Großer Kreuzer (Schlachtkreuzer) SMS Mackensen

Der große Kreuzer SMS Mackensen gehörte der gleichnamigen Schiffs-Klasse an, die aus insgesamt 4 Schlachtkreuzern bestehen sollte. Zu Beginn des ersten Weltkrieges wurde mit dem Bau der bis dahin kampfstärksten kaiserlichen Kriegsschiffe begonnen, keines der Schiffe wurde jedoch fertiggestellt.

 

Stapellauf und Bauform:

Der Entwurf der Mackensen-Klasse stammte aus den Erfahrungen der Schiffe der Derfflinger-Klasse. Bereits diese Schiffe gehörten zu den kampfstärksten kaiserlichen Kriegsschiffen, die neuen Schiffe sollten jedoch 35cm Geschütze anstatt der bisher verwendeten 30,5cm Geschütze aufnehmen. Nachdem der deutschen Marineleitung bekannt wurde, dass die britische Marine das Kriegsschiff HMS Hood der Admiral-Klasse in Auftrag gegeben hatte, wurden die bereits fertigen Baupläne für die letzten 3 Schiffe der Mackensen-Klasse überarbeitet und sogar mit 38cm Geschützen geplant.

Neben den größeren Ausmaßen der Schiffe sollten erstmals auch Marschturbinen eingebaut werden, um bei längeren Fahrten Kraftstoff zu sparen und so den Aktionsradius zu erhöhen. Die SMS Mackensen war das einzige Schiff dieser Klasse, welches noch vor dem ersten Weltkrieg in Auftrag gegeben wurde, die anderen Schiffe wurden erst während des Krieges auf Kiel gelegt.

Bereits nach kurzer Zeit zeigten sich die Auswirkungen des Krieges auch auf den Bau der Schiffe. Durch den Mangel an Werftarbeitern zog sich der Bau von Beginn an hin. Als im Laufe des Krieges zudem die Ressourcen gekürzt und mehr in den U-Boot Bau gesteckt wurden, konnte der Stapellauf auch nicht wie zunächst geplant im Frühjahr 1916 sondern erst am 17. April 1917 durchgeführt werden.

 

Stapellauf der SMS Mackensen

 

Seitenriß der SMS Mackensen

 

Unfertige Schiffe der Mackensen Klasse

 

 

 

Verbleib:

Bei der Kapitulation des Kaiserreiches waren die Arbeiten an der SMS Mackensen noch längst nicht abgeschlossen. Das Schiff befand sich rund 14 Monate vor der Fertigstellung bei normaler Baugeschwindigkeit. Zunächst stand das Schiff auf der Liste der Siegermächte, das nach den Bedingungen des Waffenstillstandes ausgeliefert und in Scapa Flow interniert werden sollte. Der Fehler konnte jedoch schnell gefunden und die Mackensen gegen die SMS Baden getauscht werden, welche eigentlich auf der Liste hätte stehen sollten.

Da nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages Deutschland keine Kriegsschiffe über 10.000 britischen Tonnen bauen durfte, konnten die Arbeiten an dem Schiff auch nicht wieder aufgenommen werden. Es wurde daher am 17. November 1919 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen, 1921 verkauft und von 1923 bis 1924 verschrottet.

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Mackensen

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Großer Kreuzer
(Schlachtkreuzer)

Klasse:  

Mackensen-Klasse

Bauwerft:  

Blohm & Voss, Hamburg

Baukosten:  

ca. 66.000.000 Mark

Stapellauf:  

17. April 1917

Indienststellung:  

Nicht fertiggestellt

Verbleib:  

1923 bis 1924 verschrottet

Länge:  

223 Meter

Breite:  

30,4 Meter

Tiefgang:  

Max. 9,3 Meter

Verdrängung:  

Max. 35.300 Tonnen

Besatzung:  

1.186 Mann

Antrieb:  

32 Marinekessel
4 Dampfturbinen

Leistung:  

90.000 PS (66.195 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

28,0 kn (52 km/h)

Bewaffnung:  

8 × 35 cm L/45 Schnellfeuergeschütz (720 Schuss)

12 × 15 cm L/45 Schnellfeuergeschütz (2.240 Schuss)

8 × 8,8 cm L/45 Flugabwehr Kanonen (3.600 Schuss)

5 Torpedorohre ∅ 60 cm (4 in den Seiten, 1 im Bug, unter Wasser, 20 Schuss)

 

Panzerung:  

Gürtel: 30–300 mm
Zitadelle: 220 mm
Deck: 25–120 mm
Barbetten: 290 mm
Türme: 100–300 mm
vorderer Kommandostand: 180–350 mm
achterer Kommandostand: 150–200 mm
Torpedoschott: 50–60 mm
Querschotte: 30–250 mm

 

 

 

 

 

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