubitze Mk VI – VIII

 

BL 8-Zoll Haubitze Mk VI – VIII

 

 

 

 

Datenblatt:

 

Bezeichnung: BL 8-Zoll-Haubitze Mk VI – VIII
Herstellerland: Großbritannien
Einführungsjahr: 1916
Stückzahl: 711
Kaliber: 203,2 mm
Rohrlänge: 3,5 Meter
Reichweite: Max. 11.200 Meter
Gewicht: 8.740 Kg

 

 

 

Australische Soldaten mit ihrem Geschütz während der dritten Schlacht von Ypern, 15. September 1917

 

BL 8-Zoll Haubitze Mk VIII mit britischen Soldaten am 23. April 1940 in Frankreich

 

 

 

 

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