Canon de 155 Grande Puissance Filloux (GPF) mle. 1917

Die Canon de 155 Grande Puissance Filloux (GPF) mle. 1917 war ein schweres, französisches Geschütz, welches zum Ende des ersten Weltkrieges sowohl in der französischen als auch in der amerikanischen Armee eingesetzt wurde.

In der zweiten Hälfte des ersten Weltkrieges stieg der Bedarf der französischen Armee nach einer schweren Artillerie um die stark ausgebauten Befestigungen der deutschen Armee zerstören zu können.

Oberst Filloux begann daraufhin mit der Entwicklung eines entsprechenden Geschützes und stellte die Waffe 1917 der militärischen Führung vor. Die Vorstellung des Prototypen erwies sich als Erfolg und so wurde auf eine schnelle Einführung des Geschützes an die Front gedrängt. Ende 1917 begann die Serienproduktion und das Geschütz entwickelte sich schnell zum Standard Geschütz der schweren französischen Artillerie Abteilungen und wurde bis zum Ende des ersten Weltkrieges eingesetzt.

 

 

Zeichnung der Canon de 155 Grande Puissance Filloux (GPF) mle. 1917

 

Eine französische Bedienmannschaft an einer Canon de 155 Grande Puissance Filloux (GPF) mle. 1917

 

 

Neben der französischen Armee wurde das Geschütz auch an die American Expeditionary Force ausgeliefert, da diese nur über wenige schwere Artilleriegeschütze verfügte. Unter der Bezeichnung M1917 wurden die aus Frankreich gekauften Geschütze klassifiziert, später wurden die Geschütze auch in den USA selbst unter Lizenz gebaut, diese erhielten die Bezeichnung M1918.

 

 

Amerikanische Soldaten werden an einer M1918 ausgebildet

 

Amerikanische Soldaten werden an einer M1918 ausgebildet

 

Amerikanische Soldaten mit ihrer M1917 auf dem Weg zur Front

 

 

 

Nach dem ersten Weltkrieg behielten sowohl die französische als auch die amerikanische Armee die Geschütze weiterhin im Bestand. Bei den Franzosen wurden diese überwiegend im Laufe der Jahre in den Festungen eingesetzt oder in Depots als Reserve gehalten.

Zu Beginn des zweiten Weltkrieges und dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht reaktivierte die französische Armee 24 der Geschütze und setzte diese gegen die Wehrmacht ein. Nach der Kapitulation konnten die Deutschen über 450 Geschütze erbeuten und setzten diese als 15,5 cm K 418 bezeichnet im Afrika Feldzug ein oder zur Küstenverteidigung. Alleine im Atlantik Wall waren am D-Day 1944 50 der Geschütze im Einsatz.

 

 

Ein erbeutetes 15,5 cm K 418 Geschütz im Atlantik Wall

 

 

In den USA übernahmen nach dem ersten Weltkrieg sowohl die US Army als auch die US Marines das Geschütz als Standard Geschütz und setzten dieses mit Beginn des zweiten Weltkrieges überwiegend auf den Philippinen, Guadalcanal und in Nordafrika ein, bis ab 1942 die neuere 155 mm M1A1 zum Einsatz kam.

Bis zum Krieg experimentierte die US Army mit den Geschützen und montierte diese aus selbstfahrende Lafetten. Dies sollte die Mobilität auch in schwierigem Gelände erhöhen. Da das Ergebnis für unzureichend erklärt wurde, wurden die Geschütze schließlich wieder ohne eigenen Antrieb genutzt.

 

 

155 mm M1918 selbstfahrende Lafette

 

155 mm M1918 selbstfahrende Lafette

 

155 mm M1918 auf einem Caterpillar Fahrgestell

 

Eine amerikanische M1918 zur Küstensicherung in Westaustralien 1943

 

 

 

Datenblatt:

Bezeichnung: Canon de 155 Grande Puissance Filloux (GPF) mle. 1917
Herstellerland: Frankreich

USA

Einführungsjahr: 1917
Stückzahl: unbekannt
Kaliber: 155 mm
Rohrlänge: 5,915 Meter
Reichweite: Max. 19.500 Meter
Gewicht: 13 Tonnen

 

 

 

 

 

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