Panzerkreuzer HMS Cornwall

Der Panzerkreuzer HMS Cornwall gehörte der Monmouth-Klasse an, die aus insgesamt 10 Schiffen bestand, schwach bewaffnet und gepanzert waren und nur dem schnellen Bau vieler Panzerkreuzer dienen sollte.

 

Stapellauf und Bauform:

Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Bau eines Nachfolgers der Drake- und Cressy-Klasse beschlossen. Das britische Marineministerium legte jedoch bei der neuen Schiffs Klasse weniger Wert auf Qualität sondern wünschte, eine große Menge an Panzerkreuzern, die schnell und kostengünstig zu bauen waren.

Die auf 10 Schiffe ausgelegte Klasse hatte dementsprechend weniger Verdrängung und war auch ziemlich leicht gepanzert, wobei großkalibrige Projektile die Panzerung ohne großen Widerstand durchschlagen konnten. Auch die Bewaffnung war mit vierzehn 6-inch (15,2-cm) Geschützen relativ schwach ausgelegt und hätte bei schwer gepanzerten Schiffen kaum Schaden angerichtet. Von den 14 Geschützen war vier in Doppeltürmen jeweils am Heck und am Bug platziert, die übrigen befanden sich in Kasematten an der Seite, wobei dort auch nur die oberen bei mittlerer und schwerer See nutzbar waren.

Die HMS Cornwall wurde als letztes Schiff der Klasse fertiggestellt. Als Antriebsanlage diente bei diesem Schiff 31 Babcock-Kessel statt der Belleville-Kessel, wie bei den anderen Schiffen eingesetzt.

Der Stapellauf der HMS Cornwall erfolgte am 29. Oktober 1902, die Indienststellung am 1. Dezember 1904.

 

 

HMS Cornwall

 

 

 

Werdegang der HMS Cornwall:

Nach der Indienststellung und den Erprobungsfahrten wurde das Schiff dem Cruiser Squadron der Kanalflotte zugeteilt, welches sich 1905 in das 1. und 2. Kreuzergeschwader aufteilte.

Ab Mitte 1905 lief das Geschwader zunächst in das Mittelmeer, später in die USA und Kanada und kehrte Ende des Jahres nach Gibraltar zurück.

Nach der Eingliederung in die Home Fleet wurden Rundreise im Ostseeraum durchgeführt, darunter auch in das Deutsche Reich.

1911 erfolgte die Verlegung in die Atlantikflotte in der das Schiff ebenfalls an Rundreisen teilnahm.

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Als der erste Weltkrieg ausbrach wurde die HMS Cornwall dem 5th Cruiser Squadron zugeteilt und nach Westafrika geschickt. Auf dem Weg zu ihrem Einsatzort brachte das Schiff am 6. August 1914 das deutsche Handelsschiff Syra auf.

Am 8. Dezember 1914 lag die Cornwall zusammen mit anderen britischen Kriegsschiffen im Hafen der Falklandinseln als zwei Schiffe des deutschen Ostasiengeschwader gesichtet wurden. Da fast alle Schiffe noch mit der Beladung der Kohle beschäftigt waren, konnten diese erst nach und nach auslaufen. Die Cornwall lief hinter den Schlachtkreuzern HMS Invincible und HMS Inflexible aus, konnte den Schiffen wegen ihrer geringeren Geschwindigkeit jedoch nicht folgen. Als der deutsche Kommandeur Graf Spee seinen Kreuzern den Befehl gab das Gefecht zu verlassen und zu entkommen, verfolgte die Cornwall zusammen mit der HMS Kent und der HMS Glasgow den deutschen leichten Kreuzer SMS Leipzig. Durch mehrere Treffer der Glasgow wurde die Leipzig beschädigt und machte kaum noch Fahrt, sodass die Cornwall das Schiff versenken konnte. Zwar erhielt es selbst einige Treffer, zwei Bunker mussten geflutet werden und das Schiff erhielt leichte Schlagseite, waren Tote jedoch nicht zu beklagen.

Im Januar 1915 wurde die HMS Cornwall nach Ostafrika geschickt um die britischen Schiffe bei der Versenkung des kleinen deutschen Kreuzers SMS Königsberg zu unterstützen, der sich Rufijidelta zurück gezogen hatte. 

Mitte des Jahres musste das Schiff in das Mittelmeer um die britische Landung in den Dardanellen zu unterstützen. Als die Operation abgebrochen werden musste, erfolgte die Verlegung zunächst zu der China Station, im Oktober 1916 dann zu der East Indies Station um die Seewege gegen Angriffe zu schützen.

