Geschützter Kreuzer HMS Challenger

Die HMS Challenger gehörte der aus nur zwei Schiffen bestehenden gleichnamigen Kreuzer-Klasse, die aus der Highflyer-Klasse entwickelt wurde und zu den größten britischen Kreuzern gehörte.

 

Stapellauf und Bauform:

Die beiden Schiffe der Challenger-Klasse basierten auf den Kreuzern der Highflyer-Klasse und unterschieden sich äußerlich kaum von diesen. Daher kam es gelegentlich vor, dass die Schiffe der Vorgänger Klasse zugeordnet wurden.

Beide Schiffe waren jedoch etwas länger und breiter, unterschieden sich jedoch deutlich in der Leistung des Antriebes. Dabei wurden in den Schiffen zwei verschiedene Kesselanlagen eingebaut, damit das britische Marineministerium Vergleichswerte erhielt für zukünftige Schiffe. In der HMS Challenger wurden zwei vierzylindrige Dreifach-Expansionsmaschinen der amerikanischen Firma Babcock & Wilcox eingebaut. Trotz einer Leistungssteigerung gegenüber den Vorgänger Schiffen von 25% konnte die Höchstgeschwindigkeit lediglich um einen Knoten erhöht werden.

Die Hauptbewaffnung bestand aus elf 6-Zoll Schnellfeuergeschützen, wobei ein Geschütz am Bug, zwei auf dem Heck standen und die restlichen an den Seiten verteilt war.

Der Stapellauf der HMS Challenger erfolgte am 27. Mai 1902, die Indienststellung am 30. Mai 1904.

 

 

HMS Challenger

 

HMS Challenger

 

HMS Challenger

 

 

 

Werdegang der HMS Challenger:

Bereits während der Bauphase der beiden Schiffe wurde als Einsatzort die Australia Station gewählt um den Aufbau der Marine des Australischen Bundes zu überwachen.

Nach der Indienststellung wurde das Schiff zunächst mit britischen Matrosen bemannt, nach der Ausbildung in Australien sollte die Mannschaft jedoch ausschließlich aus australischen Matrosen bestehen. Im Juli 1904 lief das Schiff bereits in der Station ein.

Neben der Ausbildung von australischen und neuseeländischen Matrosen unternahm das Schiff mehrere Reisen nach Neuseeland, wo es zeitweise über einen längeren Zeitraum verweilte. Um die britische Rumpfbesatzung immer wieder auszutauschen wurden Singapur, Hongkong und Sydney angelaufen.

1911 wurde als nachträgliche Würdigung der 100-jährigen Unabhängigkeit Chile angelaufen, wo die HMS Challenger zwei Wochen in Valparaíso vor Anker blieb.

Nachdem entschieden wurde, dass die australische Marine mit modernen Schiffen aufgebaut werden soll, wurde das Schwesterschiff HMS Encounter zur weiteren Ausbildung in Australien belassen. Die HMS Challenger hingegen kehrte im September 1912 wieder nach Großbritannien zurück.

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Als der erste Weltkrieg ausbrach wurde die HMS Challenger dem 9. Kreuzergeschwader in Portland zugeteilt und sollte den Bristolkanal zwischen Cornwall und Wales gegen deutsche Minenleger sichern und deutsche Handelsschiffe abfangen.

Am 30. August 1914 wurde entschieden, die Challenger nach Afrika zu entsenden und dort gegen die deutschen Kolonial Streitkräfte zu kämpfen. Zusammen mit dem britischen Panzerkreuzer HMS Cumberland und dem französischen Kreuzer Bruix begann der Angriff auf die Hauptstadt der deutschen Kolonie Kamerun am 25. September 1914. Bereits am 27. September musste die Stadt kapitulieren.

Im Januar 1915 wurde die Zulieferung der Stadt Edea von der Challenger blockiert, sodass diese ebenfalls kapitulieren musste. Im Anschluss wurde das Schiff von der HMS Astraea abgelöst und nach Deutsch-Ostafrika verlegt um an der Zerstörung des im Rufiji-Delta eingeschlossenen deutschen Kreuzers SMS Königsberg teilzunehmen.

In der Folgezeit wurde von der Challenger am 29. September 1915 der deutsche Dampfer Präsident und am 23. März 1916 der Reichspostdampfer Tabora versenkt.

Die HMS Challenger verblieb bis zum Kriegsende in Deutsch-Ostafrika, da dies die einzige deutsche Kolonie war, die bis zum Ende des Krieges Widerstand leisten konnte.

 

 

 

Verbleib:

Am Am 3. Februar 1919 erfolgte die Rückkehr der HMS Challenger nach Großbritannien, wo das Schiff außer Dienst gestellt und 1920 zum verschrotten verkauft wurde.

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

HMS Challenger

Land:  

Großbritannien

Schiffstyp:  

Geschützter Kreuzer

Klasse:  

Challenger-Klasse

Bauwerft:  

Chatham Dockyard,
Chatham (Kent)

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

27. Mai 1902

Indienststellung:  

30. Mai 1904

Verbleib:  

1920 verkauft und verschrottet

Länge:  

114,6 Meter

Breite:  

17 Meter

Tiefgang:  

Max. 6,6 Meter

Verdrängung:  

Max. 5.880 Tonnen

Besatzung:  

475 Mann

Antrieb:  

18 Babcock & Wilcox-Wasserrohrkessel

2 vierzylindrige Dreifach-Expansionsmaschinen

Leistung:  

12.500 PSi

Höchstgeschwindigkeit:  

21 kn

 

Bewaffnung:

 

11× 6" 152 mm L/45 Mk.VII Geschütze

8 × 12-pdr 76 mm Geschütze

6 × 3-pdr 47 mm Hotchkiss Geschütze

2 × 45,7-cm Torpedorohre breitseits

Panzerung:  

Deck 37–76 mm

Geschützschilde 76 mm

 

 

 

 

 

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