Friedrich II. von Preußen (Friedrich der Große)

Eine der schillerndsten und berühmtesten Persönlichkeiten in der Ahnenreihe der Preußenkönige aus dem Hause Hohenzollern ist sicherlich Friedrich II.
Seine Untertanen nannten den Herrscher fast liebevoll den „Alten Fritz“, während ihm die Geschichtsschreibung den Titel „der Große“ verlieh.

Geprägt von der sehr strengen Erziehung seines Vaters, Friedrich I. „der Soldatenkönig“, führte er Preußen durch kriegerische Zeiten und hinterließ das Land als eine der fünf Großmächte Europas.

 

Herkunft und Jugendjahre:

Geboren wurde Friedrich am 24. Januar 1712 in Berlin als ältester Sohn von König Friedrich Wilhelms I. und dessen Gattin Sophie Dorothea von Hannover.

Seine Kindheit war von der strengen Erziehung seines Vaters geprägt, der seinen Sohn als militärisch und religiös versierten Menschen aufziehen wollte. So war der tägliche Ablauf Friedrichs auf die Minute genau verplant. Für die philosophische und musikalische Ausprägung seines Sohnes hatte der Vater nichts übrig und wurden durch körperliche Züchtigungen bestraft.

So musste Friedrich im Geheimen ab 1729 mit dem acht Jahre älteren Leutnant Hans Hermann von Katte treffen, der seine Vorliebe für Flötenmusik teilte. Von Katte wurde auch in die Pläne zur Flucht Friedrichs nach Frankreich eingeweiht, die er vom 4. auf den 5. August 1730 in die Tat umsetzte. Bei diesem Fluchtversuch wurde Friedrich jedoch geschnappt und in der Festung Küstrin unter Arrest gestellt, während Katte durch einen kompromittierenden Brief als Mitwisser aufgedeckt und verhaftet wurde. Am 6. November 1730 wurde das Todesurteil von Kattes , angetrieben durch Friedrich I., vor den Augen seines Sohnes vollstreckt.

Seinen Sohn wollte Friedrich ebenfalls zum Tode verurteilen, ließ von dem Urteil jedoch auf Drängen Leopolds von Anhalt-Dessau, Kaiser Karl VI. als auch Prinz Eugen schließlich ab und stellte seinen Sohn in Küstrin unter Festungshaft stellen und den Status des Kronprinzen aberkennen.

Ab 1731 konnte sich Friedrich wieder frei bewegen und begann seine militärische Laufbahn ab 1732 in dem Regiment zu Fuß von der Goltz. Zudem stimmte er, wenn auch widerwillig, der Heirat von Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern, Tochter von Herzog Ferdinand Albrechts II. von Braunschweig, zu, was das Verhältnis zu seinem Vater deutlich entspannte und ihm wieder den Status des Kronprinzen einbrachte.

Kronprinz Friedrich um 1739 Gemälde von Antoine Pesne

Kronprinz Friedrich um 1739 Gemälde von Antoine Pesne

 

Die Zeit als König von Preußen:

Friedrich bestieg am 31. Mai 1740 als Friedrich II. den Thron von Preußen, nachdem sein Vater verstorben war. Seine ersten Handlungen waren Reformen zur Abschaffung der Folter, die Ansiedlung von Wirtschaftszweigen zur ausgedehnten Unabhängigkeit wichtiger Importe sowie der eingeschränkten Pressefreiheit.

Friedrich II. von Preußen

Friedrich II. von Preußen

 

Die Kriege unter Friedrich II.:

Bereits sechs Monate nach seiner Thronbesteigung wurde Preußen aufgrund des österreichischen Erbfolgekrieges im Oktober 1740 in den ersten der drei schlesischen Kriege gezogen, in denen Friedrich seinen Anspruch auf Schlesien geltend machen wollte.

Mit dem Berliner Frieden vom 11. Juni 1742 endet der erste schlesische Krieg und Preußen bekommt einen Großteil Schlesiens und die Grafschaft Glatz zugesprochen.

Im August 1744 entbrennt erneut der Konflikt zwischen Preußen und Österreich um Schlesien und erst mit dem Frieden von Dresden am 24.12.1745 kann auch dieser beigelegt und die schlesischen Besitzungen zu Preußen bestätigt werden. Nach der Rückkehr Friedrichs II. nach Berlin wird ihm erstmals der Beiname „der Große“ zugeteilt.