1917 wurde das Schiff zurück nach Großbritannien geholt, damit dieses dort überholt und repariert werden konnte. Nach dem Kriegseintritt der USA auf Seiten Großbritanniens wurde die HMS Cornwall bis zum Kriegsende als Begleitschutz für die Konvois eingesetzt.

 

 

 

Verbleib:

Nach dem Kriegsende kehrte das Schiff nach Großbritannien zurück, wurde dort 1919 außer Dienst gestellt und im Juli 1920 verkauft und verschrottet.

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

HMS Cornwall

Land:  

Großbritannien

Schiffstyp:  

Panzerkreuzer

Klasse:  

Monmouth-Klasse

Bauwerft:  

Pembroke Dockyard

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

29. Oktober 1902

Indienststellung:  

1. Dezember 1904

Verbleib:  

Im Juli 1920 verkauft und verschrottet

Länge:  

141,42 Meter

Breite:  

20,12 Meter

Tiefgang:  

Max. 7,6 Meter

Verdrängung:  

Max. 9.800 Tonnen

Besatzung:  

678 Mann

Antrieb:  

31 Babcock & Wilcox-Wasserrohrkessel

2 vierzylindrige
Dreifach-Expansionsmaschinen

Leistung:  

22.000 PSi

Höchstgeschwindigkeit:  

23 kn

 

Bewaffnung:

 

14 × 6" 152mm-L/45 Mk.VII/Mk.VIII Geschütze

9 × 12-pdr 76 mm-Schnellfeuer Geschütze

2 × 45,7-cm Torpedorohre

Panzerung:  

Gürtelpanzer 50–100 mm

Kasematten 50–100 mm

Türme 127 mm

Barbetten 127 mm

Deck 50–170 mm

Kommandoturm 250 mm

 

 

 

 

 

Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

 

Schlachtschiffe der Royal Navy: Großkampfschiffe 1906-1945 (Typenkompass)

Schlachtschiffe der Royal Navy: Großkampfschiffe 1906-1945 (Typenkompass) Taschenbuch – 29. Oktober 2014

Im Jahr 1906 überraschte Großbritannien die Welt mit einem Paukenschlag: Die Vorstellung ihres neuen Schlachtschiff-Typs namens »Dreadnought
« ließ augenblicklich sämtliche Kriegsschiffsflotten anderer maritimen Mächte zum alten Eisen werden. Zwischen der Royal Navy und der Marine des Deutschen Reiches begann ein beispielloses Flottenwettrüsten. Ingo Bauernfeind schildert die Hintergründe der Entstehung dieser revolutionären britischen Schlachtschiffe und porträtiert alle von der Royal Navy gebauten Großkampfschiffe der Neuzeit mit ihren technischen Besonderheiten, ihrer Ausrüstung und Bewaffnung.

Hier klicken!

 

 

Schlachtkreuzer der Royal Navy: 1908-1945 (Typenkompass)

Schlachtkreuzer der Royal Navy: 1908-1945 (Typenkompass) Taschenbuch – 30. Juli 2015

Die Royal Navy entwickelte noch vor dem Ersten Weltkrieg den weltweit ersten Schlachtkreuzer und gab somit auch das Einsatzkonzept für diese neue Schiffsklasse vor. Schneller als große Schlachtschiffe, aber schwächer gepanzert, sollten sie sich um alle kleineren Kriegsschiffe kümmern. Weil sich die Theorie in der Praxis so jedoch nicht bestätigen wollte, wurde die Schiffsklasse der Schlachtkreuzer nach dem Ersten Weltkrieg wieder verworfen. Ingo Bauernfeind porträtiert in diesem reich bebilderten Typenkompass alle Schlachtkreuzer, die das Vereinigte Königreich zwischen 1909 und 1920 in Dienst stellte.

Hier klicken!

 

 

Der erste Weltkrieg zur See

Der erste Weltkrieg zur See Taschenbuch – 27. Dezember 2013

Das Werk bietet einen detaillierten, chronologisch geordneten Überblick über die Aktiviäten der deutschen Marine in der ersten Hälfte des Ersten Weltkriegs. Dabei wird der Konkurrenzkampf um die Vormacht zur See zwischen dem Deutschen Reich und Großbritannien in den Mittelpunkt gerückt, besondere Beachtung finden der sog. Kreuzerkrieg und der U-Boot-Krieg. Daneben werden die Entwicklungen nach geografischen Gesichtspunkten geordnet geschildert, so beispielsweise der U-Boot-Krieg vor der amerikanischen Küste oder die Flottenbewegungen im Mittelmeer.

Hier klicken!

 

 

 

 

 

This post is also available in: enEnglish (Englisch) frFrançais (Französisch) itItaliano (Italienisch) zh-hans简体中文 (Vereinfachtes Chinesisch) ruРусский (Russisch)

Kommentare sind deaktiviert.

error: Content is protected !!