Canon de 240 L Mle 1884 TAZ

Die Canon de 240 L Mle 1884 TAZ war ursprünglich ein französisches Geschütz für die Küstenverteidigung, wurde während des ersten Weltkrieges jedoch als Belagerungsartillerie und Eisenbahngeschütz eingesetzt.

Die Canon de 240 mm L mle 1884 entstand ursprünglich aus der Anforderung des französischen Komitees von 1874, welches sich nach dem verlorenen Deutsch-Französischem Krieg mit der Wiederaufbau und der Umstrukturierung der französischen Armee befasste. Von diesem Komitee wurden mehrere schwere Geschütze der Kaliber 120 mm, 155 mm und 220 mm sowie 2 Mörser mit 220 mm und 270 mm gefordert. Auch die Verteidigung der Küsten sollte verstärkt werden.

Unter der Leitung von Colonel de Bange wurden daraufhin in den nächsten Jahren verschiedene Geschütze entworfen und gebaut. Für die Küstenverteidigung folgte schließlich 1884 die Canon de 240 mm L mle 1884.

Zu dieser Zeit konnten bereits die Geschütze vollständig aus Stahl hergestellt werden und nicht nur teilweise, was die Stabilität erhöhte und gleichzeitig den Verschleiß minimierte. Ausgerüstet wurde die Waffe mit einem de Bange Verschluss und einem einfachen hydraulischen Rückstoßsystem um die Ausrichtung nach einem Schuss beizubehalten.

Nach der Vorstellung des Prototypen wurden von der französischen Armee 60 Geschütze bestellt und ab 1884 ausgeliefert. Diese wurden anschließend an feste Plätze entlang der französischen Küste aufgestellt. Dafür wurde ein Betonfundament mit einer Brüstung gegossen auf dem ein Stahlring angebracht war, dessen Räder das Geschütz in die erforderliche Position brachten.

 

Mit Beginn des ersten Weltkrieges und ab 1915 dem Beginn des Stellungskrieges an der Westfront, zeigte sich, dass die eingesetzten französischen leichten Feldgeschütze nicht mehr ausreichten um die immer stärker befestigten deutschen Stellungen zu Beschädigen oder zu zerstören. Das Oberkommando entschied sich daher die schweren Geschütze aus den Festungen und der Küste abzuziehen und an die Front zu bringen. Hiervon waren auch die Canon de 240 L Mle 1884 betroffen, die zum einen Teil als Belagerungsartillerie dienten und zum anderen auf Wagons als Eisenbahngeschütze dienen sollten.

Die Firma Schneider hatte bereits 1914 damit begonnen, Geschütze auf Eisenbahn Wagons zu montieren. Einer dieser Versuche hatte die Bezeichnung Canon de 240 mm Gle 1870-87 und gehörte zu den ersten Eisenbahngeschützen die über eine drehbare Plattform für das Geschütz verfügten, sodass die Ausrichtung nicht mehr an die Position der Schienen gebunden war. Allerdings zeigte sich, dass das verwendete Geschütz zu alt für die Front war.

Anfang 1917 wurde das Projekt erneut aufgegriffen. Diesmal sollte auf den verstärkten Wagon eine Canon de 240 L Mle 1884 montiert werden. Nach den ersten Tests zeigte sich, dass diese Kombination äußerst erfolgreich sei und es wurde angeordnet, 38 solcher Eisenbahngeschütze zu bauen und als Canon de 240 L Mle 1884 TAZ zu bezeichnen.

 

 

Anfangskonzept eines Eisenbahngeschützes mit einer Canon de 240 L Mle 1884

 

Anfangskonzept eines Eisenbahngeschützes mit einer Canon de 240 L Mle 1884

 

Eine Canon de 240 L Mle 1884 auf dem Weg zur Front

 

Mehrere Canon de 240 L Mle 1884 TAZ Geschütze in der Nähe von Verdun

 

 

Die Eisenbahngeschütze blieben bis zum Kriegsende im Dienst der französischen Armee. anschließend wurden diese teilweise weiter genutzt oder in Depots als Reserve gebracht.

Nach der Kapitulation Frankreich 1940 konnte die deutsche Wehrmacht mehrere der Eisenbahngeschütze erbeuten und stellte diese unter der Bezeichnung 24 cm K (E) 537 (f) in den Dienst für den Küstenschutz.

 

 

 

Datenblatt:

Bezeichnung: Canon de 240 L Mle 1884 TAZ
Herstellerland: Frankreich
Einführungsjahr: 1884
1917 Umbau zum Eisenbahngeschütz
Stückzahl: 38 Stück
Kaliber: 240 mm
Rohrlänge: 6,7 Meter
Reichweite: Max. 17.300 Meter
Gewicht: 31 Tonnen

 

 

 

 

 

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