Am 29.8.1756 beginnt der dritte schlesische Kriege, oder auch siebenjähriger Krieg genannt, in dem sich Preußen einer Allianz von Österreich, Russland, Schweden und Frankreich gegenüber sieht. Durch Glück, militärische Erfolge und den Tod der russischen Zarin Elisabeth konnte der Krieg ohne die Vernichtung Preußens beendet und die preußischen Besitztümer in Schlesien endgültig bestätigt werden. Durch die vielen Schlachten und die entsprechende Alterung von Friedrich II. bekam er in seinem dritten Krieg auch den Namen „alter Fritz“ zugeteilt. Nach dem Krieg konnte sich Preußen als fünfte Großmacht in Europa etablieren.

Nachdem die bayrische Linie des Adelsgeschlecht der Wittelsbacher im Jahre 1777 ausgestorben war und Österreich Anspruch auf Niederbayern und die Oberpfalz erhob, kam es erneut zu einem Krieg mit Preußen, der jedoch aufgrund der schlechten Versorgung und des schlechten Wetters ohne Kriegshandlungen verlief und mit dem Frieden von Teschen am 13. Mai 1779 bereits beendet wurde.

 

Friedrich und die Kartoffel:

Ein bis heute entscheidendes Ereignis unter Friedrich II. war die Kartoffel als Nahrungsmittel. Eingeführt wurde die Kartoffel mit der Kolonisierung Südamerikas, galt sie zunächst als Mittel des Teufels, da sie als Nahrung nicht in der Bibel erwähnt wurde und als Futter für die Schweine. Erst nachdem man entdeckt hatte wie man die Kartoffel richtig zubereitet und Essen konnte, kam die Erkenntnis, wie wichtig diese für die Nahrungsmittelversorgung sein konnte.

Friedrich II. inspiziert auf einer seiner Inspektionsreisen den Kartoffelanbau

Friedrich II. inspiziert auf einer seiner Inspektionsreisen den Kartoffelanbau

So kam es, dass Friedrich 1756 den sogenannten „Kartoffelbefehl“ ausgab. Dieser sollte die Beamten anhalten, der Bevölkerung die Wichtigkeit der Kartoffel beizubringen und diese dazu zu bringen, sie auch anzubauen. Auch lies er Kartoffelfelder von seinen Soldaten zum Schein bewachen, damit Bürger heimlich die Kartoffeln klauten und aßen, denn verbotene Früchte schmecken bekanntlich am Besten. Es dauerte zwar noch viele Jahre bis sich die Kartoffel als Nahrungsmittel durchsetzte, doch durch diese Maßnahmen setzte sich die Kartoffel bis heute als Grundnahrungsmittel durch.

 

Friedrichs Tod:

Am 17. August 1786 verstarb Friedrich II. in seinem Sessel im Schloss Sanssouci.
Bereits während seiner Lebzeit lies Friedrich für sich eine Gruft im Schloss errichten und wollte dort nach seinem Tod neben seinen Hunden beigesetzt werden. Doch sein Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm II. lies ihn in der Gruft in der Potsdamer Garnisonkirche an der Seite seines Vater Friedrich I. beisetzen.

Während des zweiten Weltkrieges und den damit eingehenden Bombardierungen durch alliierte Bomberverbände wurden die Särge Friedrichs I. und Friedrichs II. 1943 vorsorglich aus der Garnisonkirche in den Luftwaffenbunker in Eiche gebracht. Im März 1945 ging es von dort wegen der anrückenden sowjetischen Armee in ein Bergwerk bei Bernterode, dann ins Marburger Schloss und 1947 in die dortige Elisabethkirche.

1952 wurden die Särge angeregt durch Louis Ferdinand von Preußen in die Kapelle der Burg Hohenzollern verlagert. Erst 1991 wurde dem eigentlichen Wunsch Friedrichs II. Folge geleistet und sein Leichnam in der Gruft im Schloss Sanssouci beigesetzt.

