Linienschiff HMS Canopus

Das Linienschiff HMS Canopus gehörte der gleichnamigen Schiffsklasse an und bestand aus sechs Einheitslinienschiffen, die für die Royal Navy gebaut wurden.

 

Stapellauf und Bauform:

Ende des 19. Jahrhunderts begann das japanische Reich seine Marine aufzurüsten, was Großbritannien zunehmend als Gefahr betrachtete. So wurde im Auftrag des Marineministeriums von Sir William Henry White Schiffe geplant, die zwar auf die Erfahrungen der vorangegangenen Majestic-Klasse basierten, jedoch von ihren Ausmaßen geringer sein sollten um noch durch den Sueskanal fahren zu können.

So kam es, dass die Schiffe insgesamt schmaler, dafür länger wurden. Um Gewicht einzusparen wurden zum einen die neuen Wasserrohrkesseln anstatt der üblichen Zylinderkessel verbaut, zum anderen wurde die Panzerung schmaler. Somit verringerte sich das Gewicht zu der Majestic-Klasse um 2.000 Tonnen, im Gegenzug erhöhte sich die Geschwindigkeit.

Als Hauptbewaffnung dienten vier 12-Zoll (305-mm) L/35-Mk.VIII Geschütze in zwei Doppeltürmen, die jeweils am Ende des Schiffes untergebracht waren.

Der Stapellauf der HMS Canopus erfolgte am 13. Oktober 1897, die Indienststellung am 5. Dezember 1899.

 

 

Stapellauf der HMS Canopus in Portsmouth

 

HMS Canopus

 

 

 

 

Werdegang der HMS Canopus:

Nach der Indienststellung wurde das Schiff der Mittelmeer Flotte zugeteilt, war jedoch bis zum Mai 1905 überwiegend zur Überholung in der Werft und in der Reserve.

Am 9. Mai 1905 wurde die Canopus in den Pazifik geschickt um dort die HMS Centurion auf der China Station zu ersetzen. Auf dem Weg erneuerten Großbritannien und Japan ihr Bündnis, womit die China Station verkleinert werden konnte und nicht mehr so viele Kriegsschiffe vor Ort benötigt wurden. Die Canopus wurde daher vor der Ankunft wieder nach Großbritannien zurück beordert.

Bis 1908 wechselte das Schiff zwischen der Kanalflotte und der Home Fleet, bis es am 28. April 1908 in das Mittelmeer verlegt wurde.

Vom Dezember 1909 bis zum ersten Weltkrieg wechselten sich Überholungen in der Werft und Dienst in der Home Fleet ab.

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Als der erste Weltkrieg ausbrach, wurde die HMS Canopus zunächst dem 8. Schlachtschiffgeschwader der Kanalflotte zugeteilt. Am 1. September 1914 erfolgte die Verlegung zu der Südamerikastation, wo das Schiff am 22. September eintraf und als Wachschiff für die Kohlestation dienen sollte.

Nachdem bekannt wurde, dass sich das deutsche Kreuzergeschwader von Admiral Grafen Spee auf dem Weg in den Südatlantik befand, wurde die Canopus zu den Falklandinseln beordert, um die dortige Kohle Ladestation zu bewachen. Um eine weitere Kohlestation aufzubauen, erteilte der der Flottenchef Konteradmiral Christopher Cradock das Auslaufen mit zwei Versorgungsschiffen zu der Insel San Félix. Als am 1. November 1914 im Seegefecht bei Coronel die britischen Schiffe eine Niederlage erhielten, fuhr die HMS Glasgow in südliche Richtung um etwaigen deutschen Verfolgern zu entkommen. Am 6. November traf die Glasgow auf die Canopus, beide Schiffe fuhren anschließend zu den Falklandinseln wo sie am 12. November eintrafen. Da die Antriebsanlage der Canopus zusammenbrach, wurde das Schiff im Hafen auf Grund gesetzt und sollte als Abwehrbatterie gegen die deutschen Schiffe dienen. Als am 8. Dezember der Panzerkreuzer SMS Gneisenau und der kleine Kreuzer SMS Nürnberg des deutschen Geschwaders in Sichtweise kamen, eröffnete die Canopus das Feuer während die HMS Kent aus dem Hafen lief. Nach dem Gefecht wurde das Schiff wieder einsatzfähig gemacht und nach zu der brasilianischen Inselgruppe Abrolhos Rocks verlegt.

Nach dem Kriegseintritt des osmanischen Reiches gegen Großbritannien, beabsichtigte das britische Oberkommando ein Landungsunternehmen auf den Dardanellen. Für die Operation wurde auch die HMS Canopus in das Mittelmeer verlegt. Ab dem 2. März 1915 wurde der zweite Angriff durchgeführt, wobei die Canopus die osmanischen Küstenbefestigungen beschoss und als Sicherung für andere britische Kriegsschiffe diente. Durch Treffer der osmanischen Artillerie wurden dabei der Hauptmast sowie der hintere Schornstein beschädigt.

Als der Durchbruch durch die Dardanellen scheiterte, musste die Canopus die schwer beschädigte HMS Inflexible in den Hafen von Malta schleppen. Zudem war sie mit der Sicherung der Truppentransporte an die Gallipoli Front beteiligt, als der Hauptangriff am 25. April 1915 begann. Nachdem die Landung bei Gallipoli fehlschlug verblieb das Schiff bis zum April 1916 in dem Eastern Mediterranean Squadron um das östliche Mittelmeer gegen die osmanische Marine abzusichern. Anschließend lief das Schiff am 22. April 1916 im britischen Plymouth ein.

 

 

 

Verbleib:

Nachdem die HMS Canopus in Chatham im Mai 1916 außer Dienst gestellt wurde, erfolgte noch Ende 1916 und Anfang 1917 eine Überholung, wobei das Schiff noch einige zusätzliche Geschütze erhielt.

Das bereits 1917 abzusehen war, dass die deutsche und die osmanische Marine nicht mehr zu großen Operationen fähig war, wurde die Canopus Ende Februar 1918 als Wohnschiff umgebaut.

Nach dem Krieg wurde es im April 1919 zum Verkauf angeboten, am 18. Februar 1920 gekauft und in Dover verschrottet.

 

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

HMS Canopus

Land:  

Großbritannien

Schiffstyp:  

Linienschiff

Klasse:  

Canopus-Klasse

Bauwerft:  

Royal Dockyard,
Portsmouth

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

13. Oktober 1897

Indienststellung:  

5. Dezember 1899

Verbleib:  

Am 18. Februar 1920 verkauft und in Dover verschrottet

Länge:  

131,45 Meter

Breite:  

22,27 Meter

Tiefgang:  

Max. 7,9 Meter

Verdrängung:  

Max. 12.950 Tonnen

Besatzung:  

750 Mann

Antrieb:  

20 Belleville-Dampfkessel

2 Dreifachexpansions-Dampfmaschinen

Leistung:  

15.400 ihp (PSi)

Höchstgeschwindigkeit:  

18 kn

 

Bewaffnung:

 

4 × 305-mm L/35 Marinegeschütze

12 × 152-mm L/40 Geschütze

10 × 12-pdr-QF 76,2-mm Geschütze

6 × 3-pdr-QF 47-mm Geschütze

4 × 457-mm Torpedorohre

 

Panzerung:

 

Panzergürtel 152 mm

Panzerschotts 152–254 mm

Barbetten 305 mm

Türme 203 mm

Kasematten 152 mm

Kommandoturm 305 mm

Deck 25–51 mm

 

 

 

 

 

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