Panzerkreuzer SMS Fürst Bismarck

Die SMS Fürst Bismarck war der in dem deutschen Kaiserreich erste hergestellte Panzerkreuzer und schuf mit der nachfolgenden SMS Prinz Heinrich den Weg für die neuen Großen Kreuzer.

 

Stapellauf und Bauform:

Mit der fortschreitenden Entwicklung im Schiffsbau, wurden um die Jahrhundertwende immer neuere und bessere Schiffe konstruiert. Besonders die Bereiche der Panzerung und Bewaffnung konnten kontinuierlich gesteigert werden, sodass die Schiffe immer weniger Elemente aus Holz, dafür umso mehr Stahl beinhalteten. Mit der Kiellegung der Fürst Bismarck wurde im deutschen Kaiserreich der erste Panzerkreuzer gebaut, dessen Auswertung und späteren Erfahrungen für die neuen Großen Kreuzer entscheidend waren.

Der Stapellauf erfolgte am 25. September 1897, die Indienststellung am 1. April 1900.

Das Schiff wurde zu Ehren des Reichskanzlers und Fürsten Otto von Bismarck auf dessen Namen getauft.

 

Otto von Bismarck

 

Stapellauf SMS Fürst Bismarck

 

SMS Fürst Bismarck

 

 

 

Werdegang der SMS Fürst Bismarck:

Nach den Erprobungsfahrten lief die Fürst Bismarck am 30. Juni 1900 aus Richtung Asien, wo sie sich mit den Transportern Frankfurt und Wittekind vereinte und am 13. August in die deutsche Handelsstadt Tsingtau einlief.
Anschließend wurde das Schiff ins Gelbe Meer zu den Einheiten des Ostasiatischen Kreuzergeschwaders entsandt wo es ab 17. August 1900 das Flaggschiff des von Vizeadmiral Felix von Bendemann befehligten Verbandes wurde. Zu dieser Zeit herrschte der Boxeraufstand wodurch das deutsche Reich dort ihre Schiffe zusammenzog.

Bis zum August 1905 führte die Fürst Bismarck noch einige Fahrten nach Japan und Russland durch bis in Tsingtau das Schwimmdock fertiggestellt wurde und das Schiff bis Oktober für eine Grundreparatur dort lag.

Anfang 1906, nach der Übernahme von Vizeadmiral Alfred Breusing über das Geschwader, liefen die deutschen Schiffen unter anderem Niederländisch-Indien an sowie Hongkong.

Am 29. April 1909 wurde die Fürst Bismarck durch den großen Kreuzer SMS Scharnhorst ersetzt und trat die Heimreise an.

 

SMS Fürst Bismarck

 

SMS Fürst Bismarck

 

SMS Fürst Bismarck

 

SMS Fürst Bismarck Gemälde von Fritz Stoltenberg um 1900

 

 

 

Verbleib:

Zurück im deutschen Reich wurde das Schiff im Juni 1909 außer Dienst gestellt, anschließend erfolgte 1910 der Umbau zu einem Torpedoschulschiff.

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde die Fürst Bismarck noch kurzzeitig für den Küstenschutz eingesetzt, diente dann jedoch bis zum Ende des Krieges überwiegend als Schulschiff, da im September 1916 die Bewaffnung des Schiffes ausgebaut wurde.

Am 31. Dezember 1918 wurde das Schiff aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und zu einem Büroschiff umgewandelt. Im Juli 1919 wurde es schließlich verkauft und 1920 in Rendsburg verschrottet.

 

 

 

Kommandanten:

1. April 1900 bis November 1901 Kapitän zur See Heinrich Graf von Moltke
November 1901 bis Dezember 1903 Kapitän zur See Carl Friedrich
2. Dezember 1903 bis 14. November 1905 Fregattenkapitän/Kapitän zur See Max Prowe
November 1905 bis November 1907 Fregattenkapitän/Kapitän zur See Max Wilken
November 1907 bis 26. Juni 1909 Fregattenkapitän/Kapitän zur See Otto Wurmbach
28. November 1914 bis April 1915 Kapitän zur See Ferdinand Bertram
April 1915 bis November 1916 Korvettenkapitän Eduard Bartels
November 1916 bis September 1917 Korvettenkapitän Gustav Blockhuis
September 1917 bis Dezember 1918 Korvettenkapitän Wilhelm Hollmann

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Fürst Bismarck

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Panzerkreuzer

Klasse:  

Einzelschiff

Bauwerft:  

Kaiserliche Werft, Kiel

Baukosten:  

18.945.000 Mark

Stapellauf:  

25. September 1897

Indienststellung:  

1. April 1900

Verbleib:  

1920 in Rendsburg verschrottet

Länge:  

127 Meter

Breite:  

20,4 Meter

Tiefgang:  

Max. 8,46 Meter

Verdrängung:  

Max. 11.461 Tonnen

Besatzung:  

621 Mann

Antrieb:  

4 Wasserrohr- und 8 Zylinderkessel
3 4-Zyl.-Verbundmaschinen

Leistung:  

13.622 PS (10.019 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

18,7 kn (35 km/h)

Bewaffnung:  

4 × Schnellfeuergeschütz 24 cm L/40 (312 Schuss)

12 × Schnellfeuergeschütz 15 cm L/40 (1.440 Schuss)

10 × Schnellfeuergeschütz 8,8 cm L/30 (2.500 Schuss)

4 × 3,7-cm-Maschinenkanone

6 Torpedorohre ∅ 45 cm (1 Heck über Wasser, 4 Seiten, 1 Bug unter Wasser, 16 Schuss)

 

Panzerung:  

Gürtel: 100–200 mm auf 200 mm Teak
Deck: 30–50 mm
Türme Schwere Artillerie: 40–200 mm
Türme Mittelartillerie: 100 mm
Schutzschilde: 70 mm
Kasematten: 100 mm
vorderer Kommandoturm: 30–200 mm
achterer Kommandoturm: 30–100 mm

 

 

 

 

 

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