 

Reiterstandbild Friedrichs des Großen

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Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

Friedrich der Große und seine Armee (Epochen der Weltgeschichte)

 Friedrich der Große und seine Armee (Epochen der Weltgeschichte) Gebundene Ausgabe – 30. November 2009


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In diesem Band der Reihe zu militärhistorischen Themen wird eine wesentliche Epoche der europäischen Geschichte durch ihre Feldherren und deren Armeen skizziert und von Experten der Militärgeschichte analysiert. Über den »Alten Fritz« ist Vieles geschrieben worden. Dieser Band bietet deutlich mehr: Er ist der Abriss der Epoche im Spiegel seiner Armeen. Der Band stellt – historisch fundiert – die damalige politische Lage, das Zeitalter und seine führenden Köpfe vor, um dann den Fokus auf die jeweilige Armee zu richten. Der Autor analysiert Stärken und Schwächen unterschiedlichster Führungskonzepte und Strategien und präsentiert, auch in eingängigen Abbildungen, Offizierkorps, Soldaten, Waffengattungen und technische Einheiten. In zahlreichen zeitgenössischen Erinnerungen und Tagebuchaufzeichnungen, die ausgesprochen unterhaltsam zu lesen sind, sind Geschichtsbilder über politische Auswirkungen entstanden, die in herkömmlichen Geschichtsbüchern kaum zu finden sind und die bis in unsere Tage reichen.

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Friedrich der Grosse: Der König und seine Zeit

 Friedrich der Grosse: Der König und seine Zeit Gebundene Ausgabe – Illustriert, 7. Februar 2012


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Friedrich: Ein deutscher König

 Friedrich: Ein deutscher König Broschiert – 10. Oktober 2011


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Der preußische König Friedrich der Große zählt zu den herausragenden Herrschern der deutschen und europäischen Geschichte. Zu seinem 300. Geburtstag im Januar 2012 beleuchten ARD und ARTE in einem großen Dokudrama seine widersprüchliche Persönlichkeit und seine historische Rolle. Johannes Unger, Verantwortlicher des TV-Projekts, wirft in seinem Buch Schlaglichter auf die Leistungen und Ruhmestaten, aber auch auf die Schattenseiten des großen Königs. Wer war Friedrich ? Hochbegabter Visionär oder gefürchteter Tyrann ? Schöngeistiger Philosoph oder kalt berechnender Feldherr ? Zweifellos war er ein König der Widersprüche, der mit der französischen Aufklärung sympathisierte, Preußen reformierte und zur Toleranz aufrief, aber auch Friedensverträge brach, verlustreiche Kriege führte und umfangreiche Gebiete annektierte. Johannes Unger holt ihn vom Sockel der Heroenverehrung herunter auf den Boden der historischen Tatsachen und lässt mit frischem, unbefangenem Blick sein turbulentes Leben Revue passieren.

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Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600 – 1947

 Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600 - 1947 Broschiert – 13. Oktober 2008


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Die Geschichte Preußens – ein brillant erzähltes Standardwerk

Christopher Clark schildert den Aufstieg Preußens vom kleinen, an Bodenschätzen armen Territorium um Berlin zur dominierenden Macht auf dem europäischen Kontinent. Seine brillante Darstellung von über 300 Jahren preußischer Historie ist ein Meisterwerk der Geschichtsschreibung.

Die Auflösung Preußens durch ein alliiertes Kontrollratsgesetz am 25. Februar 1947 setzte einen Schlusspunkt unter eine Jahrhunderte alte wechselvolle Geschichte. Der Name Preußen ist untrennbar verbunden mit Aufklärung und Toleranz, verkörpert etwa in Friedrich dem Großen, verbunden aber auch mit Militarismus, Maßlosigkeit und Selbstüberschätzung Wilhelms II. Das Nachdenken über Preußen stand in den letzten Jahrzehnten im Schatten der hitzigen Debatten über die deutsche Geschichte.

Doch die Zeit ist reif für einen distanzierten, sensibel wägenden Blick auf dieses große Kapitel der deutschen und europäischen Vergangenheit. Christopher Clark schildert den Aufstieg Preußens vom kleinen, an Bodenschätzen armen Territorium um Berlin zur dominierenden Macht auf dem europäischen Festland und schließlich die Auflösung nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches. Seine brillante Darstellung von über 300 Jahren preußischer Historie ist ein Meisterwerk angelsächsischer Geschichtsschreibung.

• Ausgezeichnet von DAMALS als bestes historisches Buch 2007
• Unabhängiger, britischer Blick auf die ambivalente preußisch-deutsche Geschichte

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