QF 4,7-Zoll Geschütz

Das QF 4,7-Zoll Geschütz war ursprünglich ein Marinegeschütz, welches als Feldartillerie umgebaut und sowohl als Küstenschutz als auch an der Front eingesetzt wurde.

Die von der Firma Elswick Ordnance Company entwickelten QF 4,7-Zoll Geschütze wurden nach der Einführung 1887 zunächst von der britischen Royal Navy für ihre Pre-Dreadnoughts und Kreuzer genutzt.

Erst im zweiten Burenkrieg von 1899 bis 1902 wurde das Geschütz von Captain Percy Scott aus der HMS Terrible ausgebaut und für die Kapstädter Küstenverteidigung genutzt. Dabei wurde von seinen Soldaten eine improvisierte Plattform gebaut auf der die Geschütze platziert werden konnten. Um bei der Schlacht von Colenso ebenfalls über schwere Artillerie zu verfügen, wurden die Geschütze auseinandergebaut und auf Anweisung von Captain Percy Scott auf 32 Wagen geladen.

Nach dem zweiten Burenkrieg griff das britische Oberkommando das Prinzip der Geschütze auf und lies diese für die Küstenverteidigung und als Feldartillerie extra umrüsten. Somit konnte das britische Expeditionskorps zu Beginn des ersten Weltkrieges sowohl in Nordfrankreich als auch in den afrikanischen Kolonien auf diese Geschütze im Kampf gegen die deutschen Truppen zurück greifen und diese einsetzen.

Besonders in Südwestafrika im Oktober 1914 in der Lüderitzbucht und im Februar 1915 in Walvis Bay fügten diese Geschütze den deutschen Truppen schwere Verluste zu. In Nordfrankreich kamen die QF 4,7-Zoll Geschütze im März 1915 in Neuve Chapelle oder in der Schlacht von Aubers Ridge am 9. Mai 1915 zum Einsatz. Aufgrund der Ungenauigkeit und der schnellen Abnutzung wurden die QF 4,7-Zoll Geschütze ab Juni 1916 durch modernere Geschütze abgelöst. Bis zum Kriegsende verblieben einige jedoch noch bei der italienischen Armee und den britischen Truppen im Nahen Osten.

 

 

QF 4,7-Zoll Geschütz als Schiffsgeschütz 1890

 

QF 4,7-Zoll Geschütz

 

Ein QF 4,7-Zoll Geschütz in Südwestafrika

 

 

 

 

Datenblatt:

 

Bezeichnung: QF 4,7-Zoll Geschütz
Herstellerland: Großbritannien
Einführungsjahr: 1887
Stückzahl: 1.167 Stück
Kaliber: 120 mm
Rohrlänge: 4,8 Meter
Reichweite: Max. 11.000 Meter
Gewicht: 2,13 Tonnen

 

 

 

 

Ein QF 4,7-Zoll Geschütz in Sausage Valley an der Somme 1916

 

Ein von Deutschen erbeutetes QF 4,7-Zoll Geschütz

 

 

 

 

 

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