Obusier de 155 mm C modèle 1890

Das Obusier de 155 mm C modèle 1890 Geschütz gehörte zu den ersten modernen Geschützen mit einem Rückstoßsystem, die von der französischen Armee noch während des ersten Weltkrieges eingesetzt wurden.

Nach dem verlorenem Deutsch-Französischem Krieg begann sich die französische Armee neu aufzubauen und zu modernisieren. Hierfür forderte die Armeeführung mehrere mobile Haubitzen mit denen es möglich war, in einem steilem Winkel schießen zu können.

Die Entwicklung der Obusier de 155 mm C modèle 1890 begann daraufhin 1886 im pariser im Atelier de précision unter der Leitung von Kapitän Louis Henry Auguste Baquet.

Das Geschütz sollte bereits vorhandene und neue Technik mit einander verbinden. So wurde der Lauf der bereits eingesetzten Obusier de 155 mm C modele 1881 verwendet der mit dem neu entwickeltem Verschluss von Colonel Charles de Bang versehen wurde.

Das Geschütz war zudem in zwei Teile unterteilt. Der obere Teil bestand aus dem Lauf und dem Verschluss, die mit einer Schiene mit dem unteren Teil verbunden waren. Der untere Teil war in der Mitte frei, sodass der Lauf entsprechend in einem großen Winkel nach unten Schwenken konnte. Durch die Verwendung der Schienen Verbindung war es möglich, die Ziel Einstellungen der Waffe nach einem Schuss beizubehalten, sodass diese nicht jedes mal neu ausgerichtet werden musste. Allerdings war dieses frühe Rückstoßsystem Störungsanfällig und nicht sehr stabil.

Durch die Anbringung von zwei hölzernen Rädern auf Stahlfelgen und einem Transportgewicht von 3,8 Tonnen, war das Geschütz noch leicht und mobil genug um von Pferden gezogen zu werden.

Insgesamt wurden bis zum ersten Weltkrieg 134 Geschütze gebaut.

 

Zeichnung einer Obusier de 155 mm C modèle 1890

 

 

Als der erste Weltkrieg in Europa ausgebrochen war, waren die meisten der mittelschweren und schweren französischen Geschütze in den Festungen entlang der Grenze zum Deutschen Reich eingesetzt. Erst als der Bewegungskrieg an der Westfront zum Stillstand kam und der Grabenkrieg begann, wurden viele der Geschütze aus den Festungen abgezogen und an die Front gebracht.

Alle 134 Obusier de 155 mm C modèle 1890 Geschütze waren ebenfalls nur in den Festungen untergebracht und gehörten nicht zu den Geschützen die an die Front gebracht wurden. Hierfür wurden von der französischen Armee modernere und leistungsstärkere Geschütze verwendet.

Nach dem ersten Weltkrieg wurden die meisten der Geschütze verschrottet, nur wenige verblieben in den Festungen.

 

 

Obusier de 155 mm C modèle 1890

 

 

 

Datenblatt:

Bezeichnung: Obusier de 155 mm C modèle 1890
Herstellerland: Frankreich
Einführungsjahr: 1890
Stückzahl: 134 Stück
Kaliber: 155 mm
Rohrlänge: 2,4 Meter
Reichweite: Max. 7.700 Meter
Gewicht: 3,3 Tonnen

 

 

 

 

 

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